Author Topic: Bertrand Russell: Philosophie des Abendlandes  (Read 101514 times)

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Re: Bertrand Russell: Philosophie des Abendlandes
« Reply #165 on: 15. August 2012, 07.39 Uhr »
Deshalb im übrigen auch mein leises Staunen über die Geschwindigkeit, mit der du und Thomas die Ethik Spinozas gelesen habt. Ich habe das als sehr mühselig in Erinnerung, weil man eben das gesamte System erstmal internalisieren muss, um so manchem Gedankengang folgen zu können.

Na ja, ich habe 14 Tage benötigt, um die Ethik zu lesen und zu verarbeiten. Dabei habe ich auf jede Parallellektüre verzichtet. So schnell kommt mir das nicht vor.

LG

Tom 

Offline orzifar

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Re: Bertrand Russell: Philosophie des Abendlandes
« Reply #166 on: 15. August 2012, 19.14 Uhr »
Im übrigen verstehe ich nicht, was Russel damit meint, dass im Monismus jedes Subjekt nur ein Prädikat haben könne. Wodurch Russel zu dieser Folgerung kommt, will sich mir nicht erschließen.   
In welchem Zusammenhang? Spinoza? Oder Leibniz? Ich meine, Leibniz hätte selber so etwas geschrieben, müsste aber nachlesen.

Bei Spinoza. Russel schreibt, dass dessen Metaphysik das Paradebeispiel eines logischen Monismus ist, die Welt als ein Ganzes und eine einzige Substanz, deren Teile logisch nicht allein existieren können. Und dann: "Diese Ansicht stützt sich letzten Endes auf die Überzeugung, dass jeder Satz nur ein Subjekt und ein Prädikat hat, was uns zu dem Schluss führt, dass Beziehung und Pluralität illusorisch sein müssen."

Das wird so nebenher erwähnt und ist mir auch nur aufgefallen, weil ich gerade über den Monismus von Mach lese. Diesen könnte man bezüglich der Teile entsprechend interpretieren (allerdings beschränkt sich dies nicht auf den Monismus, sondern auf sehr viele phil. Konzeptionen). Die Subjekt-Prädikat-Interpretation ist möglicherweise auf den Determinismus bezogen, obwohl sie mir auch in dieser Hinsicht fragwürdig erscheint.

Na ja, ich habe 14 Tage benötigt, um die Ethik zu lesen und zu verarbeiten. Dabei habe ich auf jede Parallellektüre verzichtet. So schnell kommt mir das nicht vor.

Ich halte das für ein durchaus rasantes Lesetempo, bedenkend, dass man für die Ethik in philophischen Seminaren oft mehr als ein Semester veranschlagt. Das Schwierige - wie Russel erwähnte - ist das Einarbeiten in eine Terminologie, ohne deren Verständnis die weiteren Ausführungen sich nicht wirklich erschließen.

lg

orzifar
« Last Edit: 15. August 2012, 19.25 Uhr by orzifar »
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Offline sandhofer

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Re: Bertrand Russell: Philosophie des Abendlandes
« Reply #167 on: 15. August 2012, 20.23 Uhr »
Hallo!

Im übrigen verstehe ich nicht, was Russel damit meint, dass im Monismus jedes Subjekt nur ein Prädikat haben könne. Wodurch Russel zu dieser Folgerung kommt, will sich mir nicht erschließen.   
In welchem Zusammenhang? Spinoza? Oder Leibniz? Ich meine, Leibniz hätte selber so etwas geschrieben, müsste aber nachlesen.

Bei Spinoza. Russel schreibt, dass dessen Metaphysik das Paradebeispiel eines logischen Monismus ist, die Welt als ein Ganzes und eine einzige Substanz, deren Teile logisch nicht allein existieren können. Und dann: "Diese Ansicht stützt sich letzten Endes auf die Überzeugung, dass jeder Satz nur ein Subjekt und ein Prädikat hat, was uns zu dem Schluss führt, dass Beziehung und Pluralität illusorisch sein müssen."

Hm ... klingt irgendwie nach Leibniz ...

Ich halte das für ein durchaus rasantes Lesetempo, bedenkend, dass man für die Ethik in philophischen Seminaren oft mehr als ein Semester veranschlagt.

