Author Topic: Kuno Raeber  (Read 14250 times)

Offline orzifar

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Re: Kuno Raeber
« Reply #15 on: 04. Januar 2012, 23.43 Uhr »
Hallo!

Ich bin erschüttert. Nach dem Emigrantenliteratur-Vorwurf, den Thelen sich von Richter gefallenlassen musste, einmal mehr ein Hinweis darauf, wie provinziell und nazi-infiziert die Gruppe 47 noch war!
Warum hatte der Schweizer Raeber, der damals als Lyriker schon einen Namen hatte, es eigentlich nötig, sich vor diesen ehemaligen Hitlerjungen, Wehrmachts - und WaffenSS-Angehörigen zu demütigen?

Ob die wenig ruhmreiche Vergangenheit von Jens hier eine Rolle spielt weiß ich nicht. Ich glaube, dass diese Art des Verurteilens und Verächtlich-Machens durch scheinbar arrivierte Kritiker oder Schriftsteller ständig vorkommt, in der Literatur- und Kunstszene vielleicht mehr als in allen anderen Bereichen. Ein (junger, neuer) Schriftsteller muss - von Ausnahmen abgesehen - eine sehr dicke Haut, wenig Rückgrat und einiges an Speichelleckerei aufbringen, um in der "Szene" zu reussieren. Und ich kenne einige, denen dies nach ersten Gehversuchen zutiefst zuwider war und von denen man nie wieder etwas gehört hat.

Die Gruppe 47 hat ganz offensichtlich auch so funktioniert, ein Klüngel an Eitelkeiten, die sich bestenfalls untereinander Preise verleihen und jene, die nicht der allgemein anerkannten Vorstellung entsprechen, nicht durch Argumente sondern durch ihre Macht abqualifizieren. Dies ist in solchen (künstlerischen) Bereichen noch leichter als anderswo, da allgemein verbindliche Kriterien bezüglich Qualität nicht vorhanden sind. Die Gruppe 47 als eine Art Jury einer Superstarsuche (wie sie etwa beim Bachmann-Preis praktiziert wird), öffentliches Zurschaustellen - und wer kein Exhibitionist und Selbstdarsteller ist, fällt durch. Raeber kenne ich nicht, bei Thelen aber ist dies offensichtlich: Der Mann konnte sehr viel besser schreiben als viele seiner bekannteren Kollegen, sich aber sehr viel weniger gut verkaufen. Es ist eine Mär (u. a. von MRR in die Welt gesetzt), dass sich Qualität immer durchsetzen würde. Gerade dieser hatte mit Toleranz und Objektivität wenig am Hut.

lg

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Offline sandhofer

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Re: Kuno Raeber
« Reply #16 on: 05. Januar 2012, 07.27 Uhr »
Hallo!

Es ist eine Mär (u. a. von MRR in die Welt gesetzt), dass sich Qualität immer durchsetzen würde.

Mag sein, dass dies in the long run sogar stimmt. Nicht aber an solch kurzfristigem Denken verbundenen Aktivitäten wie den Treffen der Gruppe 47 oder den Lesungen für den Bachmann-Preis. Und selbst dann. Wo wären Hölderlin (und ich glaube auch: Jean Paul) heute, wenn nicht vor rund 100 Jahren ein Stefan George mit seinem ganzen, damals nicht unbedeutenden Gewicht ihn nicht wieder aus der dem Schwaben von den Klassikern bereiteten Grab auferweckt hätte?

(Ich habe das Buch jetzt zu Hause, aber ich werde das Zitat nachreichen. In einem seiner Essays über Ingeborg Bachmann, mit der er befreundet war, schildert Kuno Raeber ein kurzes Zusammentreffen seiner Freundin mit Heimito von Doderer, der damals schon arriviert war. Scheint sich auch nicht sehr fein benommen zu haben, der Ritter ...)

Grüsse

sandhofer
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Offline orzifar

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Re: Kuno Raeber
« Reply #17 on: 05. Januar 2012, 17.21 Uhr »
Hallo,

natürlich wirst du leicht Gegenbeispiele finden, während es mir an solchen gebricht: Denn könnte ich sie anführen, wären sie als Beispiel für meine These nicht mehr zu gebrauchen. Und alles, was schließlich doch zu Berühmtheit gelangt (wann auch immer und mit welcher Verzögerung), ist immer ein Beweis für das endliche Entdecken verkannter Literaten.

