Author Topic: Jacques Chessex: L'ogre (Der Kinderfresser)  (Read 24959 times)

Offline Anita

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Re:Jacques Chessex: L'ogre (Der Kinderfresser)
« Reply #15 on: 04. März 2010, 20.09 Uhr »
Hallo,

Quote from: “Chessex“
… ich habe nichts getan, ich bin sauber, sauber bin ich, sauber …

Quote from: “Chessex“
die Vergebung der Sünden ihres Herrn

Der Sohn ist regelrecht vom Vater zum psychischen Krüppel gemacht worden, und es lastet eine wahnsinnige Schuld, übertragene Schuld vom Vater, auf den Schultern des Jungen. Und im zweiten Teil Dionysos, in dieser Bettpassage mit Therése, läuft es dem Leser so richtig kalt den Rücken runter.

Keiner der bisherigen Figuren, also zumindest die, die den Vater kannten, kann sich seiner Macht entziehen. Reihenweise fallen sie ihm vor die Füße. Chessex braucht dem Vater gar keine ideologischen Gedanken spinnen zu lassen, er zeigt uns wie es funktioniert, eine hypnotisierende Macht, dem sich keiner entziehen kann. Ein Charisma! in Zeiten der Schwäche oder auch der Angst? Aus Angst unterwerfen sie sich alle?


Ich finde das Buch sehr unbequem zu lesen …

LG
Anita
« Last Edit: 06. März 2010, 14.27 Uhr by Anita »
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Offline sandhofer

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Re:Jacques Chessex: L'ogre (Der Kinderfresser)
« Reply #16 on: 04. März 2010, 20.38 Uhr »
Ich finde das Buch sehr unbequem zu lesen …

Unbequem wollte Chessex wohl auch sein ... Ich geh jetzt gleich noch ein bisschen weiterlesen. Denke ich ... Hoffe ich ...
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Offline sandhofer

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Re:Jacques Chessex: L'ogre (Der Kinderfresser)
« Reply #17 on: 05. März 2010, 08.05 Uhr »
Eindeutig finde ich das Gedicht:
Quote
Wie grausam bist du, Blondchen,
Wie schlimm, mein braunes Liebchen ...

Ich bin nun mit dem Krematorium fertig, und habe das Gedichtchen auch gefunden. Ich war dann aber gestern Abend noch zu faul, um den PC nochmals anzuwerfen, und im Moment habe ich das Buch nicht bei mir. Es scheint mir auch eindeutig - nämlich eindeutig der Anfang eines (im übrigen offenbar nicht sehr gelungenen) Liebesgedichts. Nicht mehr und nicht weniger. Stil und Niveau von "Ob blond, ob braun ...", nur als Klage formuliert. Aber ich kann heute Abend oder morgen mehr dazu sagen, wenn ich den Text wieder vor Augen habe.
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Offline sandhofer

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Re:Jacques Chessex: L'ogre (Der Kinderfresser)
« Reply #18 on: 05. März 2010, 21.01 Uhr »
Sodele, hier also der französische Text:

Ne soyez cruelle blondine,
et vous perfide brunette


Seid nicht grausam, Blondine
und Ihr, hinterlistige Brünette


Ich fürchte bald, da hat der Übersetzer ein bisschen die Optik verschoben ... Sowohl "blondine" wie "brunette" sind im Französischen reine Bezeichnungen der Haarfarbe, ohne Nebenbedeutungen.
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Offline Anita

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Re:Jacques Chessex: L'ogre (Der Kinderfresser)
« Reply #19 on: 05. März 2010, 21.36 Uhr »
Sodele, hier also der französische Text:

Ne soyez cruelle blondine,
et vous perfide brunette


Seid nicht grausam, Blondine
und Ihr, hinterlistige Brünette


Ich fürchte bald, da hat der Übersetzer ein bisschen die Optik verschoben ... Sowohl "blondine" wie "brunette" sind im Französischen reine Bezeichnungen der Haarfarbe, ohne Nebenbedeutungen.