Ja gut. Andererseits sind wir keine Studenten, die das widerwillig eingeträufelt erhalten müssen, sondern lesen freiwillig.  >:D

Grüsse

sandhofer
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Offline orzifar

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Re: Bertrand Russell: Philosophie des Abendlandes
« Reply #168 on: 16. August 2012, 03.25 Uhr »
Ja gut. Andererseits sind wir keine Studenten, die das widerwillig eingeträufelt erhalten müssen, sondern lesen freiwillig.  >:D

Ich habe als Student schneller gelesen als heute. Weil mit der Lektüre zumeist ein bestimmtes Ziel verbunden war, dieses Ziel zu erreichen (ein bestimmtes Maß an Verständnis, dass dann in einer Klausur überprüft wird) war Richtschnur für das Lesen. Deshalb konnte man auch manche Passage querlesen, musste bloß den Überblick bewahren. Heute lese ich normalerweise genauer, hinterfrage mehr, lasse mir mehr Zeit, wiederhole die Lektüre bestimmter, schwer verständlicher Passagen etc. So haben mich etwa die antimetaphysischen Vorbemerkungen Machs trotz ihrer relativen Kürze für längere Zeit in Anspruch genommen, ebenso geht es mir seit einiger Zeit mit der Lektüre von Brentano. Allerdings bin ich tatsächlich kein sehr effizienter Leser, sondern schlage immer wieder nach, beginne andere Bücher, verirre mich des öfteren auf philosophische Holz- oder Feldwege. Letzteren suche ich zu meiden ;).

lg

orzifar
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Re: Bertrand Russell: Philosophie des Abendlandes
« Reply #169 on: 16. August 2012, 11.23 Uhr »
Na ja, ich habe 14 Tage benötigt, um die Ethik zu lesen und zu verarbeiten. Dabei habe ich auf jede Parallellektüre verzichtet. So schnell kommt mir das nicht vor.

Ich halte das für ein durchaus rasantes Lesetempo, bedenkend, dass man für die Ethik in philophischen Seminaren oft mehr als ein Semester veranschlagt. Das Schwierige - wie Russel erwähnte - ist das Einarbeiten in eine Terminologie, ohne deren Verständnis die weiteren Ausführungen sich nicht wirklich erschließen.

Die Terminologie Spinozas ist komplex, aber man kann sie "lernen" (ähnlich wie Vokabeln). Was mein Lesetempo gesteigert hat, war die Tatsache, dass mir die grundsätzlichen Gedanken des Niederländers in ihrer Schärfe (und meinetwegen auch Kälte) sehr entgegenkommen, im Unterschied zu Descartes, dessen Gottesbeweise ich mit Zahnschmerzen bezahlt habe. Ich kann jedenfalls gut verstehen, warum sich Goethe gern bei Spinoza bedient hat, wenn auch auf seine ganz eigene Art und Weise. Aber das ist ein Kapitel für sich, über das ich erst noch etwas mehr erfahren möchte.

LG

Tom 

Offline sandhofer

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Re: Bertrand Russell: Philosophie des Abendlandes
« Reply #170 on: 17. August 2012, 07.14 Uhr »
Hallo zusammen!

Um wieder auf Russell zurück zu kommen:

Die Terminologie Spinozas ist komplex, [...]

Ich denke, da ist mein Problem mit Russells Philosophiegeschichte: Er reduziert die Komplexität und Eigenart eines Philosophen manchmal bis zur Unkenntlichkeit. Von daher wohl auch der Eindruck, er hätte bei andern Philosophiegeschichten abgeschrieben. Kollege Köllerer hat sich mal irgendwo dahingehend geäussert, dass Russells Philosophie des Abendlandes unter Philosophen vom Fach als Witz gehandelt würde. Das kann ich nicht beurteilen; zu meiner Zeit wurde Russell über seine Principia Mathematica bzw. seine Logik rezipiert. Aber ich habe schon ein bisschen den Eindruck, der englische Gentleman begreift letzten Endes nur, was in sein logisches Fachgebiet spielt. Vielleicht mein Vorurteil?

Grüsse

sandhofer
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Offline orzifar

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Re: Bertrand Russell: Philosophie des Abendlandes
« Reply #171 on: 17. August 2012, 18.27 Uhr »
Hallo!

Kollege Köllerer hat sich mal irgendwo dahingehend geäussert, dass Russells Philosophie des Abendlandes unter Philosophen vom Fach als Witz gehandelt würde.

Das sagt wohl mehr über die betreffenden "Philosophen" als über Russel aus. Dass dessen Philosophiegeschichte vielen Ansprüchen nicht zu genügen vermag, liegt auf der Hand (und am Projekt an sich), dass man sich aber darüber mokiert, hat wohl viel mehr mit dem (pseudo-)elitären Anspruchen dieser Leute zu tun, welche da ihren Beruf profaniert sehen; das will mir manchmal wie der Protest bei den ersten Bibelübersetzungen erscheinen, wenn plötzlich dem Theologen die Interpretationsoberhoheit entzogen wird. Man wacht eifersüchtig über seine Pfründe, aus Angst, dass auch der civis communis etwas von der Sache verstehen könnte (oder drauf kommt, dass da gar nicht so viel zu verstehen ist, sondern bloß mit Begriffen jongliert wird).

