Hallo!
Der Abschnitt über Th. v. Aquin war so schlecht nicht, er hat sich in jedem Fall positiv von so manch anderen Beschreibungen abgehoben. Neben der realen Bedeutung des Aquinaten, die durch seinen Einfluss in der katholischen Kirche bis heute andauert, ist sein tatsächliches philosophisches Denken eher bescheiden. Im Grunde müht sich Thomas um eine Rationalisierung des Glaubens, aber, wie Russel sehr richtig festhält: Ein Philosoph, der die Ergebnisse seines Denkens im voraus kennt ist kein Philosoph sondern ein Apologet. Und überall, wo er auf nur schwer zu lösende Probleme stößt, bemüht er die Heilige Schrift. Das ist billig und eines Denkers unwürdig.
Nach diesem Abschnitt werden die Denker aus dem franziskanischen Lager behandelt: Und dieses Kapitel ist einfach nur schlecht. Ein Durcheinander und Sammelsurium der Meinungen, ohne alle Struktur, wie eine Vorlesungsmitschrift, die nachträglich in vollständige Sätze gebracht wurde. R. Bacon, Duns Scotus, Occam und andere werden bunt durcheinander gemischt und in aller Kürze abgefertigt, eine Pflichtübung, um endlich zur Philosophie der Neuzeit zu kommen. Vorher kommt nun noch "Der Verfall des Papstums", wahrscheinlich reine Historie. Mal sehen.
lg
orzifar