"Niemand zuhause" (S. 154): eine wunderschön-melancholische Liebesgeschichte. Ohne Happy Ending ...
Ein Mann beschreibt seine Wohnung, die er seit einiger Zeit kaum noch bewohnt, er holt nur ab und zu die Post und verschwindet dann wieder. Dann - ziemlich unvermittelt - die Feststellung:
...Tja. Eine heiße
Frau kann einen Mann glatt aus
seiner Schale pflücken. Aus seiner Haut, wenn sie will.Das ist wohl der Grund, warum seine Wohnung verwaist ist, sein Leben scheint sich bei der Frau abzuspielen. Die Wohnung, die verlassene Schale aus der sie ihn, den ehemaligen
Eremiten, Einsiedler gepflückt hat, wird bis zu den Rissen in der Decke und der kaputten Fliegengittertür weiter beschrieben, nicht aber die Beziehung.
Gerade in der Aussparung der Liebesgeschichte liegt für mich der künstlerische Witz des Gedichts, die Intensität der Liaison ist am Grad der Verlassenheit der Wohnung zu ermessen.
Die nächsten 5 dann wieder unterdurchschnittlich ... 
Ja, aber die Flucht vor der
Frau im Supermarkt fand ich doch einigermaßen amüsant.
Was ist mit der
Hymne aus dem Zentrum des Orkans? Erinnert im Stil an irgend etwas, einen Song?
Einige Sprüche daraus hab ich mir aber unterstrichen:
Die größte Leuchtkraft hat der erste Drink des Abends.Neun Zehntel der Menschheit machen in Selbstmitleid
und die restlichen zehn Prozent lassen sie schlecht
aussehen.
Nur Langweiler können sich langweilen.
Nur die falschen Fahnen flattern.
Gott ist eine Erfindung von Luschen.Jeder nimmt sein Hölle mit, wohin er geht.