Und dann "eben" noch Volk und Welt Verlag für die DDR  ::)
Aber es passt gut  ;D (Irgendwie muss man es ja mit Humor nehmen, oder? Ansonsten regt man sich höllisch auf  >:D )

LG
Anita, die nun so gar nicht weiß, ob sie weiter lesen möchte ...
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Offline orzifar

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Re:Jacques Chessex: L'ogre (Der Kinderfresser)
« Reply #20 on: 05. März 2010, 22.06 Uhr »
Nur mal als Denkanstoß: Vielleicht liegt das nun nicht nur am Übersetzer, sondern auch im Auge des Betrachters: Dass ein aus prosodischen Gründen braunes (statt braunhaariges) Liebchen ideologisch eingefärbt wird. Erinnert mich jetzt ans andere Forum, wo der MoE auch zum nationalsozialistischen Sittenbild erhoben wurde. Vielleicht, vielleicht kann weder Autor noch Übersetzer was für des Lesers Interpretationen, sondern in dessen Kopf finden sich vorgefertigte Modelle zur Auslegung, wobei jene nationalsozialistischer oder psychotherapeutischer Provenienz an erster Stelle stehen. (Ähnlich wie bei testostoronverseuchten männlichen Jugendlichen, bei denen die harmloseste Bemerkung einen sexuellen Unterton bekommt. Es gab auch schon die Vermutung, dass Freud seine Pubertät ins hohe Alter mitgeschleppt hätte.)

lg

orzifar
Derzeitige Lektüre:

Herbert Schnädelbach: Philosophie in Deutschland 1831 - 1933
Hans Albert: Kritik des theologischen Denkens
John Irving: Owen Meany

Offline sandhofer

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Re:Jacques Chessex: L'ogre (Der Kinderfresser)
« Reply #21 on: 06. März 2010, 06.33 Uhr »
Anita, die nun so gar nicht weiß, ob sie weiter lesen möchte ...

Wieso nicht? Ich finde das Buch - unabhängig von jeder Interpretation - äusserst lesenswert. Sehr poetisch; ich finde, man merkt, dass Chessex als Lyriker begonnen hat, auch wenn er zu diesem Genre nie mehr zurückgekehrt ist.

Noch eine Bemerkung zu François Clerc: Ich fand es sehr witzig, wie Chessex sich selber im Roman noch einmal spiegelt, indem dieser Clerc, ein Freund von Calmet (der beste Freund?), ebenfalls Gymnasiallehrer ist - für Französisch, wie es Chessex selber war.

Ich bin jetzt dort, wo Jean Calmet seine Katzenfrau kennengelernt hat. Im Moment ein bisschen irritiert, da ich nicht sehe, was Dionysos mit dem Bisherigen und mit dem Aktuellen zu tun haben soll, irritiert, da ich auch nicht sehe, was das Neue, die Katzenfrau, mit dem Bisherigen zu tun haben soll.
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Offline mombour

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Re:Jacques Chessex: L'ogre (Der Kinderfresser)
« Reply #22 on: 06. März 2010, 09.27 Uhr »
Hallo,

irritiert, da ich auch nicht sehe, was das Neue, die Katzenfrau, mit dem Bisherigen zu tun haben soll.

Es wird später noch gesagt, die Katzenfrau sei 19 Jahre alt. Jean ist vierzig Jahre alt, schaut jungen Mädchen nach, sucht sich Frauen aus, die gar nicht (schon altermäßig nicht) zu ihm passen. In Wahrheit hat er Angst, eine feste Bindung einzugehen, zumal er, dass wirst du gleich lesen, außerdem noch impotent ist.

Ich habe weiter oben die Theorie aufgestellt, Jean sei sexuell missbraucht worden. Das ist natürlich nur eine Theorie meinerseits, die sich nicht belegen lässt. Ich kann nur Indizien sammeln. Es ist natürlich schwierig, weil die Folgen eines Missbrauches sehr unterschiedlich sein können und ich mich explizit mit diesem Thema noch nie auseinandergesetzt habe, bin aber auf eine Website gestoßen, auf der einige mögliche Spätfolgen aufgezählt werden. Einiges trifft auf Jean Calmet zu:

"Störungen der Sexualität und Partnerschaftsprobleme;
 Selbstmord(versuche),
Störung der Sexualfunktionen....
Angstzustände, Alpträume, Angst machende Tagträume
....soziale Isolation, Misstrauen,"
(Quelle: hier )

Ich kann mir jedenfalls vorstellen, dass jemand, der jemanden sexuell demütigt, jemanden auch missbrauchen könnte.

Jean Calmet ist Zeit seines Lebens nie erwachsen geworden, in der Pubertät festgezurrt,  in seiner Unterwürfigkeit vor Autoritäten hängengeblieben, sein Sexualverhalten weltfremdig.

Liebe Grüße
mombour
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Offline sandhofer

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Re:Jacques Chessex: L'ogre (Der Kinderfresser)
« Reply #23 on: 06. März 2010, 09.54 Uhr »
Jean ist vierzig Jahre alt, schaut jungen Mädchen nach, sucht sich Frauen aus, die gar nicht (schon altermäßig nicht) zu ihm passen.

