Author Topic: Eusebius von Caesarea: Kirchengeschichte  (Read 8764 times)

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Eusebius von Caesarea: Kirchengeschichte
« on: 01. Februar 2012, 21.08 Uhr »

Ich stecke, wie gesagt, erst im Vorwort. Willst Du einsteigen?


Gerne. Habe ihn aber gerade erst bestellt. Mal sehen, wie schnell die WBG liefert. Welche Ausgabe liest du?
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Offline sandhofer

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Re: Eusebius von Caesarea: Kirchengeschichte
« Reply #1 on: 02. Februar 2012, 08.18 Uhr »

Ich stecke, wie gesagt, erst im Vorwort. Willst Du einsteigen?


Gerne. Habe ihn aber gerade erst bestellt. Mal sehen, wie schnell die WBG liefert. Welche Ausgabe liest du?

Wenn ich das richtig im Kopf habe, ist es eigentlich ein Pinguin. Aber neu gesetzt, illustriert und gebunden  ;) .
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Eusebius von Caesarea: Kirchengeschichte
« Reply #2 on: 03. Februar 2012, 15.47 Uhr »
So, ich eröffne hier mal einen neuen Ordner zu Eusebius.  :yodel:
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Re: Eusebius von Caesarea: Kirchengeschichte
« Reply #3 on: 03. Februar 2012, 15.57 Uhr »
Meine Ausgabe beruht tatsächlich auf dem Pinguin von 1965/1989, übersetzt von G. A. Williamson.

Eusebius von Caesarea (260/64 - 339/40) - Vater der Kirchgengeschichte. Arianer, der noch rechtzeitig die Kurve kriegt. Lebte und wirkte als Bischof in Palaestina. Schüler eines Origines-Schülers (Pamphilos). Gilt aufgrund seines Alters als Kirchenvater, obwohl er ausser der Kirchengeschichte offenbar nichts Nennenswertes geschrieben hat.

Dann warte ich mal auf Regina.  :hi:
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Re: Eusebius von Caesarea: Kirchengeschichte
« Reply #4 on: 04. Februar 2012, 12.10 Uhr »
Ich hatte gehofft, das Buch zum Wochenende zu haben. Aber die Packstation schweigt.

Dann wollte ich, nachdem ich im Kleinen Pauly las, das Euseb ja auch eine Vita Konstantini verfasst hat, im Burckhard nachschlagen, ob er etwas Nettes zu sagen hat. Aber es gibt kein Stichwortverzeichnis.

Regina wartet also.
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Offline sandhofer

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Re: Eusebius von Caesarea: Kirchengeschichte
« Reply #5 on: 04. Februar 2012, 13.15 Uhr »
Dann wollte ich, nachdem ich im Kleinen Pauly las, das Euseb ja auch eine Vita Konstantini verfasst hat, im Burckhard nachschlagen, ob er etwas Nettes zu sagen hat. Aber es gibt kein Stichwortverzeichnis.

Offenbar nicht, nein.  :(

Regina wartet also.

Waiting is. Wie mein Lieblings-Alien zu sagen pflegte.  :D
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Re: Eusebius von Caesarea: Kirchengeschichte
« Reply #6 on: 04. Februar 2012, 16.35 Uhr »
Die Packstation hat sich doch noch gemeldet. Und nun, da die Hausarbeit erledigt ist - vorher geht nicht, man ist ja preußisch-protestantisch, da helfen auch 40 Jahre im Rheinland nichts - stürze ich mich bewaffnet mit einer Kanne Assam ins Vorwort.
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Re: Eusebius von Caesarea: Kirchengeschichte
« Reply #7 on: 04. Februar 2012, 16.50 Uhr »
Die Packstation hat sich doch noch gemeldet. Und nun, da die Hausarbeit erledigt ist - vorher geht nicht, man ist ja preußisch-protestantisch, da helfen auch 40 Jahre im Rheinland nichts - stürze ich mich bewaffnet mit einer Kanne Assam ins Vorwort.

Sehr schön. Was aber, für einen Nicht-Rheinländer und Nicht-Preussen, ist eine "Kanne Assam"? ???
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Re: Eusebius von Caesarea: Kirchengeschichte
« Reply #8 on: 04. Februar 2012, 17.22 Uhr »
Sehr schön. Was aber, für einen Nicht-Rheinländer und Nicht-Preussen, ist eine "Kanne Assam"? ???

Klingt für mich nach Tee, wobei ich als Kaffeetrinker Tee weniger als Genussmittel denn als Medikament einsetze. Aber uns wird sicher Aufklärung zuteil.

lg

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Re: Eusebius von Caesarea: Kirchengeschichte
« Reply #9 on: 04. Februar 2012, 20.09 Uhr »
Unter welche Heiden bin ich denn hier gefallen?  ;D
Assam ist eines der drei großen Teeanbaugebiete. Ein starker, dunkler Tee, den man hervorragend mit Milch trinken kann.
Kaffee kommt mir übrigens genauso oft in die Tasse wie Tee.
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Offline orzifar

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Re: Eusebius von Caesarea: Kirchengeschichte
« Reply #10 on: 04. Februar 2012, 20.29 Uhr »
Unter welche Heiden bin ich denn hier gefallen?  ;D

