Author Topic: Lespläne orzifar  (Read 164451 times)

Offline orzifar

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Re: Lespläne orzifar
« Reply #240 on: 23. Dezember 2011, 01.24 Uhr »
Hallo!

"Sein und Zeit" soll, obwohl es sein Hauptwerk ist, leichter sein als manches andere von ihm. Wie mir gesagt worden ist, kann man "Sein und Zeit" ohne weiteres als eine Einführung zu Kant betrachten ;D (aber das kommt aus einer Ecke von Philisophie-Kennern. Ich kann dazu natürlich nichts sagen). Kant selber ist vielleicht noch schwieriger als Heidegger. ;D

Heidegger als Einführung zu Kant? Dann darf ich mich wohl nicht als Philosophiekenner bezeichnen. Nicht dass solche Argumentationen nicht möglich wären (denn mit sprachlicher Kreativität lässt sich allerlei beweisen), aber ich hatte bislang nicht den Eindruck, als würde sich so eine Interpretation aufdrängen. Eher umgekehrt: Da es Kant um die Grundlagen der Metaphysik ging (in seiner Diktion: Um die Bedingung der Möglichkeit von Metaphysik) und Heidegger durchaus eine Sinnfrage stellt (die man nach Kant erst nach einer Kritik der reinen Vernunft stellen kann), so ist dies wohl wirklich eine Verkehrung der Tatsachen. Allerdings bin ich beileibe kein Heideggerkenner (und auch kein Kantspezialist) - und - wie mir scheint - auch kein Kenner der Philosophie.

Ich halte Kant für so schwierig nicht. Man muss die wichtigsten Termini aufdröseln und sich anhand dieser Definitionen durch den Text lesen. Deshalb hielte ich eine Art Einführung für sehr hilfreich (auch für mich selbst ;)). So etwas zu verfassen ist allerdings sehr viel mehr Arbeit als es den Anschein hat.

lg

orzifar
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Offline mombour

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Re: Lespläne orzifar
« Reply #241 on: 23. Dezember 2011, 05.51 Uhr »
Hallo,

Heidegger als Einführung zu Kant ist nach meiner Überlegung wohl so zu verstehen, dass man, wenn man "Sein und Zeit" verinnerlicht hat, dann erkennt, dass Kant in Bezug auf Temporalität auf Grenzen gestoßen ist. Kant hat  zwar den Weg begonnen, die Ontologie mit der Zeit zu verbinden, ist aber, nach Heidegger, an der Temporalität gescheitert, weil er in der Philosophie Descartes' und am "vulgären Zeitverständnis" hängengeblieben ist. Das erwähnt Heidegger nur am Rande und ist nur philosophiegeschichtlich interessant. Heidegger rümpelt schon auf mit der traditionellen Philosophie. So zerlegt er ganz ausführlich und überzeugend Descartes' Interpretation der Welt. Heidegger sagt auch, die Frage nach dem Sein wurde seit Platon und Aristoteles nicht mehr neu gestellt. Es kam nichts neues hinzu. Das besondere an Heidegger ist u.a. wohl die Deutung des Bezuges von Sein mit der Temporalität. Hier ging er eben weiter als Kant (vgl. I. Kant Schematismus-Lehre.)


Ich halte Kant für so schwierig nicht. Man muss die wichtigsten Termini aufdröseln und sich anhand dieser Definitionen durch den Text lesen. Deshalb hielte ich eine Art Einführung für sehr hilfreich (auch für mich selbst ;)). So etwas zu verfassen ist allerdings sehr viel mehr Arbeit als es den Anschein hat.
Bei Heidegger auch, gewisse Termini lernen. Das eine Einführung zu Kants Hauptwerk eine wahnsinnige Arbeit ist, daran habe ich keine Zweifel. Wenn ich mich hinsetzensetzen würde, über "Sein und Zeit" zu schreiben, wenn ich wohl erst im März 2012 mit dem Buch durch bin, würde es eine Heidenarbeit sein, und ich würde an die Grenzen meines Verstandes stoßen. :). Obwohl ich einen Kommentar zu "Sein und Zeit" parallel abarbeite, ist es trotzdem schwer genug.
Liebe Grüße
mombour
« Last Edit: 23. Dezember 2011, 06.07 Uhr by mombour »
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Offline sandhofer

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Re: Lespläne orzifar
« Reply #242 on: 23. Dezember 2011, 07.59 Uhr »
An Heidegger habe ich aktuell kein Interesse. Wenn, dann Husserls "Phänomenologie". (Die wiederum auch zu Sartre führen könnte.) Nach Kant, selbstverständlich. (Für den ich allerdings, fürchte ich, keine Musse haben werde nächstes Jahr.)
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Offline Anita

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Re: Lespläne orzifar
« Reply #243 on: 23. Dezember 2011, 11.44 Uhr »
Ja, plant mal ein Philosophie-Projekt, ich werde mich dem anschließen, und dann ganz laienhaft, wie gewohnt, Dinge aus dem Bauch heraus interpretieren und kommentieren.