Wittgenstein hat Russel im übrigen diese Arbeiten ebenso vorgeworfen. Ich glaube im Gegenteil, dass es kaum etwas Wichtigeres gibt, als Wissensschaft und Philosophie in lesbarer, allgemein verständlicher Art darzustellen: Das muss längst keine Simplifizierung oder Trivialisierung sein. Aber nur durch eine solche Darstellung kann die Akzeptanz und Notwendigkeit solcher Forschungen klar gemacht werden.  Meine Erfahrung ist, dass unter Philosophen solche Darstellungen weniger despektierlich denn differenziert beurteilt und als das angesehen werden, was sie auch sind: Mehr-weniger gelungene Überblicksdarstellungen mit Verkürzugen und Fehlern, die sich bei solchen Versuchen ganz von selbst einstellen. (Das Belächeln derselben dürfte wohl eher als psychologisches Anschauungsmaterial allzu "ernsthafter" Philosophen dienen.)

Aber ich habe schon ein bisschen den Eindruck, der englische Gentleman begreift letzten Endes nur, was in sein logisches Fachgebiet spielt. Vielleicht mein Vorurteil?

Sollte dem so sein, so teilen wir dieses Vorurteil. Man spürt deutlich, wo ihm das Schreiben Spaß macht und wo er sich seiner Aufgabe als einer Art Pflichterfüllung entledigt.

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Re: Bertrand Russell: Philosophie des Abendlandes
« Reply #172 on: 18. August 2012, 19.16 Uhr »
Wittgenstein hat Russel im übrigen diese Arbeiten ebenso vorgeworfen.

Wobei sich die beiden sehr rasch nach auseinanderlebten, nachdem ihr beidseitiges Interssengebiet (die Logik) für beide nicht mehr im Mittelpunkt ihrer Aktivitäten stand.  >:D
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Offline sandhofer

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Re: Bertrand Russell: Philosophie des Abendlandes
« Reply #173 on: 19. August 2012, 15.57 Uhr »
Der philosophische Liberalismus

Ein kurzes Kapitel, aber das erste, in dem Russell seinen Anspruch den Zusammenhang der Philosophie des Abendlandes mit der politischen und sozialen Entwicklung darzustellen, erfüllen kann. Zufall, dass es gerade um die Epoche geht, in der England bzw. Grossbritannien seine bis heute gültige politische Form angenommen hat? Jedenfalls kann Russell den Zusammenhang zwischen Politik und Ökonomie, Praxis und Theorie recht gut darstellen. Sicher, das Kapitel ist kurz und verdiente eine eigene Monografie (die sicher mittlerweile existiert). Aber für das angestrebte Ziel einer Darstellung der europäischen Philosophie über rund 2'500 Jahre stimmt die Länge.

Grüsse

sandhofer
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Re: Bertrand Russell: Philosophie des Abendlandes
« Reply #174 on: 22. August 2012, 03.19 Uhr »
Hallo!

Leibniz gehört für mich zu den eher rätselhaften Philosophen. Weder seine Schriften noch Sekundärliteratur haben bisher viel beigetragen zu meinem Verständnis. Und im Grunde hat sich das auch durch dieses Kapitel nicht wirklich geändert (eher im Gegenteil durch Russels Verweis auf die "esoterischen", der Nachwelt weitgehend unbekannten Schriften).

Obwohl Leibniz von der Mathematik und Logik kommt (ich kenne etwa seine Konzeption des dualen Systems, die damals revolutionär war), verliert er sich nach meinem Dafürhalten in mehr als abenteuerliche Spekulationen metaphysischer Art. Blinde, fensterlose Monaden, deren Zahl schier unendlich ist, unterschiedlicher Qualität, ohne die Möglichkeit einer Interaktion, hingegen jede ein für sich gespiegeltes Universum besitzend - da kann ich bestenfalls noch Ursachenforschung betreiben. Warum man denn zu solch abenteuerlichen Ideen kommt. Wirklich plausibel wird das auch durch Russels Darstellung nicht, seine (Leibniz') logischen Ideen scheinen durchdacht, die Folgerungen hingegen seltsam. Immer wieder wird man gezwungen, bestimmte Axiome der Theorie als wahr zu akzeptieren, anderenfalls die ganze Sache zu einem Schaumgebilde wird (was sie denn wohl auch ist). Auch vermag ich nicht zu erkennen, inwieweit Leibniz neue Überlegungen in Sachen Gottesbeweis eingebracht hat, das von Russel Referierte kann dieses Neue kaum sein (bei Röd werde ich da wohl eher fündig werden, er hat ihm einen ganzen Abschnitt gewidmet).

