Author Topic: Die Horen eine Monatsschrift, von einer Gesellschaft verfaßt und hg. v. Schiller  (Read 255829 times)

Offline Gontscharow

  • Hero Member
  • *****
  • Posts: 595

Und der Höhepunkt dieser Ausgabe: Das Märchen.

Moment! ;D Eins nach dem anderen. Jetzt ist erstmal X, IV, Schillers doch gar nicht so unbedeutender Spaziergang dran. Er klingt wie eine Vorstudie zur Glocke.  Denn ähnlich wie später die Glocke ist der Spaziergang eine lyrische Vergegenwärtigung bzw Illustrierung der Geschichte der Zivilisation und das Hohe Lied bürgerlicher Gesittung, nur dass das hier- eigentlich zunächst mal nicht unattraktiv - alles anhand eines didaktischen Spaziergangs durch Feld und Wald, vom Land in die Stadt usw abgespult wird.
 
Ich will ganz ehrlich sein: Ich habe mich schrecklich bei diesem Spaziergang gelangweilt. Immer wieder schweiften meine Gedanken ab , immer wieder musste ich mich zwingen bei der Stange zu bleiben. Uuaah…dieser schulmeisterlich priesterliche Ton, die Betulichkeit, die biedermeierlich belanglosen und vorhersehbaren Inhalte, pompös sprachlich ausgeschmückt und im getragenen Rhythmus des Hexameters. Kein Substantiv ohne schmückendes Epitheton, meist lächerlich vorhersehbar wie die säuselnde Linde, der grünende Wald, die ambrosische Nacht und die geschäftige Biene. Und dann dieses Redundante, das kein- Ende- finden-können dieses lyrischen Beglückungsversuchs…

War ich auf dem Holzweg? Wie geht es euch mit dem Gedicht? Könnt Ihr ihm etwas abgewinnen?
Bei den Schlegels soll man sich ja bei der Erstlektüre der Glocke vor Lachen gekugelt haben. Wäre mMn auch hier die richtige Reaktion. Vielleicht tu ich Schiller unrecht. Im Klassikerforum outeten sich vor einiger Zeit einige als Liebhaber der Glocke … vielleicht kann man auch den Spaziergang lieben?



Offline Sir Thomas

  • Sr. Member
  • ****
  • Posts: 401
Wie geht es euch mit dem Gedicht? Könnt Ihr ihm etwas abgewinnen?

Nein. Das ist Quark, genau wie "Die Glocke". Die gesamte Oktober-Ausgabe ist gähnend langweilig, ein weiterer Tiefpunkt. Selbst Goethes oft gelobten "Märchen" kann ich nichts abgewinnen. Gut, dass im November Schillers Aufsatz über die naiven und sentimentalischen Dichter beginnt.

Offline Gontscharow

  • Hero Member
  • *****
  • Posts: 595
X,V  Homer und Ossian von  Johann Gottfried Herder

In seiner Schrift Auszug aus einem Briefwechsel über  Ossian und die Lieder alter Völker von 1773 hatte sich Herder bereits mit den von Mac-Pherson angeblich gesammelten und zusammengetragenen Gesängen des Ossian, eines legendären Barden aus gälischer Vorzeit,  auseinandergesetzt  und auch  schon die Echtheit der Lieder angezweifelt. Gleichwohl  löste dieser Text , der zu den grundlegenden des Sturm und Drang gehört, eine Ossian-Begeisterung in Deutschland aus, die z.B im Werther ihre Spuren hinterließ, und die Produktion von Gedichten im Volksliedton, von Natur- und Geisterballaden anschob …
Hier nun, rund 20 Jahre später, scheint Herders Begeistergung für Ossian ungebrochen, wenn er sich auch wundert, dass die englisch/schottische "Philologie und Ethnologie" (sag ich jetzt mal so) es  seit der Entdeckung Ossians durch Mac-Pherson nicht zu Wege gebracht hat, Klarheit in die für die "Nationaltradition" wichtige  Echtheitsfrage zu bringen. Das Thema Nationalliteratur klingt an. Herder vergleicht mit Homer. Der habe  am Anfang der griechischen Geschichte u.a.  die erste gemeinsame Kriegsunternehmung Griechenlands beispielhaft besungen, ein Werk geschaffen, auf das man sich in der Folgezeit immer wieder beziehen konnte, das identitäts- und gemeinschaftsstiftend war etc. Ganz anders die mehr individualistisch subjektive, fragmentarische nordische Dichtung...
Herder in seinem Element! Sehr schön, wie er dem allen nachspürt und es anschaulich und inspirierend rüberzubringen versteht. 