Da finde ich wiederum die Spiegelungen interessant. Neben dem gesunden Alter Ego François, der ebenfalls jungen Mädchen nachsteigende Kollege, der dazu noch dichtet.

Ich habe weiter oben die Theorie aufgestellt, Jean sei sexuell missbraucht worden.

Mag sein. Obwohl ich auch das weniger glaube. Weil ich hier:

Ich kann mir jedenfalls vorstellen, dass jemand, der jemanden sexuell demütigt, jemanden auch missbrauchen könnte.

nicht an eine auch nur im Geringsten beabsichtigte sexuelle Demütigung glaube (ich nehme an, Du spielst auf den Jugendschwarm Jeans an), sondern ganz simpel daran, dass sich die animalische Anziehungskraft von Calmet senior und dessen animalische Triebhaftigkeit hier einfach ausgelebt haben.

Ich sehe im Antagonismus von Jean und seinem Vater eher eine von Geist und Körper, von Vorstellung und Wille, von Ohnmacht und Macht. Was natürlich auf Konkreteres herabgebrochen werden kann: Sexuelles, Ideologisches. Für mein Gefühl verlieren wir aber damit bereits wieder Facetten dieses schillernden Textes.  :hi:
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Offline Anita

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Re:Jacques Chessex: L'ogre (Der Kinderfresser)
« Reply #24 on: 06. März 2010, 14.47 Uhr »
Anita, die nun so gar nicht weiß, ob sie weiter lesen möchte ...

Wieso nicht? Ich finde das Buch - unabhängig von jeder Interpretation - äusserst lesenswert. Sehr poetisch; ich finde, man merkt, dass Chessex als Lyriker begonnen hat, auch wenn er zu diesem Genre nie mehr zurückgekehrt ist.

Ich bin ziemlich verunsichert, deshalb habe ich das gestern spontan gedacht. Erstens weil das Vorwort dem Leser schon etwas suggeriert, was der Autor vielleicht so nie gedacht hat. Ferner findet man in den ersten Seiten den Vergleich zu Auschwitz, immer wieder mal Andeutungen, und dann diese Gedichtszeilen ...

In der deutschen Übersetzung lese ich auch nichts von einer lyrischen Prosa. Eine gepflegte Prosa, äußerst "szenisch", wenn ich das so ausdrücken darf, aber nicht zu vergleichen mit Herta Müller beispielsweise.

Momentan weiß ich nicht, ob es eine Lesart ist, wenn man diesen animalischen, patriarchalischen Phallus mit einem absurden Diktatur vergleicht, der die nachfolgenden Generationen mit Schuldkomplexen, Minderwertigkeitsgefühlen "gefressen" hat?

Die sexuelle Vergewaltigung habe ich nicht heraus gelesen. Dafür würde sich bei mir diese erhabene Figur, jetzt auch dieser Grapp, nicht herablassen. Lediglich demütigen, aussaugen und zerstören ... Aber auch diese Gedanken finde ich sehr interessant.

LG
Anita

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Offline sandhofer

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Re:Jacques Chessex: L'ogre (Der Kinderfresser)
« Reply #25 on: 06. März 2010, 15.51 Uhr »
Den Geist des Dionysos habe ich nun beendet. Mir will scheinen, Jean Calmet gleitet mehr und mehr in eine irreale und absurde Welt ab ...
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Offline sandhofer

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Re:Jacques Chessex: L'ogre (Der Kinderfresser)
« Reply #26 on: 06. März 2010, 16.12 Uhr »
Erstens weil das Vorwort dem Leser schon etwas suggeriert, was der Autor vielleicht so nie gedacht hat. Ferner findet man in den ersten Seiten den Vergleich zu Auschwitz, immer wieder mal Andeutungen, und dann diese Gedichtszeilen ...

Von wem ist denn das Vorwort? Und dann, ach ja, hatte ich vergessen: Könnt Ihr mir bei Gelegenheit genauere Angaben über den Kontext der verdächtigen Stellen geben? Ich würde gerne mal auch da die Originalversion lesen.

In der deutschen Übersetzung lese ich auch nichts von einer lyrischen Prosa. Eine gepflegte Prosa, äußerst "szenisch", wenn ich das so ausdrücken darf, aber nicht zu vergleichen mit Herta Müller beispielsweise.

Ich finde schon. Auch eine Schwäche für Farben ... Herta Müller habe ich nicht gelesen.

