Hallo,
wenn man wenig Zeit hat nimmt man sich besonders viel vor, um den Mangel spürbarer zu machen und das Jammern berechtigter. Ergo: Zwei sehr unterschiedliche Zukunftsromane, Louis-Sébastien Mercier (1740 - 1814, nicht Pascal Mercier): "Das Jahr 2440", weniger ein Sci-Fi-Roman als eine Utopia der Aufklärung. Und dann - als Gegensatz - William Gibson: Die Neuromancer-Trilogie.
Auch wenn mir meine Leserundenpartner während der Lektüre immer öfter abhanden kommen

- hat jemand Interesse?
Zum Kant-Vorschlag: Die Vorbereitung ist sehr viel umfangreicher und zeitaufwändiger als geglaubt (wobei ich schon ahnte, dass es einige Zeit dauern würde). Die Anzahl der herangezogenen Bücher würde meine Signatur bei weitem sprengen. Allerdings halte ich es für keine gute Idee, einfach mal so zu beginnen, Teilbereiche sind doch sehr sperrig (etwa der Abschnitt über die transzendentale Deduktion), auch wenn (im Unterschied zu Heidegger, den ich dieser Tage angelesen habe und den ich nach wie vor für einen sprachlich extrem unbegabten Schwätzer halte, einzelne Sätze klingen wie eine Parodie auf die philosophische Sprache: Die Sorge als "Sich-vorweg-schon-sein-als sein-bei"

) Kants Absichten nie völlig unter einem Wortgeklingel verloren gehen.
Dazu kommt, dass die KrV (Kritik der reinen Vernunft) zwar keine Moralphilosophie im eigentlichen Sinn enthält, aber diese Grundlegung doch auf die KpV (Kritik der praktischen Vernunft) verweist und es so ganz ohne den kategorischen Imperativ nicht geht.
Außerdem habe ich vor ein paar Tagen die deutsche Version des "Buches der Unruhe" begonnen (diese Version scheint anders als die Originalversion zu sein, wenngleich das Buch des Fischer-Verlages versichert, eine ungekürzte Ausgabe zu sein; ungekürzt scheint aber zu meinen, dass es sich dabei um die deutsche, geänderte (auch in der Aneinanderreihung der Teile geänderte) Version handelt) - und in diesem Zusammenhang drängt sich der schon in den Leseplänen mehrfach erwähnte Camus auf, dessen "Sysiphus" bzw. "Der Mensch in der Revolte" wir schon vor Jahren einmal lesen wollten. Vielleicht sollten wir als Einstieg einen der Romane Camus' nehmen (Fall, Pest, Fremder ...).
So, ist zwar längst nicht alles, aber doch einiges

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Liebe Grüße
orzifar