Offline sandhofer

  • Administrator
  • *****
  • Posts: 6 765
[...] wenn er sich auch wundert, dass die englisch/schottische "Philologie und Ethnologie" (sag ich jetzt mal so) es  seit der Entdeckung Ossians durch Mac-Pherson nicht zu Wege gebracht hat, Klarheit in die für die "Nationaltradition" wichtige  Echtheitsfrage zu bringen.

Herder hätte wohl die Echtheit gewünscht, aber irgendwo hinten links fühlte der sensible Literaturkritiker, dass "Ossian" zu romantisch war, um echt zu sein. Samuel Johnson hat schon 1762 oder 1763 die Echtheit der Lieder verneint. Allerdings hat das Publikum wenig davon mitgekriegt. Herder, falls er es wusste, hat wohl Johnsons rüden Ton und dessen Behauptung, dass Gälisch eh nur eine Sprache von Barbaren sei, nicht goutiert und sich nur schon deshalb auf die Seite der Vertreter der Echtheit gestellt.
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus

Offline sandhofer

  • Administrator
  • *****
  • Posts: 6 765
Selbst Goethes oft gelobten "Märchen" kann ich nichts abgewinnen.

Ja? Einer der besten Texte Goethes - seine Lyrik inbegriffen. Sprachlich wie inhaltlich kommt hier Goethe so locker daher wie sonst kaum seit seiner Sturm-und-Drang-Zeit.
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus

Offline Gontscharow

  • Hero Member
  • *****
  • Posts: 595

Mit Goethes Märchen ging es mir  so: Vor langer Zeit gelesen, weil man’s gelesen haben musste, also eher der Pflicht gehorchend als dem inneren Triebe,  konnte ich mit dem Text nicht viel anfangen und war ziemlich ratlos, was dieser undurchdringliche Wirrwarr von offenkundig symbolischen und bedeutungsvollen Anspielungen mir sagen wollte.
Bei erneuter Lektüre vor einiger Zeit ohne Anspruch, irgend etwas verstehen oder deuten zu sollen oder zu müssen, breitete sich eine unglaubliche Ruhe in mir aus. Das Märchen wirkte wie eine Meditation, ein großes Oohm, ein Alles- wird- gut auf mich. Vielleicht war es das Versprechen des Rahmenerzählers, das Märchen werde den Zuhörer an alles und nichts erinnern. Wie in Träumen Absurdes und Widersinniges einem ganz selbstverständlich und stimmig erscheint,  hat man auch bei  dieser rätselhaften Geschichte - nicht nur die Personen sind ein Rätsel, sie bewegen sich in einer rätselhaften Landschaft, handeln rätselhaft und gehen mit rätselhaften Dingen um - das Gefühl alles passt und fügt sich. Wie Goethe das hinkriegt, ist mir ein Rätsel. Er schreibt im Nachhinein -1796 - denn auch an Wilhelm von Humboldt: Es war freilich eine schwere Aufgabe, zugleich bedeutend und deutungslos zu sein.
 Natürlich ist es ein Spiel mit bekannten Motiven aus Märchen, Mythos und Sage: Der Fährmann, der einen nur hinübersetzen kann, aber nicht zurück, die weise gute Schlange, der Goldregen, der Gründungsmythos u.v.m. Eigentlich alles kommt einem bei aller Rätselhaftigkeit  doch wieder irgendwie bekannt vor. Der Märchenerzähler hat schon recht, man fühlt sich an alles und nichts erinnert. Übrigens gibt es auch Reminiszenzen an Goethe und Umfeld: Mops und Kanarienvogel z.B.
Was mir besonders gefällt, ist das Jonglieren mit paradoxen Aussagen und Sprüchen:
„Warum kommst du [mit einer Lampe], da wir Licht haben?“ fragte der goldene König. – „Ihr wißt, daß ich das Dunkle nicht erleuchten darf.“
Oder:Indessen sagte der goldne König zum Manne: „Wieviel Geheimnisse weißt du?“ – „Drei,“ versetzte der Alte. „Welches ist das wichtigste?“ fragte der silberne König. „Das offenbare,“ versetzte der Alte. „Willst du es auch uns eröffnen?“ fragte der eherne.
Dialoge wie aus Alice in Wonderland und manchmal eine Atmosphäre wie im Sommernachtstraum und dann wieder wie bei einem vom Hofmann Goethe inszenierten  ländlichen Gartenfest…
Im September 1795 schreibt Goethe  an Schiller :
Selig sind die da Märchen schreiben, denn Märchen sind a l'ordre du jour.
Er hält es für das  Gebot der Stunde, im Märchen die Phantasie über die Widrigkeiten der Realität und  besonders der Politik triumphieren zu lassen - genau wie der alte Geistliche in den Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten, der mit seinen Erzählungen nun am Ende ist. :opa: 

