...ich kann die Ironie oder den Zynismus des einen Gedichts im andern widerhallen hören. Vielleicht sollte ich ja zum Ohrenarzt?
Dann muss ich da auch hin, mir geht es nämlich genauso.
Ja, die Gedichte fügen sich zu einem Ganzen, einer Art Tagebuch, einer Chronik, einem Panoptikum, es sind Momentaufnahmen,
short cuts eines Lebensfilms. Deshalb verspürte ich wohl schon ziemlich bald beim Lesen so etwas wie einen Sog und musste an mich halten, um nicht immer weiter zu lesen, was ja eigentlich bei Gedichten ungewöhnlich ist.
...die Vermutung, dass hier eine Art idealisiertes Arbeitertum dargestellt wird, die Welt derer, die da körperlich sich mühen und weitgehend im Einklang sind mit der Welt.
Von einer Idealisierung des Proletariats ist Bukowski weit entfernt. Seine Achtung gilt ja eher jenen, die sich nicht einreihen lassen, die sich der Arbeitswelt entziehen.(Ist - zugegeben - nicht diesem, sondern anderen Gedichten zu entnehmen)
Neben dem körperlich Arbeitenden zeigt er in diesem Gedicht auch einen Polizisten und einen kleinen Angestellten bei ihrer Berufsausübung. Was die drei gemeinsam haben, ist die Unbeirrbarkeit, mit der sie tun, was sie tun. Sie ficht nichts an, kein Zweifel an ihrer (absurden)Tätigkeit. Sie machen einfach ihr Ding, das hat bei aller Lächerlichkeit und Traurigkeit auch eine gewisse Grandezza. Das will Chinaski/ Bukowski auch
schaffen. Mehr will er da, glaube ich, nicht sagen.
Ja. Aber halt alle irgendwie nicht das, was ich persönlich als "Lyrik" bezeichnen würde. Ist ein Gedicht schon ein Gedicht, weil der Autor es so nennt? 
Vielleicht schreibst du mal, was du
persönlich als Lyrik bezeichnen würdest und was für dich die sine-qua-nons eines Gedichts sind.
Für mich jedenfalls
sind das Gedichte, kleine "Sprachorganismen", die irgendwie funktionieren - sprachlich, inhaltlich und formal.
edit: Zeilenschaltungen entfernt
