Bärfuss ... ich verstehe nicht, was mir das Koala sagen will...
Nun also, da hast Du ja doch noch recht schlüssige Erklärungen gefunden. Aber warum sollten die
esoterisch und/ oder nicht im Sinne des Autors sein? Im Gegenteil, diese Deutung wird nicht nur suggeriert, sondern dem Leser überdeutlich unter die Nase gerieben! Vor allem dieses mitunter fast Plakative und Belehrende ist es, was mir an dem Roman nicht gefällt. Er ist seltsam blutleer. Wenn die „v
erkorksten Familienverhältnisse“ nur mehr zum Thema gemacht worden wären . Die werden ja nur gestreift, genau wie die Beziehung der Brüder zueinander und die Gemütsverfassung des Erzählers auf den Selbstmord des Bruders hin. Statt dessen wird das Phänomen des Freitods historisch erkundet , allgemein, um nicht zu sagen, gemeinplatzartig abgehandelt und dem Leser die naturkundliche Erzählung über das wehrlose Tier mit dem dicken Fell zur parabolischen Erhellung angeboten.
Ich habe den Eindruck, dass es diese essayistischen Exkurse( und nicht so sehr die „verkorksten Familienverhältnisse“) sind , auf die Juroren neuerdings abfahren. Es ist nicht das erste Buch in der Art, das ich lese. Ich gebe zu, die Erzählung über die Kolonisierung Australiens habe ich nicht ungern gelesen, aber, mit Verlaub, das ist alles nicht so neu, als dass ein junger Mann im einundzwanzigsten Jahrhundert darüber mit der Lakonie der Verzweiflung über das Böse in der Welt rehäugig berichten müsste. Ins Herz der Finsternis dringt er eh nicht vor.
Das beste an dem Buch ist die Umschlaggestaltung, das aus antipodischer Perspektive dargestelle seltsame Tier.