Offline Gontscharow

  • Hero Member
  • *****
  • Posts: 595
Quote from:  sandhofer
« am: 29. Oktober 2013, 20.05 Uhr
Und der Höhepunkt dieser Ausgabe: Das Märchen.

…. Eine Erzählung - einfach so. Ohne moralinsaures Gedöns. M.a.W.: Das Mährchen. Besser hätte es auch Freund Wieland nicht hingebracht.

Ich würde mal sagen, er hätte es gar nicht hingebracht. Wäre ein solcher Text von Wieland vorstellbar? Ich meine, nein. Korrigier mich, wenn ich irre. Goethes Text ist vergleichsweise modern, auf jeden Fall experimentell.  Eine „Erzählung“ gegen jede Erzähltradition ohne eigentlichen Plot, auch wenn wundersame Dinge passieren, keine  Erzählhandlung mit Höhepunkt , Peripetie u. ä.,  keine Protagonisten. Eigentlich ein  oder mehrere Tableaux, lebende Bilder. Das Ende - die Unterquerung des Flusses durch den Tempel und sein sich an die Oberfläche-Drücken am anderen Ufer sowie die Metamorphose der Fährmannshütte zum Altar  nimmt  sprachlich narratorisch die special effects des Fantasy-Kinos vorweg.
« Last Edit: 31. Oktober 2013, 22.11 Uhr by Gontscharow »

Offline sandhofer

  • Administrator
  • *****
  • Posts: 6 765
Ich würde mal sagen, er hätte es gar nicht hingebracht. Wäre ein solcher Text von Wieland vorstellbar? Ich meine, nein. Korrigier mich, wenn ich irre.  Goethes Text ist vergleichsweise modern,  auf jeden Fall experimentiell. 

Hm ... Wieland war im Grunde genommen moderner als Goethe, auch was seine Erzähltechnik betrifft. Was Wieland noch zusätzlich gebracht hätte, ist die ironische Distanzierung des Erzählers von seiner Erzählung, die fehlt bei Goethe völlig. Aber Wielands "Mährchen" sind ähnlich bedeutungs- und handlunglos. Einfach Spass an der Freude.
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus

Offline Gontscharow

  • Hero Member
  • *****
  • Posts: 595
Ich würde mal sagen, er hätte es gar nicht hingebracht. Wäre ein solcher Text von Wieland vorstellbar? Ich meine, nein. Korrigier mich, wenn ich irre.  Goethes Text ist vergleichsweise modern,  auf jeden Fall experimentell. 

Hm ... Wieland war im Grunde genommen moderner als Goethe, auch was seine Erzähltechnik betrifft. Was Wieland noch zusätzlich gebracht hätte, ist die ironische Distanzierung des Erzählers von seiner Erzählung, die fehlt bei Goethe völlig. Aber Wielands "Mährchen" sind ähnlich bedeutungs- und handlunglos. Einfach Spass an der Freude.

