Ich nähere mich so langsam Lichtenbergs letztem Lebensjahr. Lichtenbergs eigene Briefe sind meist naturwissenschaftlichen Inhalts und gehen an Kollegen; seine privaten Briefe (an seinen einzig verbliebenen Bruder, seinen Neffen und an seinen Verleger, Dieterich, wenn der mal auf einer Messe ist) haben irgendwie auch den Schwung und Elan der frühen Briefe verloren. Und den Witz. Nun ja - die politische Situation während und nach den Koalitionskriegen gegen Frankreich ist ernst und bedrohlich, Lichtenbergs Gesundheitszustand auch nicht der beste. Bürger und Forster sind gestorben, mit letzterem war der Kontakt schon länger abgerissen. Der dezidierte Anti-Revolutionär Lichtenberg hat Forsters Wendung zur Revolution nicht verstanden und sie dem Einfluss von Forsters Frau zugeschrieben. Ich habe den Eindruck, dass Lichtenberg beginnt, sich einsam zu fühlen...