Und so bleibt mir weiterhin nichts als die beste aller Welten und Voltaires Pangloss nebst prästabilierter Harmonie (wobei mich die immer an Malebranches Okkasionalismus erinnert, andere Leibnizsche Ideen an die von Spinoza: Auch Russel spielt darauf an, dass der gute Leibniz ein bisschen was geklaut haben könnte). Vielleicht kann mein Leserundenkollege mir das eine oder andere Werk Leibniz' schmackhaft machen, obwohl ich mittlerweile die Befürchtung hege, ohne allzu intensiven Kontakt mit dem Keks-Doppelgänger ins Grab zu sinken.

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Re: Bertrand Russell: Philosophie des Abendlandes
« Reply #175 on: 22. August 2012, 07.01 Uhr »
Hallo!

Vor der Theodizee stehe ich im Moment auch ziemlich ratlos. Seine Monadologie beschreibt sein System relativ leicht verständlich. Dort aber verzichtet er auf Gottesbeweise, sondern stellt wirklich nur seine Modaden vor. Ich vermute, den esoterischen Leibniz kennt man heute ebenfalls, da ist wohl nichts mehr "esoterisch". Ich hoffe, in den weiteren Bänden meiner Ausgabe, wo auch Briefe mit drin sind, zu diesem esoterischen Leibniz was zu finden.

Grüsse

sandhofer
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Re: Bertrand Russell: Philosophie des Abendlandes
« Reply #176 on: 26. August 2012, 15.22 Uhr »
13 - Lockes Erkenntnistheorie

Mit dem englischen Empirismus ist Russell definitiv in seinem Element. Das sind Leute, die er kennt und deren Gedankenwelt er wohl von klein an aufgesaugt hat. Er akzeptiert dementsprechend, dass Locke in seiner Erkenntnistheorie grobe Widersprüche duldet und letztlich dem "gesunden Menschenverstand" mehr Gewicht zuspricht als dem systematischen Denken. Das mag richtig sein, ersteres wundert mich aber doch ein wenig bei einem Philosophen von Zunft. Im übrigen geht es Russell in diesem Kapitel aber weniger um die Erkenntnistheorie Lockes als um dessen politischen Philosophie und Ethik. Auch wenn er dann ersterer nochmals das folgende Kapitel offiziell widmet.

Im übrigen merke ich, dass meine Lektüre von Lockes Essay Concerning Human Understanding zu lange her ist ...
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Re: Bertrand Russell: Philosophie des Abendlandes
« Reply #177 on: 26. August 2012, 19.46 Uhr »
Scheibenkleister. Da will ich nichts ahnend friedlich in meiner Leibniz-Ausgabe weiterfahren - und was kommt als nächstes? Neue Abhandlungen über den menschlichen Verstand. Leibniz' Antwort auf Lockes An Essay Concering Human Understanding. Jetzt muss ich Locke doch nochmals lesen. Hat jemand Lust mitzutun? Und eventuell vorher noch etwas von Hobbes? Den Leviathan oder De Cive? Scheibenkleister ...
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Re: Bertrand Russell: Philosophie des Abendlandes
« Reply #178 on: 27. August 2012, 02.18 Uhr »
Hallo!

Zu dem Kapitel des "philosophischen Liberalismus": Damit konnte ich nun gar nichts anfangen. Eigentlich will er da gleich ein paar Jahrhunderte erledigen, erwähnt aber dann doch nur einige Einzelheiten. Natürlich - wie du schreibst: Das wäre Aufgabe für ein umfangreiches Werk. Aber in dieser Form hätte es keines Kapitels bedurft: Das waren ein paar zusammengekleisterte Bemerkungen.

Sollten wir den Locke lesen, werde ich mir mit diesem kommenden Kapitel Zeit lassen.

lg

orzifar
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Re: Bertrand Russell: Philosophie des Abendlandes
« Reply #179 on: 02. September 2012, 16.13 Uhr »
Hallo!

Das Kapitel über Lockes politische Philosophie ist eines der längsten und ausführlichsten in der ganzen Philosophiegeschichte Russells. Man merkt, dass Locke einer seiner Lieblinge ist und dass er sich offenbar mit diesem Text ("Treatises on Government") intensiv auseinandergesetzt hat. Locke gilt ihm also als der eigentliche Ahnherr der modernen Gewaltenteilung, auch wenn er den zugrundeliegenden Staatsvertrag nicht erklären kann. Naturrecht vs. Naturzustand sind zwei weitere Stichworte, wobei das offenbar eine Interpretation von Lockes Lehre ist. Kennst Du Lockes politische Philosphie? - Ich werde mich demnächst mal an seine Erkenntistheorie machen müssen ...

Grüsse

sandhofer
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