Und zwei weitere gute Essays über Metastastio und über die beiden Selbstmörder Klaus Mann und Cesare Pavese. Mag Raeber auch im ersten, über Metastastio, sich in der Hoffnung, man würde dessen Werk im 20. Jahrhundert wieder positiver beurteilen können, als es der Romantik und den folgenden Generationen möglich war, getäuscht haben. Er mag die Rolle eines auf Form und Ritual basierenden (ich möchte es "katholisch" nennen) Kunstverständnisses zu hoch eingeschätzt haben, hat wohl auch pro domo gesprochen, indem auch sein Kunstverständnis, seine Art zu schreiben, nicht akzeptiert wurde. Erst die Postmoderne, Umberto Eco (den er in seinen Tagebüchern in einem Nebensatz vernichtend kritisiert) allen voran, hat die Türen für eine Kunst à la Raeber geöffnet. (Wovon er oder wenigstens sein Nachruhm allerdings auch postum nicht mehr profitieren kann, schade.) Aber selbst nach Eco bleibt Metastasio aussen vor.
Beide Essays im übrigen, wenn auch keine Literatur, so doch guter literarischer Journalismus.