Momentan weiß ich nicht, ob es eine Lesart ist, wenn man diesen animalischen, patriarchalischen Phallus mit einem absurden Diktatur vergleicht, der die nachfolgenden Generationen mit Schuldkomplexen, Minderwertigkeitsgefühlen "gefressen" hat?

Das klingt nun fast nach der Freud'schen Lesart. Die, die auch bei Kafka auf die alles dominierende Vaterfigur verweist. Ich persönlich halte die politische Interpretation für die am wenigsten ins Gewicht fallende. Chessex weist m.M.n. mindestens genau so häufig, wenn nicht häufiger, auf die mythologische Seite hin: Zeus, Dionysos spielen ebenso eine Rolle wie christliche Motive im Succubus, die den gekreuzigten Jean Calmet verführt. (Der ja offenbar auch nur beim ersten Mal impotent ist.) Grapp, ein zweiter Jesus, der die Schüler aus dem Schulhof peitscht ...  :angel:
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Offline mombour

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Re:Jacques Chessex: L'ogre (Der Kinderfresser)
« Reply #27 on: 06. März 2010, 16.28 Uhr »
Momentan weiß ich nicht, ob es eine Lesart ist, wenn man diesen animalischen, patriarchalischen Phallus mit einem absurden Diktatur vergleicht, der die nachfolgenden Generationen mit Schuldkomplexen, Minderwertigkeitsgefühlen "gefressen" hat?

 Dafür würde sich bei mir diese erhabene Figur, jetzt auch dieser Grapp, nicht herablassen. Lediglich demütigen, aussaugen und zerstören ... Aber auch diese Gedanken finde ich sehr interessant.


Was die Lesarten betrifft, ich lese den Roman in erster Linie als psychologischen Roman, weil der Roman mir sich besonders auf diese Weise repräsentiert. Die Lesart Phallus/absurde Diktatur habe ich nur im Hinterkopf.

Jean scheint seine Gefühle, die er vor seinem Vater hatte, auf Grapp zu übertragen. (Psychoanalyse). Jean kommt sich wie ein kleiner Junge vor und fragt sich vor der ersten Begegnung mit Grapp, was er den getan habe? Natürlich muss es Jean kränken, wenn Grapp ihm sagt, ihm tue es gut eine Familie zu gründen. Jean erfährt wieder eine Demütigung. Aufgrund seines Minderwertigkeitskomplexes knickt Jean sicherlich vor jeder Autoritätsperson ein.

Jean Calmet ist schon recht seltsam, dass er keinen Versuch unternimmt, aus diesem Leid auszubrechen. Immerhin steht er in der Mitte des Lebens. Ihm scheint die Rolle des Leidens zu gefallen, irgend einen Nutzen zu bringen, z.B: dass er keine Familie gründen muss oder Verantwortung übernehmen muss. Das ist wieder so eine Realitätsflucht.

Liebe Grüße
mombour
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Offline sandhofer

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Re:Jacques Chessex: L'ogre (Der Kinderfresser)
« Reply #28 on: 06. März 2010, 16.37 Uhr »
Lediglich demütigen, aussaugen und zerstören ...

Die Frage ist ja auch: Wie weit entspricht das Bild von Calmet senior oder von Grapp der Realität? Der Leser lernt die beiden ja nur aus der Perspektive des Benjamins kennen. Das Alter Ego François hingegen scheint keine Probleme mit Grapp zu haben.

Jean Calmet ist schon recht seltsam, dass er keinen Versuch unternimmt, aus diesem Leid auszubrechen.

Das scheint mir allerdings eher die Regel als die Ausnahme zu sein, bei Persönlichkeiten à la Calmet junior. Man kann sein Leiden lieben ...  >:D
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Re:Jacques Chessex: L'ogre (Der Kinderfresser)
« Reply #29 on: 06. März 2010, 19.01 Uhr »
Leider habe ich diesmal das Buch nicht farblich missbraucht, aber diese zwei Passagen habe ich im Schnelldurchlauf gefunden:
Quote
... als kleine Märtyrerin, gefoltert in Gottes Ausschwitz
S. 19 in Bezug zu Isabell

Quote
... Inquisition, die hexenbeschwörenden Johannisfeuer, die aufgestapelten Schuhe und angehäuften Goldzähne von Ausschwitz sind Siegesschreie.
das ist der Abschnitt, den mombour zitiert hat auf Seite 44 in Bezug zur Verbrennung des Vaters

Dieses "Vorwort" hat keinen Autor, stammt höchstwahrscheinlich vom Verlag.

LG
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