Author Topic: Hermann Burger: Werke in 8 Bänden  (Read 6976 times)

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Hermann Burger: Werke in 8 Bänden
« on: 05. April 2014, 08.20 Uhr »
Hallo zusammen!

Systematisch, wie ich bin, habe ich die soeben erschienene Werkausgabe mit Band 1, Burgers Lyrik, angefangen. Thematisch war Burger so etwas wie der letzte Barock-Dichter. Seine Auseinandersetzung mit der Provinz habe ich im Blog etwas skizziert.

Grüsse

sandhofer
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Re: Hermann Burger: Werke in 8 Bänden
« Reply #1 on: 09. April 2014, 18.38 Uhr »
Band 2 mit seinen kurzen Geschichten ist im Moment (nämlich bei seinen frühen Geschichten) eher für mich persönlich interessant, habe ich doch dasselbe Gymnasium besucht wie Burger, wenn auch ein paar Jahre später. Aber Giebel abzeichnen in der Stadt durften wir auch noch ...  ;D
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Re: Hermann Burger: Werke in 8 Bänden
« Reply #2 on: 10. April 2014, 07.26 Uhr »
Es wird dann aber schon noch interessanter. "Diabelli" ist schon rein sprachlich ein Schmankerl.
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Re: Hermann Burger: Werke in 8 Bänden
« Reply #3 on: 19. April 2014, 07.41 Uhr »
Band 2 der Werkausgabe, mit dem Highlight Diabelli, mittlerweile auch im Blog abrufbar.
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Re: Hermann Burger: Werke in 8 Bänden
« Reply #4 on: 19. April 2014, 17.57 Uhr »
Und gleich Band 3 hervorgekramt. Blankenburg, das Schicksal eines Leselosen, ist ein Bibliophilikum und -manicum erster Güte. Blankenburg, ein tatsächlich existierendes Schloss im Berner Oberland als Heimat - der Weltliteratur nämlich. Burgers paradoxes Spiel mit der Provinz geht in die nächste Runde.
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Re: Hermann Burger: Werke in 8 Bänden
« Reply #5 on: 20. April 2014, 20.35 Uhr »
Der Schuss auf die Kanzel - ein literarisches Vexierspiel mit seinen eigenen Texten, v.a. Schilten, aber auch den Kirchberger Idyllen. Wie überhaupt seine späten Texte sich gern aufeinander beziehen.
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Re: Hermann Burger: Werke in 8 Bänden
« Reply #6 on: 21. April 2014, 07.52 Uhr »
Wobei mir Der Schuss auf die Kanzel sehr den Charakter einer persönlichen Abrechnung Burgers zu tragen scheint. Ich bin irritiert, weil: So etwas mag ich nicht.
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Re: Hermann Burger: Werke in 8 Bänden
« Reply #7 on: 21. April 2014, 17.11 Uhr »
So quasi zur besseren Einstimmung war ich übrigens heute auf dem Friedhof gleich hier um die Ecke.  :angel:

Der Wald mit dem Jogging-Pfad liegt gleich daneben; aber einer der Jogger hat sich - in neongelbem Jogging-Gewand - doch tatsächlich auf den Friedhof verirrt. Oder hat er seiner Frau versprochen, sie so besuchen zu kommen?
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Re: Hermann Burger: Werke in 8 Bänden
« Reply #8 on: 22. April 2014, 20.28 Uhr »
Der Schuss auf die Kanzel wird im Verlauf der Lektüre dann besser, aber Blankenburg ist trotz allem das Highlight von Band 3.
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Re: Hermann Burger: Werke in 8 Bänden
« Reply #9 on: 03. Mai 2014, 07.47 Uhr »
Der Schuss auf die Kanzel wird im Verlauf der Lektüre dann besser, aber Blankenburg ist trotz allem das Highlight von Band 3.

Bei dieser Meinung bin ich denn auch geblieben.

Edith hat falschen Link korrigiert...
« Last Edit: 03. Mai 2014, 07.53 Uhr by sandhofer »
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Re: Hermann Burger: Werke in 8 Bänden
« Reply #10 on: 04. Mai 2014, 15.45 Uhr »
Schilten

Wir hatten hier schon mal eine Leserunde dazu. Dies ist ist demnach meine Drittlektüre. Diesmal ist mir aufgefallen, wie der "Schulbericht" gar nicht mit der Schule anfängt, sondern mit - dem Friedhof. Und was Schildknecht im ersten Quartheft liefert ist demnach ein Abdankungsbericht.

Jean Paul mit seinen merkwürdigen Kapitelüberschriften scheint hier auch irgendwie und -wo noch Pate gestanden zu haben...
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Re: Hermann Burger: Werke in 8 Bänden
« Reply #11 on: 18. Mai 2014, 07.03 Uhr »
Eine bodenlose Provinzposse - jetzt auch im Blog.
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Re: Hermann Burger: Werke in 8 Bänden
« Reply #12 on: 18. Mai 2014, 20.40 Uhr »
Und weiter geht's mit der Künstlichen Mutter. Im Gegensatz zum praktisch komplett asexuellen Schildknecht ist Wolfram Schöllkopf ständig mit Frauen(geschichten) konfrontiert. Nur ist er durch ein schmerzliches Muttermal an der Penis-Spitze leider selber verhindert. Nun fährt er nach Göschenen zur Kur in der Künstlichen Mutter. Mal schauen, was daraus wird. Sprachlich zieht Burger schon mal alle Register.
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Re: Hermann Burger: Werke in 8 Bänden
« Reply #13 on: 19. Mai 2014, 20.27 Uhr »
Irgendwie riecht die Künstliche Mutter nach dem klassischen Suhrkamp-Einheitsbrei der 70er und 80er ...  :-\
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Re: Hermann Burger: Werke in 8 Bänden
« Reply #14 on: 20. Mai 2014, 20.30 Uhr »
Wenn Burger auf "die Mutter" zu sprechen kommt, eskaliert das Ganze offenbar zu einer Abrechnung mit seiner eigenen Mutter. Liebe Autoren: So was wollen wir selbst dann nicht lesen, wenn ihr Hermann Burger heisst ...
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