Hm... auf welche Wielandschen Texte beziehst du dich? Auf die Märchen?  Du schreibst über sie im blog vom 12. Oktober 2013:

Wielands Märchen bzw. Liebesromane sind meiner Meinung nach nur darum auf die Nachwelt gekommen, weil sie eben von Wieland vorgetragen worden sind. [...] aber auch inhaltlich bieten diese Texte nichts Aufregendes. [...] der Inhalt in seiner Mischung von Empfindsamkeit und Ironie vermochte sowohl das einfacher gestrickte Publikum anzuziehen[...] Und weiter:
Für den heutigen Leser sind die Verwicklungen, die Wieland entwirft, eher Mühsal zu lesen; [...] Kein Wunder, sind diese Texte heute praktisch unbekannt.
« Last Edit: 31. Oktober 2013, 22.10 Uhr by Gontscharow »

Offline Gontscharow

  • Hero Member
  • *****
  • Posts: 595
Quote from:  Gontscharow Gestern um 22:02
...auf welche Wielandschen Texte beziehst du dich?

Wie dem auch sei, was ich sagen wollte: Goethe scheint mit seinem bedeutend-bedeutungslosen, spielerisch allegorischen - ich möchte fast sagen- abstrakten Text literarisch Neuland betreten zu haben und ziemlich allein dazustehen. Wie gesagt, kann mich irren, man belehre mich eines besseren.
Übrigens sind es nicht nur märchenhafte und mythologische Motivrudimente, nicht nur zeitgenössische bürgerlich höfische Spurenelemente(wie Mops und Canari),  die durch die Erzählung irrlichtern, sondern auch solche der Erd- und Naturgeschichte, der Historie, Philosophie, der Politik und  der Utopie. Denn wenn es schon keinen einzelnen Protagonisten gibt, so bildet  die anwesende Personnage inklusive Irrlichter am Ende so etwas wie den Grundstock eines Gemeinwesens, (später kommt  dann plötzlich auch noch (jubelndes)“Volk“ hinzu), dem ein Tempel und eine Brücke wird … Vorher aber gibt es dann doch noch so etwas wie Moral und den Blick in die rosige Zukunft. Der Mann mit der Lampe gibt die Devise aus:
 
Wir sind zur glücklichen Stunde beisammen, jeder verrichte sein Amt, jeder tue seine Pflicht, und ein allgemeines Glück wird die einzelnen Schmerzen in sich auflösen, wie ein allgemeines Unglück einzelne Freuden verzehrt.

Tja, im Mährchen kann man viel erzählen…

Zurück zu den Horen und zu den Unterhaltungen...  Enden sie wirklich mit dem Märchen? Zugegeben, es ist ein machtvoller Schlussakkord!  Ein Triumph der Phantasie und der Schönheit. Ganz im Sinne der Ästhetischen Erziehung. Aber was ist mit dem Rahmen? Bleibt er offen? Zumindest so etwas in der Art wie Und wenn sie nicht gestorben sind, warten sie noch immer auf die Rückkehr auf ihre linksrheinischen Besitzungen… wäre uns der Chef-Erzähler doch schuldig… Ich muss mal in einer Goethe-Ausgabe nachschlagen.

Offline sandhofer

  • Administrator
  • *****
  • Posts: 6 765
Hm... auf welche Wielandschen Texte beziehst du dich? Auf die Märchen?  Du schreibst über sie im blog vom 12. Oktober 2013:

Wielands Märchen bzw. Liebesromane sind meiner Meinung nach nur darum auf die Nachwelt gekommen, weil sie eben von Wieland vorgetragen worden sind. [...] aber auch inhaltlich bieten diese Texte nichts Aufregendes. [...] der Inhalt in seiner Mischung von Empfindsamkeit und Ironie vermochte sowohl das einfacher gestrickte Publikum anzuziehen[...] Und weiter:
Für den heutigen Leser sind die Verwicklungen, die Wieland entwirft, eher Mühsal zu lesen; [...] Kein Wunder, sind diese Texte heute praktisch unbekannt.

Die andern Märchen hatte ich schon wieder verdrängt. Ich dacht v.a. an den Oberon.
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus

Offline sandhofer

  • Administrator
  • *****
  • Posts: 6 765
Zurück zu den Horen und zu den Unterhaltungen...  Enden sie wirklich mit dem Märchen?

Es wird ebenso unvermutet angesetzt und bricht ebenso unvermutet die Unterhaltungen ab, ja.
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus

Offline Gontscharow

  • Hero Member
  • *****
  • Posts: 595
Zurück zu den Horen und zu den Unterhaltungen...  Enden sie wirklich mit dem Märchen?