Im Zweifelsfall kann ich dir die Unterstützung meiner besseren Hälfte garantieren, die bezüglich meiner Teetrinkgewohnheiten zu einem sehr viel kräftigeren Vokabular greift und mich bezüglich Kulinarik im allgemeinen für ein schlicht retardiertes Lebewesen hält.

lg

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Re: Eusebius von Caesarea: Kirchengeschichte
« Reply #11 on: 05. Februar 2012, 08.46 Uhr »
Ich konnte ja nicht ahnen, dass Du gleich ganze Teeanbaugebiete in Deine Kanne wirfst ...  :angel:

Ich habe dann gestern noch mit der Lektüre begonnen. Eusebius scheint nicht wirklich selber zu schreiben, sondern nur zu referieren, zu kompilieren. Im Moment sind gerade die ersten Apostel martyrisiert worden. Eusebius legt grosses Gewicht darauf, die Nummern 2 und 3 auf den jeweiligen Kirchenvorstandssesseln als unmittelbare Nachfolger des Vorgängers bwz. eben eines Apostels darzustellen. (Kann man jemandes Vorgänger auf einem Sessel sein? - - - Egal.) Und er legt Wert darauf, diese Kirchenvorstände als Bischöfe zu bezeichnen.
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Re: Eusebius von Caesarea: Kirchengeschichte
« Reply #12 on: 05. Februar 2012, 18.27 Uhr »
In meiner Teekanne habe ich schon ganze Kontinente versenkt.  ;D

Meine Ausgabe beginnt mit Jesus. Erst im zweiten Buch werden die Apostel und ihre Todesarten behandelt.

Das Ganze ist schon sehr davon bestimmt, der vergleichsweise jungen Religion Legitimation zu verschaffen. Laut Vorwort beruht die Vereinnamung des alten Testaments auf dem Versuch, dass Christentum älter als das Heidentum darzustellen. Denn je älter, je wahrer.

Eusebius beginnt auch gleich damit seine eigenen theologischen Überlegungen zu propagieren. Wieder dem Vorwort (sehr informativ, aber leider geht der Autor Heinrich Kraft von einem Vorwissen aus, das ich nicht habe) entnehme ich, dass zu Eusebius Lebzeiten die Diskussion um Jesus Wesen (ist er Mensch oder Gott) heftig entbrannte und den einen oder anderen Bischof (auch Eusebius zeitweilig) aus dem Sessel katapultierte. Daher kein Wunder, dass er auch hier die Gelegenheit nutzt Stellung zu beziehen.
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Re: Eusebius von Caesarea: Kirchengeschichte
« Reply #13 on: 05. Februar 2012, 19.19 Uhr »
In meiner Teekanne habe ich schon ganze Kontinente versenkt.  ;D

Endlich wissen wir, was mit Atlantis geschehen ist ...  8)

Meine Ausgabe beginnt mit Jesus. Erst im zweiten Buch werden die Apostel und ihre Todesarten behandelt.

Meine auch. Ich hab's allerdings unterdessen ins dritte Buch geschafft. Zwischendurch Flavius Josephus und kein Ende.

Das Ganze ist schon sehr davon bestimmt, der vergleichsweise jungen Religion Legitimation zu verschaffen. Laut Vorwort beruht die Vereinnamung des alten Testaments auf dem Versuch, dass Christentum älter als das Heidentum darzustellen. Denn je älter, je wahrer.

Ja, sagt meines auch.  ;)

Eusebius beginnt auch gleich damit seine eigenen theologischen Überlegungen zu propagieren. Wieder dem Vorwort (sehr informativ, aber leider geht der Autor Heinrich Kraft von einem Vorwissen aus, das ich nicht habe) entnehme ich, dass zu Eusebius Lebzeiten die Diskussion um Jesus Wesen (ist er Mensch oder Gott) heftig entbrannte und den einen oder anderen Bischof (auch Eusebius zeitweilig) aus dem Sessel katapultierte. Daher kein Wunder, dass er auch hier die Gelegenheit nutzt Stellung zu beziehen.

Als Origines' Schülersschüler war er in einer sehr exponierten Situation. Origines - dessen Selbstentmannung wahrscheinlich üble Nachrede seiner innerkirchlichen Gegner ist - hielt an der Unterordnung des Sohnes unter den Vater fest, was der sich allmählich durchsetzenden Trinitätslehre widerspricht.
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Re: Eusebius von Caesarea: Kirchengeschichte
« Reply #14 on: 07. Februar 2012, 07.22 Uhr »
Im Moment zieht's sich ein bisschen. Eusebius referiert und zitiert (auch gerne mal sich selbst). Interessant wäre es, man hätte die Zeit und könnte die Zitate mit den Originalen vergleichen. Meine Ausgabe gibt die Quellen ja immer schön genau an. Ich vermute also, dass die Quellen auch noch zugänglich sind. Eusebius scheint sich eher aufs allgemein Zugängliche und eh schon Bekannte beschränkt zu haben. Insofern wird er sich keine Verfälschung zu Schulde kommen lassen. Insofern wäre also wohl auch ein Vergleichen wenig prickelnd. Lassen wir's ...

Und Märtyergeschichten en masse. Für Eusebius sind die Märtyrer und ihre Standhaftigkeit Zeugen der Wahrheit (des Christenutums). Schon klar. Aber für den Heutigen ist das Märtyertum eines ansonsten unbekannten Bischofs einer kleinasiatischen Kleinstadt nicht wirklich interessant ...  :(
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