Was ich meinte: Ich weiß von Leuten, die nach kurzer Zeit der Bekanntschaft mit dem Literaturbetrieb sich einfach zurückzogen, auf jedes Schreiben verzichteten, da ihnen der Preis für Bekanntwerden, Veröffentlichung etc. einfach zu hoch war bzw. sie um nichts in der Welt die Anforderungen erfüllen wollten. Die kann man dann ganz einfach nicht entdecken, da es sie nicht gibt. Und da werden sicherlich einige Raeber und Thelen darunter sein. Ist vielleicht ähnlich wie in der Politik (wenngleich dort noch sehr viel schlimmer): Um es zu einer einflussreichen Position zu bringen, muss zuerst vieles an Prinzipien über Bord geworfen werden, müssen Dinge vertreten werden, die nicht im Sinne des Betreffenden sind. Tut er dies nicht, wird man von ihm nie Kenntnis erhalten.

lg

orzifar
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Offline sandhofer

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Re: Kuno Raeber
« Reply #18 on: 05. Januar 2012, 19.29 Uhr »
Hallo!

Da hast Du mich missverstanden. Was ich meinte: Es mag sein, dass sich ein ungerades Mal Qualität wirklich von alleine durchsetzt. Meist braucht es aber einen oder mehrere Lobbyisten, damit wir auf so jemand aufmerksam werden. Und wenn das Autoren-Mobbing umgekehrt funktioniert, und gar so, dass einer aufhört zu schreiben ... Statistisch gesehen müssen unter den Aufhörern weitere Raebers und Thelens sein ...

Grüsse

sandhofer
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Offline sandhofer

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Re: Kuno Raeber
« Reply #19 on: 05. Januar 2012, 19.37 Uhr »
Und hier das versprochene Zitat:

"Eines Abends trafen sich eine Anzahl Freunde und Bekannte in meiner Wohnung [in München - sandhofer], darunter auch Heimito von Doderer. Dieser gefiel sich in der Rolle eines Altmeisters der Literatur und sparte nicht mit abfälligen Bemerkungen über die jungen österreichischen Schriftsteller. Er würdigte Ingeborg Bachmann kaum eines Blickes, ließ nur eine sehr böse, eiskalte Bemerkung über sie fallen. Ich weiß nicht mehr, was er genau gesagt hat. Es war aber so schlimm, daß sie in Tränen ausbrach."

Auctor auctori lupus ...
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Offline orzifar

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Re: Kuno Raeber
« Reply #20 on: 06. Januar 2012, 01.23 Uhr »
Und hier das versprochene Zitat:

"Eines Abends trafen sich eine Anzahl Freunde und Bekannte in meiner Wohnung [in München - sandhofer], darunter auch Heimito von Doderer. Dieser gefiel sich in der Rolle eines Altmeisters der Literatur und sparte nicht mit abfälligen Bemerkungen über die jungen österreichischen Schriftsteller. Er würdigte Ingeborg Bachmann kaum eines Blickes, ließ nur eine sehr böse, eiskalte Bemerkung über sie fallen. Ich weiß nicht mehr, was er genau gesagt hat. Es war aber so schlimm, daß sie in Tränen ausbrach."

Kann man sich bei Doderer gut vorstellen, selbstherrliches Macho-Gehabe, das die Verletzlichkeit eines anderen ohne viel Federlesens einer Formulierung, Pointe opfert. Ein liebenswerter Zeitgenosse war er nicht ...

lg

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Offline sandhofer

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Re: Kuno Raeber
« Reply #21 on: 06. Januar 2012, 12.45 Uhr »
Arno Schmidt - der, nebenbei, von Anfang an nichts mit der Gruppe 47 zu tun haben wollte - hat irgendwo sinngemäss geschrieben, dass ein Autor im "echten Leben" nicht liebenswürdig sein könne, weil er seine ganze Kraft auf seine Figuren und seinen Text verwenden müsse. Da bleibe nichts mehr über.  ;)
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Offline sandhofer

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Re: Kuno Raeber
« Reply #22 on: 07. Januar 2012, 16.37 Uhr »
Hallo!

Raebers Essays, in Band 5, sind allerdings weniger prickelnd. Guter literarischer Journalismus halt. Am interessantesten - für mich als Landsmann - seine Auslassungen über die Schweiz, die deutsche Schweiz und das Verhältnis der Deutschschweizer zur hochdeutschen Muttersprache, dem Dialekt, dem deutschen Staat ... dazu werde ich wohl bei Gelegenheit ein paar Worte im Blog verlieren.

