Kommt hinzu, dass Raeber ein äusserst sprachgewaltiger Autor ist. Und das heisst nicht "redselig". Man stelle sich vor, dass Das Ei ursprünglich über 800 Manuskriptseiten umfasste, die Raeber in 5 Jahren Arbeit auf etwas über 200 Druckseiten kondensierte. Auch seine Lyrik (und Raeber kommt eigentlich von daher) zeichnet sich durch ungeheure Reduktion aus, ohne dass ein irgendwie gearteter Minimal-Stil à la Hemingway zu erkennen wäre.
(Daneben: Markanter Gebrauch des Konjunktiv, weil seine Geschichten eben nicht linear fortschreitende Gebilde sind, sonder eher Gedankenspiele im Sinne von "Es hätte so, es hätte aber auch ganz anders sein können. Oder ähnlich." Wenn Vaihinger der Philosoph des Als Ob war, könnte man Raeber den Poeten des Als Ob nennen. Veränderung, Metamorphose als poetologisches Programm. Ovid als Ausgangspunkt, Borges als Anreger.)
Der Gedanke an den Gebrauch bewusstseinsverändernder Drogen liegt nahe, besonders zu jener Zeit. Allerdings war Raeber die Generation der Väter. Seine differierende Sichtweise auf die Dinge stammt wohl eher daher, dass er als dem Jesuitenorden (und damit dem Christentum) Entlaufener und Schwuler vieles, praktisch alles, aus einem andern Blickwinkel sehen musste als seine Zeitgenossen. So zitiert er zwar die Beatles, aber nicht "Lucy in the Sky with Diamonds" ... Und seine Anregungen holt er neben Borges aus der Legenda Aurea des Jacobus de Voragine ...