Ueber die Idee der Alten vom Schicksal.
Ein Jura-Professor, der sich als Philosophie-Historiker übt? So was ähnliches auf jeden Fall. Karl Heinrich von Gros (1765-1840) gibt seinen Artikel als ein Stück Philosophiegeschichte aus. In Tat und Wahrheit ist es eine kleine juristische Abhandlung über die Freiheit, eine Tat zu begehen oder eben nicht, und über die daraus resultierende Strafmündigkeit.
Wo er philosophisch tut, ist er argumentativ hilflos. Wo er juristisch wird, kann er nicht argumentieren, sondern nur des Täters Handlungs- und Zurechnungsfähigkeit festhalten. Mit den Alten und deren Schicksal hat das nur insofern zu tun, als er am Beispiel des Oedipus argumentiert. Dass er dabei alle Tiefen, die dieser Charakter besitzt, einebnet, zeigt halt nur, wie wenig ein Jurist vom Menschen verstehen muss...