Grüsse

sandhofer
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Offline Gontscharow

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Re: Kuno Raeber
« Reply #23 on: 08. Januar 2012, 01.31 Uhr »
Ich bin erschüttert. Nach dem Emigrantenliteratur-Vorwurf, den Thelen sich von Richter gefallenlassen musste, einmal mehr ein Hinweis darauf, wie provinziell und nazi-infiziert die Gruppe 47 noch war!
Warum hatte der Schweizer Raeber, der damals als Lyriker schon einen Namen hatte, es eigentlich nötig, sich vor diesen ehemaligen Hitlerjungen, Wehrmachts - und WaffenSS-Angehörigen zu demütigen?

Ob die wenig ruhmreiche Vergangenheit von Jens hier eine Rolle spielt weiß ich nicht. Ich glaube, dass diese Art des Verurteilens und Verächtlich-Machens durch scheinbar arrivierte Kritiker oder Schriftsteller ständig vorkommt, in der Literatur- und Kunstszene vielleicht mehr als in allen anderen Bereichen. Ein (junger, neuer) Schriftsteller muss - von Ausnahmen abgesehen - eine sehr dicke Haut, wenig Rückgrat und einiges an Speichelleckerei aufbringen, um in der "Szene" zu reussieren.

Das mag sein – was mich erschüttert, ist ein Begriff wie Päderastenprosa, der mit Literatur nichts und mit Ausgrenzung viel zu tun hat. Generationen von Bundesdeutschen wurde die Gruppe 47 als Garant einer neuen, vom Ungeist der Vergangenheit befreiten Literatur, als moralisch integere intellektuelle Avantgarde verkauft. Wenn dann so tröpfelweise herauskommt, dass diffamierende Termini aus dem Wörterbuch des Unmenschen an der Tagesordnung waren mit dem Ziel, gewisse Leute, nämlich Widerständigere, weniger Involvierte, Weltläufigere außen vor zu halten, ist das schon bedenklich. Celan, Thelen, Raeber u. a. bekamen das zu spüren. Viel wurde bei dem vielgerühmten  Neuanfang bzw. Kahlschlag unter den Teppich gekehrt und verdrängt, anders ist es nicht zu erklären, dass  etliche „Mitglieder" der Gruppe  sich erstaunt die Augen gerieben haben, als (nach 1990) ihre Partei-Mitgliedschaft u.a. bekannt wurde, die sie ganz "vergessen"hatten. Fast kommt man in Versuchung, die Alzheimer- Erkrankung wie Sohn Tilman zu erklären.

Neben Alexius das beste, was ich bis jetzt gelesen habe: Wirbel im Abfluß (seinerzeit bei Amman unter dem Titel Sacco di Roma erstveröffentlicht)...

Ich bin auch ganz angetan von Alexius! Die einzelnen Kapitel könnte man auch separat lesen. Wunderbar, wie Geschichtliches, Mythologisches und Gegenwärtiges ineinander verwoben wird! Ja, es erinnert an Borges, wobei mir dessen eigenartige Geschichten doch noch etwas besser gefallen. Auf jeden Fall werde ich noch Sacco di Roma lesen, Rom-Fan, der ich bin bzw. durch Alexius wieder geworden bin, wie auch Jerusalem- ,New York- und Venedig-Fan. ;)
 

Offline orzifar

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Re: Kuno Raeber
« Reply #24 on: 08. Januar 2012, 01.50 Uhr »
Das mag sein – was mich erschüttert, ist ein Begriff wie Päderastenprosa, der mit Literatur nichts und mit Ausgrenzung viel zu tun hat. Generationen von Bundesdeutschen wurde die Gruppe 47 als Garant einer neuen, vom Ungeist der Vergangenheit befreiten Literatur, als moralisch integere intellektuelle Avantgarde verkauft. Wenn dann so tröpfelweise herauskommt, dass diffamierende Termini aus dem Wörterbuch des Unmenschen an der Tagesordnung waren mit dem Ziel, gewisse Leute, nämlich Widerständigere, weniger Involvierte, Weltläufigere außen vor zu halten, ist das schon bedenklich. Celan, Thelen, Raeber u. a. bekamen das zu spüren. Viel wurde bei dem vielgerühmten  Neuanfang bzw. Kahlschlag unter den Teppich gekehrt und verdrängt, anders ist es nicht zu erklären, dass  etliche „Mitglieder" der Gruppe  sich erstaunt die Augen gerieben haben, als (nach 1990) ihre Partei-Mitgliedschaft u.a. bekannt wurde, die sie ganz "vergessen"hatten. Fast kommt man in Versuchung, die Alzheimer- Erkrankung wie Sohn Tilman zu erklären.

