Author Topic: Isaac Asimov: Foundation-Trilogy  (Read 14547 times)

Offline sandhofer

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Isaac Asimov: Foundation-Trilogy
« on: 10. Februar 2013, 20.48 Uhr »
Hallo zusammen!

Tut mir leid, orzifar - ich konnte es mir heute Abend nicht verkneifen und habe noch mit Band 1 (Foundation) begonnen. Bin zwar noch nicht sehr weit, aber als intelligente Unterhaltung ist es sehr brauchbar.

Und nebenbei habe ich festgestellt, dass ich nicht, wie ich dachte, die ganze Trilogie schon mal gelesen habe. Tatsächlich habe ich offenbar nur den zweiten Band, wo der "Mule" auftritt, bei meinem Husarenritt durch die US-amerikanische Science Fiction vor ca. 35 Jahren mitbekommen.  :-[

Grüsse

sandhofer
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Re: Isaac Asimov: Foundation-Trilogy
« Reply #1 on: 11. Februar 2013, 20.56 Uhr »
Hm ... spannend ist es schon. Und dass Asimov von Gibbons History of the Decline and Fall of the Roman Empire inspiriert wurde, will ich gern glauben. "Inspiration" kann so manches bedeuten. Es ist Asimov zu Gute zu halten, dass er als Helden nicht irgendwelche Supermänner wählt, sondern Wissenschafter oder Politiker. Das macht es lesenswert. Aber die Charaktere sind sehr schematisch gezeichnet. Irgenwie gleichen sich Asimovs Helden alle ...  ::)
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Re: Isaac Asimov: Foundation-Trilogy
« Reply #2 on: 17. Februar 2013, 14.09 Uhr »
Im übrigen nützt Asimov einen Trick, den schon Karl May kannte - oder Sir Arthur Conan Doyle. Seine Helden sind zwar vielleicht nicht stärker als deren Gegner - aber sicher immer einen Tick smarter, cleverer. Sie können - quasi Seldons en miniature - die Winkelzüge ihres Gegner immer vorhersehen und wissen deshalb immer eine Antwort. Das Leben zum Schachspiel reduziert?
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Re: Isaac Asimov: Foundation-Trilogy
« Reply #3 on: 18. Februar 2013, 07.32 Uhr »
Mir ist nicht klar, was die Angst vor Barbarentum in dieser Trilogie soll - sie ist im Grunde genommen der Hauptantriebspunkt für die Foundation. Natürlich kann man sagen, dass mit dem Untergang des (West-)Römischen Reichs (für Ostrom weiss ich es nicht mal) so Annehmlichkeiten verschwunden sind wie die Klospülung, die wir erst 1'000 Jahre später neu erfunden haben. Aber deswegen gleich in Panik geraten?!?
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Offline orzifar

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Re: Isaac Asimov: Foundation-Trilogy
« Reply #4 on: 20. Februar 2013, 01.09 Uhr »
Hallo,

ich werde - vielleicht - nächste Woche die Trilogie erhalten. Leserunde cum tempore :).

lg

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Re: Isaac Asimov: Foundation-Trilogy
« Reply #5 on: 20. Februar 2013, 16.45 Uhr »
Hallo

ich werde - vielleicht - nächste Woche die Trilogie erhalten. Leserunde cum tempore :).

Sehr schön. Ich stecke im Moment sowieso fest; der Lichtenberg fasziniert mich zu sehr ...

Mir ist nicht klar, was die Angst vor Barbarentum in dieser Trilogie soll

Ich vermute, dass die Barbaren - ebenso wie das Mittelalter einfach das Opfer eines Jahrtausende alten Vorurteils geworden sind, das Asimov einfach so übernimmt. Wohl auch von Gibbon erbt.

Grüsse

sandhofer
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Re: Isaac Asimov: Foundation-Trilogy
« Reply #6 on: 24. Februar 2013, 15.17 Uhr »
Ich bin gerade etwas irritiert. Ich war mir sicher, die Foundation-Trilogie in jungen Jahren mal gelesen zu haben. Es hat sich herausgestellt, dass ich Band 1 nicht kannte. Da ich aber weiss, dass ich das Maultier schon kannte, dachte ich, Band 2 wäre es zumindest gewesen. Nun lese ich den ersten Teil (The General) - und ich kenne ihn immer noch nicht! Habe ich so viel vergessen?  :o
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Offline orzifar

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Re: Isaac Asimov: Foundation-Trilogy
« Reply #7 on: 24. Februar 2013, 17.33 Uhr »
Hallo,

bist du dir sicher, die Foundation-Trilogie zu lesen? Es gibt mehrere Versionen (beim Suchen nach einem günstigen Angebot bin ich mehrfach darauf gestoßen, meine kommt nächste Woche).

lg

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Re: Isaac Asimov: Foundation-Trilogy
« Reply #8 on: 24. Februar 2013, 19.32 Uhr »
bist du dir sicher, die Foundation-Trilogie zu lesen?

