Und der Text wird natürlich im lateinischen Original gelesen!
Selbstverständlich die Urfassung. Und diskutiert wird nur in klassischem Latein (man komme mir nicht mit diesem leicht lesbaren, mittelalterlichen Vulgärlatein, das bedingt den sofortigen Forumsausschluss).
Was die “persona non grata“ betrifft: Wenn es sich nicht gerade um eine Person handelt wie die, die momentan im Klassikerforum rumtobt, hätte ich da keine Probleme. Ich weiß, dass es auf diesem Gebiet schnell zum Austausch von Beleidigungen kommen kann, aber wenn man sich darauf einigt, die „Confessiones“ als einen philosophischen, literarischen, geschichtlichen Text zu betrachten, müsste es doch gehen, oder?
Natürlich wäre es prinzipiell möglich. Wobei die Gefahr eines Kasperls wie desjenigen aus dem Klassikerforum gar nicht das Schlimmste wäre (der ja überhaupt erst Wirkung entfalten konnte durch die entsprechend kongenialen Diskussionspartner, wobei ich das alles - aus der Ferne betrachtet - als irgendwie unterhaltend empfand und ich auch oft das Gefühl habe, dass solches gar nicht ernst gemeint sein kann) - sondern der schlicht überzeugte Gläubige, der zwangsläufig Gotteskritik (das Wort ist schon zuviel, spricht man doch auch nicht von Osterhasenkritik), Religionskritik als Sakrileg empfindet.
Ich halte
jeden Gläubigen für einen - wenigstens partiellen - Idioten. Wobei ein solcher keineswegs eine moralisch fragwürdige Figur sein
muss (wenngleich der Glaube an sich solches zu verursachen vermag und es auch häufig tut). Und ich will mich auf Diskussionen mit Anhängern jedweder religiöser Strömungen aus dem Bedürfnis nach geistiger Hygiene einfach nicht einlassen. Dazu habe ich mich manchmal im jugendlichen Überschwang bereit gefunden; das mag mit - eben jugendlicher - philosophischer Selbstfindung zu tun haben. Etwas anderes sind Metadiskussionen
über Religiosität, Glauben etc. Oder auch - wenngleich das häufig unzulässig verquickt wird - Diskussionen über den ontologischen Gottesbeweis und ähnlichem. Obwohl auch solche Unterhaltungen wenig zielführend sind (weil schon Agrippa vom infiniten Regress wusste), sind sie immer noch geistreicher als Gespräche über durchgeknallte, ans Kreuz genagelte oder in Höhlen delierende Propheten.
Ob nun etwa ein gläubiger Christ tatsächlich von seiner Einfalt absehen kann und - ohne dieselbe sichbar werden zu lassen - den guten Augustinus zu lesen vermag, kann ich nicht mit Sicherheit angeben: Meine Erfahrung legt mir jedoch einigen Zweifel nahe.
lg
orzifar