LG
Anita
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Offline sandhofer

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Re: Lespläne orzifar
« Reply #244 on: 31. Dezember 2011, 07.33 Uhr »
Bei Kants Kritik der reinen Vernunft würde ich sehr gerne mitmachen!

On second thought: Wenn Ihr es nicht allzu eilig habt während der Lektüre, werde ich auch mittun.

Grüsse

sandhofer  :hi:
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Offline orzifar

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Re: Lespläne orzifar
« Reply #245 on: 19. Januar 2012, 16.44 Uhr »
Hallo,

wenn man wenig Zeit hat nimmt man sich besonders viel vor, um den Mangel spürbarer zu machen und das Jammern berechtigter. Ergo: Zwei sehr unterschiedliche Zukunftsromane, Louis-Sébastien Mercier (1740 - 1814, nicht Pascal Mercier): "Das Jahr 2440", weniger ein Sci-Fi-Roman als eine Utopia der Aufklärung. Und dann - als Gegensatz - William Gibson: Die Neuromancer-Trilogie.

Auch wenn mir meine Leserundenpartner während der Lektüre immer öfter abhanden kommen ;) - hat jemand Interesse?

Zum Kant-Vorschlag: Die Vorbereitung ist sehr viel umfangreicher und zeitaufwändiger als geglaubt (wobei ich schon ahnte, dass es einige Zeit dauern würde). Die Anzahl der herangezogenen Bücher würde meine Signatur bei weitem sprengen. Allerdings halte ich es für keine gute Idee, einfach mal so zu beginnen, Teilbereiche sind doch sehr sperrig (etwa der Abschnitt über die transzendentale Deduktion), auch wenn (im Unterschied zu Heidegger, den ich dieser Tage angelesen habe und den ich nach wie vor für einen sprachlich extrem unbegabten Schwätzer halte, einzelne Sätze klingen wie eine Parodie auf die philosophische Sprache: Die Sorge als "Sich-vorweg-schon-sein-als sein-bei" :)) Kants Absichten nie völlig unter einem Wortgeklingel verloren gehen.

Dazu kommt, dass die KrV (Kritik der reinen Vernunft) zwar keine Moralphilosophie im eigentlichen Sinn enthält, aber diese Grundlegung doch auf die KpV (Kritik der praktischen Vernunft) verweist und es so ganz ohne den kategorischen Imperativ nicht geht.

Außerdem habe ich vor ein paar Tagen die deutsche Version des "Buches der Unruhe" begonnen (diese Version scheint anders als die Originalversion zu sein, wenngleich das Buch des Fischer-Verlages versichert, eine ungekürzte Ausgabe zu sein; ungekürzt scheint aber zu meinen, dass es sich dabei um die deutsche, geänderte (auch in der Aneinanderreihung der Teile geänderte) Version handelt) - und in diesem Zusammenhang drängt sich der schon in den Leseplänen mehrfach erwähnte Camus auf, dessen "Sysiphus" bzw. "Der Mensch in der Revolte" wir schon vor Jahren einmal lesen wollten. Vielleicht sollten wir als Einstieg einen der Romane Camus' nehmen (Fall, Pest, Fremder ...).

So, ist zwar längst nicht alles, aber doch einiges ;).

Liebe Grüße

orzifar
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Offline sandhofer

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Re: Lespläne orzifar
« Reply #246 on: 19. Januar 2012, 21.47 Uhr »
Hallo!

Zwei sehr unterschiedliche Zukunftsromane, Louis-Sébastien Mercier (1740 - 1814, nicht Pascal Mercier): "Das Jahr 2440", weniger ein Sci-Fi-Roman als eine Utopia der Aufklärung.

Kenne ich nicht, klingt aber interessant. Da ich einige utopische Literatur gelesen habe, und mich so was immer fasziniert ...

Es scheint aber nur noch gebraucht zu existieren, da muss ich mal näher forschen ...

Und dann - als Gegensatz - William Gibson: Die Neuromancer-Trilogie.

War auch schon mal auf meinem Radar. Im Moment aber wäre das wohl zu viel für mich ...

Auch wenn mir meine Leserundenpartner während der Lektüre immer öfter abhanden kommen ;) - hat jemand Interesse?

Also ich bin noch da. Wenn ich auch langsamer lese als Du ...  8)

Vielleicht sollten wir als Einstieg einen der Romane Camus' nehmen (Fall, Pest, Fremder ...).

Passe. Les Possédés nach Dostojewskij liegt noch herum - aber sonst: Wenn Camus, dann den Sisyphos oder den Menschen in der Revolte.