Ja. Aber ich bin mir nicht sicher, ob ich damals in der Heyne-Ausgabe die richtige gelesen habe ... Ich denke mal, ich habe damals nur einen Band gelesen; es könnte aber auch der dritte gewesen sein ...
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Re: Isaac Asimov: Foundation-Trilogy
« Reply #9 on: 25. Februar 2013, 08.24 Uhr »
Es ist Asimov zu Gute zu halten, dass er im zweiten Band die Taktik ändert. Im ersten sind seine Erzählungen ja im Grunde genommen immer gleich. Im zweiten erleben wir eine Foundation, die bereits nach 200 Jahren korrupt und inert geworden ist, und dazu noch mit Gegnern konfrontiert wird, die ihr bei weitem überlegen sind: der General Bela Rios, der nur "besiegt" wird, weil er internen Querelen des Imperiums zum Opfer fällt; das Maultier, das im Moment gerade sogar die Planeten der Foundation allesamt erobert hat.
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Re: Isaac Asimov: Foundation-Trilogy
« Reply #10 on: 27. Februar 2013, 07.53 Uhr »
Heureka!

Band 3 kenne ich.  :D
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Offline orzifar

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Re: Isaac Asimov: Foundation-Trilogy
« Reply #11 on: 27. Februar 2013, 21.30 Uhr »
Und ich warte auf die Ankunft der Außerirdischen. Lieferung aus Ungarn ... hoffentlich nicht ungarisch.

lg

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Re: Isaac Asimov: Foundation-Trilogy
« Reply #12 on: 28. Februar 2013, 07.46 Uhr »
hoffentlich nicht ungarisch.

Ich habe Asimov mal auf Portugiesisch gelesen ...  :angel:
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Re: Isaac Asimov: Foundation-Trilogy
« Reply #13 on: 28. Februar 2013, 18.32 Uhr »
hoffentlich nicht ungarisch.

Ich habe Asimov mal auf Portugiesisch gelesen ...  :angel:

Wobei du des Portugiesischen besser kundig sein dürftest als ich des Ungarischen (nach einem Volkshochschulkurs). Aber - Asimov has landed - in deutscher Sprache, gut erhalten, 3 in einem, ungekürzt. Ergo wird ihm nach dem Keyersling der Garaus gemacht.

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Re: Isaac Asimov: Foundation-Trilogy
« Reply #14 on: 04. März 2013, 22.59 Uhr »
Hallo!

Eine bisher sehr unterhaltsame, angenehme Lektüre. Natürlich mit den entsprechenden Kuriositäten: Ganz Galaxien sind schon in einem Reich zusammengeschlossen - man fliegt durch den Hyperraum und der Chefmathematiker zückt noch den den Rechenstab :). Ich nehme einmal an, dass die jüngeren aus dem Forum dieses Wunderwerkzeug weder kennen, geschweige denn bedienen können.

Die Anlehnungen an historizistische Entwürfe sind offensichtlich: Der Psychohistoriker Hari Seldon als Wechselbalg von Nostradamus, Hegel, Spengler und Toynbee - von Fama ausgetragen und unter Schmerzen zur Welt gebracht. Tragisch ist's ja nur, wenn jemand an diese Art der Prognostik wirklich glaubt. Ansonsten - wie in diesem Fall - kann ein unterhaltsames Buch draus werden (sehr nett auch die Anwendung des Logikkalküls auf Verträge oder Politikerreden: Und so wird wenig überraschend nach  der Analyse der gesamten Besprechungen eines Diplomaten erkannt, dass dieser nichts, aber rein gar nichts gesagt habe. Carnap & Co. könnten Pate gestanden haben).

Zum anderen fehlt's dann aber wieder an Originalität: Man haut sich zukünftig am Rande der Galaxis ebenso auf den Kopf wie weiland Cherusker und Römer. Oder hat dies zumindest vor. Insgesamt aber vergnüglich, auch lehrreich, da diese Visionen genau das, was Spengler und Konsorten so genau zu wissen vorgaben, ad absurdum führen.

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