Von den nothwendigen Grenzen des Schönen besonders im Vortrag philosophischer Weisheiten
Noch’n Aufsatz über Ästhetik aus Schillers Feder, angesiedelt zwischen Anmuth und Würde und Ästhetischer Erziehung auf der einen und Naiver und sentimentalischer Dichtung auf der anderen Seite. Der Aufsatz ist eigentlich eine Replik auf Fichtes Horenbeitrag Über Geist und Buchstab der Philosophie, den Schiller aus inhaltlichen und formalen Gründen abgelehnt hatte. Ich habe Fichtes Aufsatz nicht gelesen. Es ging darin wohl um den Vorwurf der Vermengung von Kunst und Wissensinhalten (Wenn das stimmt, bin ich auf Seiten Fichtes, die versifizierte Philosophie der Schillerschen Lehrgedichte liegt mir, wie gesagt, nicht).Schillers poetologische Einlassung besticht dann aber, wenn er von der Zauberkraft der schönen Diktion spricht und die Metapher definiert als“ Zusammengatten von Bildern, die ihrem Inhalt nach verschieden sind. Ist vor Schiller schon mal jemand so ins poetologische Detail gegangen?
Es schließen sich acht Epigramme an, alle von Schiller, weder formal noch inhaltlich vom Hocker reißend. Selbst bei dieser Form, die Knappheit als Programm hat, kann Schiller sich nicht enthalten, blumig und teilweise ausladend zu werden.
Im Epigramm Ilias spielt er wohl auf den von Sir Thomas erwähnten von F.A. Wolf an, dessen Schrift "Prolegomena ad Homerum" ganz aktuell war:
Immer zerreißet den Kranz des Homer, und zählet die Väter….
Und das Epigramm An einen Weltverbesserer ist nichts anderes als die in Verse gebrachte Briefstelle, die ich vor einiger Zeit im Zusammenhang mit Johann Benjamin Erhard und seinem Buch "Über das Recht des Volkes zu einer Revolution" zitiert habe. Die Briefstelle an Erhard lautete:
Glühend für die Idee der Menschheit, gütig und menschlich gegen den einzelnen Menschen, und gleichgültig gegen das ganze Geschlecht wie es wirklich vorhanden ist - das ist mein Wahlspruch.
Der Idealismus als commodes Ruhekissen?