Grüsse

sandhofer
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Offline sandhofer

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Re: Lespläne orzifar
« Reply #247 on: 20. Januar 2012, 16.41 Uhr »
Hallo!

Zwei sehr unterschiedliche Zukunftsromane, Louis-Sébastien Mercier (1740 - 1814, nicht Pascal Mercier): "Das Jahr 2440", weniger ein Sci-Fi-Roman als eine Utopia der Aufklärung.

Kenne ich nicht, klingt aber interessant. Da ich einige utopische Literatur gelesen habe, und mich so was immer fasziniert ...

Es scheint aber nur noch gebraucht zu existieren, da muss ich mal näher forschen ...

Gibt's auf Deutsch nur als gebrauchtes Insel-TB :(. Französisch bei einem mir unbekanntn Reprint-Verlag auch neu erhältlich. Keine Ahnung, was dieser Verlag wert ist ...

Ich überleg' noch.  ;)
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Offline orzifar

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Re: Lespläne orzifar
« Reply #248 on: 21. Januar 2012, 03.38 Uhr »
Gibt's auf Deutsch nur als gebrauchtes Insel-TB :(.

Dieses Insel-TB hab ich. Ja, überleg mal. Sonst nehmen wir die Neuromancer (sagt einer, der kaum 20 Seiten am Tag liest ...).

lg

orzifar
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Re: Lespläne orzifar
« Reply #249 on: 21. Januar 2012, 07.17 Uhr »
Mir widerstrebt es, Taschenbücher gebraucht zu kaufen. Taschenbücher überhaupt zu kaufen ...  ^-^
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Offline orzifar

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Re: Lespläne orzifar
« Reply #250 on: 21. Januar 2012, 16.31 Uhr »
Mir widerstrebt es, Taschenbücher gebraucht zu kaufen. Taschenbücher überhaupt zu kaufen ...  ^-^

Wer sich's leisten kann :). Aber das würde bei mir (von den Kosten abgesehen) auch zu einem Platzproblem führen. Und manches gibt's eben nur mehr in Taschenbüchern, etwa eine Gesamtausgabe von Ernst Bloch (stw). (Gut, ob man Bloch lesen muss, darf bezweifelt werden, vor allem ist dieser (ähnlich wie Heidegger) sprachlich gänzlich unbegabt.)

lg

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Offline sandhofer

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Re: Lespläne orzifar
« Reply #251 on: 21. Januar 2012, 20.18 Uhr »
Mir widerstrebt es, Taschenbücher gebraucht zu kaufen. Taschenbücher überhaupt zu kaufen ...  ^-^

Wer sich's leisten kann :). Aber das würde bei mir (von den Kosten abgesehen) auch zu einem Platzproblem führen.

Unterm Strich - da meine Bibliothek ungefähr 1/3 der Deinen umfasst, wird's wohl auf dasselbe herauskommen  ;).

Bloch - ich weiss. Hab' selber 6 Bände hier stehen.

Und ja: Mercier ist bestellt. Wird aber wohl noch 4 Wochen dauern, bis ich das Buch in Händen habe.

Grüsse

sandhofer
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Offline sandhofer

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Re: Lespläne orzifar
« Reply #252 on: 24. Februar 2012, 20.42 Uhr »
Hallo!

Zwei sehr unterschiedliche Zukunftsromane, Louis-Sébastien Mercier (1740 - 1814, nicht Pascal Mercier): "Das Jahr 2440", weniger ein Sci-Fi-Roman als eine Utopia der Aufklärung.

Kenne ich nicht, klingt aber interessant. Da ich einige utopische Literatur gelesen habe, und mich so was immer fasziniert ...

Es scheint aber nur noch gebraucht zu existieren, da muss ich mal näher forschen ...

Gibt's auf Deutsch nur als gebrauchtes Insel-TB :(. Französisch bei einem mir unbekanntn Reprint-Verlag auch neu erhältlich. Keine Ahnung, was dieser Verlag wert ist ...

Ich überleg' noch.  ;)

Hab' ich schon gesagt, dass ich es dann doch bestellt habe? Und dass ich es morgen in meiner Buchhandlung abholen kann?
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Offline sandhofer

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Re: Lespläne orzifar
« Reply #253 on: 25. Februar 2012, 09.09 Uhr »
Und dass ich es morgen in meiner Buchhandlung abholen kann?

Bzw. es mittlerweile abgeholt habe?
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Offline orzifar

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Re: Lespläne orzifar
« Reply #254 on: 27. Februar 2012, 01.14 Uhr »
Und dass ich es morgen in meiner Buchhandlung abholen kann?

Bzw. es mittlerweile abgeholt habe?

Na dann  ;) - bin grade belletristikfrei.

lg

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