Hallo!
@Anita: Der stille Don wartet nun seit 30 Jahren (vielleicht der Stille wegen), wäre schön, wenn es dieses Jahr klappen würde. Termin ist bei mir so genau nicht, außer ich stecke gerade in einem anderen sehr umfangreichen Werk. Den Gontscharow habe ich nur in einer Insel-TB-Ausgabe. Gibt es einen speziellen Grund, die neue Übersetzung zu lesen?
@mombour: Du hast dir mit dem Heidegger aber auch ein äußerst sperriges, umfangreiches Werk ausgesucht. Trotzdem möchte ich einen - gewagten - Vorschlag machen: I. Kants Kritik der reinen Vernunft zu lesen. Da es so viel Grundlegendes für die philosophische Entwicklung bis zur Gegenwart enthält, schiene es mir ein lohnenswertes, wenn auch anstrengendes Unterfangen. Mir schwebt auch eine Art Einleitung zur KrV vor, die ich auf die Hauptseite stellen möchte, allerdings ist das mit nicht unerheblicher Arbeit verbunden und könnte noch einige (viel) Zeit in Anspruch nehmen.
Weitere, wesentlich lesbarere Vorschläge:
K. Popper: Die offene Gesellschaft und ihre Feinde
J. St. Mill: Utilitarismus
B. Russel: Einführung in die mathematische Philosophie
A. Schopenhauer: Über die vierfache Wurzel des Satzes vom Grunde
Sämtliche Schriften von D. Hume würden sich für Leserunden eignen.
Topitsch: Ursprung und Ende der Metaphysik
ev. mal Nietzsche (Die fröhliche Wissenschaft)
Dann ein Projekt, zu dem mich orzifar jr. angeregt hat, sich nach der abendlichen Lesestunde an mich kuschelnd und wie immer seinen Tag Revue passieren lassend. Die Tage sind ihm zu kurz, das Leben ein einzig Genießen (was sich in Sätzen ausdrückt wie "danke, dass ihr mich auf die Welt gebracht habt ...") und so will er denn wissen, wann genau wir wieder ins Wassermuseum gehen. Meine Erklärungen ob des Schlafens, des Verbringens weiterer Tage usf. nimmt er ungeduldig hin, um mich schließlich zu unterbrechen: Was ist denn das eigentlich, die Zeit?? Und da sich Dinge häufig durch ihre Abwesenheit erklären lassen, versucht er sich vorzustellen, wie das denn wäre so ganz ohne Zeit und murmelt "hm, hm ... komisch ...".
Ergo:
Kip S. Thorne: Gekrümmter Raum und verbogene Zeit
Zoll (Hg.): Zerstörung und Wiederaneignung von Zeit
Peter Eisenhardt: Der Webstuhl der Zeit
Julius T. Fraser: Die Zeit
Coveney/Highfield: Anti-Chaos. Der Zeitpfeil in der Selbstorganisation des Lebens
Gerhard Dohrn-van Rossum: Die Geschichte der Stunde
Diverses:
Kieckhefer: Die Magie des Mittelalters
Greve/Schnabel: Emergenz
Feyerabend: Erkenntnis für freie Menschen
Janik/Toulmin: Wittgensteins Wien
Ifrah: Universalgeschichte der Zahlen
Pichot: Die Geburt der Wissenschaft
Seit einiger Zeit am Lesen und hellauf begeistert von Minois' Geschichte des Atheismus. Selten eine so klare, konzise, objektive Analyse der Entstehung von Mythen und Glaubensvorstellungen gelesen - ohne alle Polemik (die mich gar nicht stören würde). Ärgerlich nur, dass dieses Werk (wie auch seine Geschichte des Selbstmords) nicht mehr aufgelegt wird und antiquarisch 120 (!!) Euro kostet. Eigentlich auch unbegreiflich, da Minois' Bücher sehr lesbar sind und trotzdem wissenschaftlichen Standards genügen.
Und bei all dem habe ich jetzt sicher noch unzählige Bücher vergessen, welche ich ebenfalls zu lesen mir vorgenommen habe.
lg
orzifar