Es wird ebenso unvermutet angesetzt und bricht ebenso unvermutet die Unterhaltungen ab, ja.

Nö. Eigentlich hebt das ganze mit einer  recht ausführlichen, behäbigen Exposition an:

In jenen unglücklichen Tagen, welche für Deutschland, für Europa, ja für die übrige Welt die traurigsten Folgen hatten, als das Heer der Franken durch eine übelverwahrte Lücke in unser Vaterland einbrach, verließ eine edle Familie ihre Besitzungen in jenen Gegenden und entfloh über den Rhein, um den Bedrängnissen zu entgehen, ….
Die Baronesse von C., eine Witwe von mittlern Jahren, erwies sich ….


Die Umstände, warum die Familie fliehen muss, werden geschildert, die Personen werden einzeln vorgestellt, von den Streitigkeiten wird berichtet, die der Anlass dafür sind , dass Geschichten zur Ablenkung erzählt werden, jede Erzählung wird von den Zuhörern kommentiert usw. Nur nach der letzten Geschichte, dem Märchen, hören wir nichts mehr von der Familie, der Rahmen bleibt offen -  ein Konstruktionsfehler! Hatte Goethe keine Lust mehr? Ich habe mal im Decamerone nachgeguckt. Es endet so:

Mit Tagesanbruch standen sie wieder auf und kehrten … nach Florenz zurück…

Gut, im Oktober 1795 (Erzählzeit und erzählte Zeit der Rahmenhandlung decken sich bei Goethe witzigerweise in etwa oder sind nicht weit voneinander entfernt) war dieGefahr noch nicht gebannt (im Florenz der Decamerone- Rückkehrer im übrigen auch nicht), Goethe konnte also von keiner glücklichen Rückkehr berichten, trotzdem hätte er ein Ende in irgend einer Form  finden und den Kreis schließen müssen.

__________________________________ _

Damit alles seine Richtigkeit hat, nun noch schnell X,VII: Leukothea’s Binde, den finalen Zweiteiler von Herder. Es handelt sich um keine Augenbinde, wie es gut zur Schulthematik passen würde, sondern ist eine Art magischer Schwimmgürtel, der Odysseus von der Meeresgöttin verliehen wurde, als er in ihrem Gebiet Schiffbruch erlitt, mit der Bedingung, ihn - einmal an Land -  wieder ins Wasser zurückzuwerfen.  Gar nicht so schlecht, die kleine Parabel, die ich hiermit Sir Thomas ans Herz legen möchte. ;)

Offline sandhofer

  • Administrator
  • *****
  • Posts: 6 765
Nö. Eigentlich hebt das ganze mit einer  recht ausführlichen, behäbigen Exposition an:

Ich meinte das Märchen innerhalb der Unterhaltungen ... => hier im Blog;)
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus

Offline Gontscharow

  • Hero Member
  • *****
  • Posts: 595
Ich meinte das Märchen innerhalb der Unterhaltungen ... => hier im Blog;)

Ja, das hatt’ ich mir gedacht. Aber mit  der unvollendeten Rahmenhandlung kann ich mich nach wie vor nicht abfinden. ??? Was wird aus den Personen? Im Unterschied zu den übrigen Leserundlern mag ich nämlich die Unterhaltungen, das zeitgeschichtlich nahe setting und die Personen: die lebenstüchtige, bornierte Baroness, ihre schräge Tochter, den jakobinischen Heißsporn Karl, den traurigen, insgeheim mit den Sansculotten sympathisierenden Hofmeister etc. Die sollen nun bis in alle Ewigkeit unerlöst auf ihre Rückkehr in die Heimat warten? Konsequenterweise hätte Goethe seinen Novellenkranz weiterspinnen müssen bis … die im Basler Frieden von 1795 Frankreich zugeschlagenen linksrheinischen Gebiete 1816, 1822 bzw.1871 wieder„frei“ kamen und die deutschen Ausgewanderten hätten  zurückkehren können. ;D
______________

Schön, dass  Engel mit seinem Lorenz Stark in der Zusammenfassung im Blog  doch noch  Gnade gefunden hat.
Quote from:  sandhofer im blog
…. stilistisch schreibt sich Engel, vor allem in den Dialogen, frei;

Er ist  schließlich Theatermensch.