Bedenklich ist ja noch ein sehr zarter Ausdruck dafür. Es ist einfach widerlich und abstoßend - und dies umso mehr, als diese Leute mit einem moralischen Anspruch auftraten. Und der Nationalsozialismus wurde stets benutzt, um sich selbst Erhabenheit zu konzedieren: Man lege mit tränenschwerer Stimme einen Kranz in Auschwitz nieder, ist hauptberuflich gedenktagserschüttert, um von den kleinen und großen Bösartigkeiten und Heucheleien abzulenken - und im Zweifelsfall kann man die Teilnahme an diesem öffentlichen Erschüttertsein ins Feld führen für die eigene untadelige Gesinnung.

lg

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Re: Kuno Raeber
« Reply #25 on: 15. April 2012, 07.31 Uhr »
Gestern habe ich mit den beiden Bänden aus Raebers Nachlass begonnen. Den Gymnasiasten, den Studenten und den jungen Ehemann, der zwecks Ernährung seiner und seiner Familie noch einen Job im Wissenschaftsbetrieb sucht, habe ich hinter mir; jetzt bis ich in dem Lebensabschnitt, wo er seine Homosexualität entdeckt. Komischerweise habe ich beim Lesen seiner Briefe und Tagebucheinträge tatsächlich den Eindruck, dass da irgenwie Knall auf Fall ein Hebel umgelegt worden ist. Nachdem er versteckt zugegeben hat, schon mit 3 oder 4 onaniert zu haben, finden sich nur (allerdings recht zahme) Fantasien über nackte Frauen. Kann eine rigide sexualfeindliche Erziehung, wie sie Raeber "genossen" hat, tatsächlich dazu führen, dass, was sich auszudrücken wagt, dies in konventionellen Bahnen tut?

Dazwischen Raebers kurzfristig wieder abgebrochener Versuch, Jesuit zu werden. Da erfährt der Leser leider auch nicht mehr. Dokumente aus jener Zeit scheinen, wenn sie je existierten, noch von Raeber selber, wahrscheinlich zeitnah, vernichtet worden zu sein.
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Offline sandhofer

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Re: Kuno Raeber
« Reply #26 on: 17. April 2012, 19.41 Uhr »
Ich habe selten einen Schriftsteller gelesen, der sich um seine Position, um Lyrik oder Prosa soviel Gedanken macht wie Raeber ...
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Re: Kuno Raeber
« Reply #27 on: 18. April 2012, 02.00 Uhr »
Ich habe selten einen Schriftsteller gelesen, der sich um seine Position, um Lyrik oder Prosa soviel Gedanken macht wie Raeber ...

Das kann nun fruchtbar - oder furchtbar sein. Meistens letzteres. Und bei Raeber?

lg

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Re: Kuno Raeber
« Reply #28 on: 18. April 2012, 12.55 Uhr »
Das kann nun fruchtbar - oder furchtbar sein. Meistens letzteres. Und bei Raeber?

Da seine Position ausserhalb dessen steht, was damals als "modern + gut" galt: Eigentlich schon fruchtbar. Wir würden heute Raeber wohl in den Zusammenhang des magischen Realismus stellen; Borges war einer von Raebers Lieblingen und der Argentinier hat ja seinerseits den magischen Realismus befruchtet. Da musste sich Raeber schon immer wieder in Frage stellen. Ausserdem kommt hinzu, dass die Herausgeber nur Bruchstücke seiner Tagebücher und Briefe veröffentlicht haben. Da ging wohl sicher viel Furchtbares verloren.  ;D
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Re: Kuno Raeber
« Reply #29 on: 20. April 2012, 08.56 Uhr »
Ich habe selten einen Schriftsteller gelesen, der sich um seine Position, um Lyrik oder Prosa soviel Gedanken macht wie Raeber ...

Raeber kenne ich zwar nicht, aber Gottfried Benn gehört auch zu jenen, die andauernd über Lyrik, Kunst etc. sinniert haben. Das essayistische Werk Benns ist jedenfalls vom Umfang her drei bis vier mal größer als der lyrical output.

LG

Tom