Bevor es wieder heißt : Habe Stück … verbloggt ( pardon, aber ich lese immer verbockt), noch schnell ein paar Anmerkungen zum letzten Beitrag des Märzheftes, den Kostproben August-Wilhelm-Schlegelscher Shakespeare-Übersetzungskunst. Neben seiner interkulturell überaus fruchtbaren Beziehung zu Mme de Stael ist es wohl seine Shakespeare-Übersetzung, (später als Schlegel-Tieck-Ausgabe erschienen), die am nachhaltigsten zu seinem Nachruhm beigetragen hat. Dabei gab es seit Lessings 17. Literaturbrief von 1759 ja schon jede Menge Eindeutschungen des verehrten Dichters. Von Wieland etwa oder von Eschenburg, Eckert, Sievers, Voß …
Was ist das Besondere an Schlegels Übersetzung? Dass sie metrisch ist und eigentlich eine Nachdichtung? Wenn ich ehrlich bin, hat die Schlegelsche Übersetzung (als einzig verfügbare) mich früher eher davon abgehalten, Shakespeare zu lesen. Immer wenn ich es versuchte, scholl mir dieses geschwollene, in Verse gezwängte Deutsch des ausgehenden18./ Anfang 19. Jahrhunderts entgegen : Obs edler im Gemüt, die Pfeil und Schleudern/Des wütenden Geschicks erdulden oder,/Sich waffnend gegen eine See von Plagen,/Durch Widerstand sie enden? …
Shakespeare habe ich, wenn überhaupt, in der Schule durch seltene Shakespeare-Lektüre im Original, im Theater durch eigens für die einzelnen Inszenierungen angefertigte Übersetzungen lieben und schätzen gelernt. Die Schönheit und Einfachheit von Shakespeares Sprache ist mir aber zum ersten Mal so richtig erst durch Polanskis Macbeth-Film aufgegangen, den ich vor langer Zeit in London gesehen habe: Life's but a walking shadow,/…it is a tale told by an idiot,/ full of sound and fury, signifying nothing……Give sorrow words. The grief that does not speak./ Whispers the o'erfraught heart and bids it break…
Zurück zu August Wilhelm Schlegel. Christian Köllerer wunderte sich vor einiger Zeit anlässlich einer Shakespeare-Aufführung darüber, wie gut und geschmeidig die Übersetzung von Schlegel sei, man müsse sie hören, um ihren Wert richtig einzuschätzen.
Wie geht und ging es euch mit der Shakespeare-Übersetzung Schlegels?
Allgemein ist auffällig, dass Ende des 18., Anfang des 19.Jahrhunderts viele Werke der „Weltliteratur“in Deutschland nicht nur übersetzt, sondern auch metrisch nachempfunden , nachgedichtet werden. Suche um Anschluss an die Weltliteratur?