Nun also die
Römischen Elegien. Ich bekenne, ich verspüre eine gewisse Scheu, vielleicht auch Unlust, über die
Elegien etwas zu schreiben. Der Grund: es ist und wird unendlich viel über sie geschrieben, über die Verschmelzung des poeta doctus mit dem Gelegenheitsdichter, die Verknüpfung des individuellen Erlebens mit der augusteischen Antike, des Ephemeren mit dem Dauerhaften, über die Strenge und Traditionalität der Form und die Ungebundenheit und Modernität der Thematik. Immer wieder wird in höchsten Tönen gelobt: die unglaubliche Leichtigkeit und Mühelosigkeit der Verse, der wunderbar spielerische Umgang mit den literarischen Vorbildern, der Ton, die Atmosphäre, die Sinnlichkeit ! Ich könnte das alles nur noch mal herbeten

und just diese bewunderungswürdige Leichtigkeit durch Analyse zum Verflüchtigen bringen. Die exemplarische Interpretation der V. Elegie, die in nuce all das Gesagte enthält, in der G. "anhand" der Geliebten
den Mamor versteht und ihr die Hexameter auf den Leib zählt ? Ich würde mir vorkommen, wie im Leistungskurs Deutsch : Erläutern Sie die Liebesvorstellung und das Menschenbild Goethes anhand seiner Römischen Elegie Nr.5….

Kenntnis und Wissen um die Qualität der
Elegien bei meinen Mitlesern voraussetzend, werde ich mich also eher mit „Marginalien“ , Horentechnischem u.ä. beschäftigen...