Endlich lerne ich einen Text von jenem Heinrich Christian Boie kennen, an dessen Wohnhaus in der Barfüßerstraße in Göttingen ich so oft achtlos vorübergegangen bin, als ich dort noch wohnte. Boie war „Mentor“ der jungen Dichter des Hainbundes, von Hölty, Voss und Co. und bot ihnen in seinem Göttinger Musenalmanach ein Sprachrohr. Er gilt u.a. als Begründer der deutschen Almanachskultur, die bis zur Frühromantik andauerte.
Seine Ballade Der Pilger, inhaltlich unoriginell und formal wenig ausgereift, vermag mich jedoch nicht vom Hocker zu reißen. Erstaunlich, wie unstrukturiert und wenig pointiert hier am Vorabend des sogenannten Balladenjahrs, in dem Goethe&Schiller diese Textform zu höchster Perfektion treiben werden, noch gedichtet wird!