...nach den recht misslungenen Goetheschen "Unterhaltungen ...".
Wieso „misslungen“?
Weil ich das Ganze langweilig und gestelzt finde. Selbst der dramatischste Hintergrund hilft da nichts - und auch dies
Die Erzählsituation, die Goethe hier vorbereitet hat, entspricht der des Decamerone
ist zwar richtig, aber auch kein Zeichen für Qualität.
Sorry, aber Goethes Prosa ist vielfach nicht nach meinem Geschmack.
Ich halte Gefühlsnuancen wie „
finde ich langweilig, gestelzt "und"
nicht nach meinem Geschmack“ nicht für Qualitätskriterien. Auch die
Ästhetische Erziehung finden viele gestelzt, langweilig und nicht nach ihrem Geschmack.
Aber davon mal abgesehen, ich lese die
Horen nicht, um mich an hochwertiger Prosa zu erfreuen. Ein Blick auf die Beiträge genügt, um mir als heutigem Leser zu signalisieren, dass in den
Horen nicht die absoluten High-lights unserer Klassiker versammelt sind. Sondern ich lese sie, weil mich die Zeitschrift als Veranstaltung interessiert, als der Versuch, wie sich für mich immer mehr herausstellt, in Zeiten allgemeiner Verunsicherung, (wie die Baronesse) die Contenance zu bewahren

, angesichts revolutionärer und reaktionärer Umstürze eine Gelehrten- und Dichterrepublik auf dem Papier zu installieren … Die Ereignisse um die Belagerung von Mainz wiurden von mir auch nicht erwähnt, um den faden Lesestoff zu würzen, sondern um zu zeigen, welcher biographisch historische Stoff hier künstlerisch seinen Niederschlag findet.
Die Erzählsituation, die Goethe hier vorbereitet hat, entspricht der des Decamerone
ist zwar richtig, aber auch kein Zeichen für Qualität.
Wurde auch nicht deshalb erwähnt, vielmehr deshalb: Goethe erzählt hier quasi im Schutze altbewährter Tradition (ob dieser betuliche Konservativismus opportunistisch, ironisch, oder sonst was ist, weiß ich nicht)
„Misslungen“ klingt für mich immer so, als habe sich da jemand etwas vorgenommen und das nicht erreicht. Das ist hier mMn nicht der Fall. Goethe scheint im Gegenteil mit seinen
Unterhaltungen so etwas wie die Schaffung einer Puppe in der Puppe ( ein politikfreier Erzähl- Raum im politikfreien Raum der Horen) gelungen.