Author Topic: Eigentlich wollte ich ja ...  (Read 10325 times)

Offline sandhofer

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Eigentlich wollte ich ja ...
« on: 09. Juli 2011, 16.00 Uhr »
... dieses Wochenende mit Platons Apologie beginnen und Scotts Waverley beenden. Gut, das Wochenende ist noch nicht vorbei, aber ich habe eigentlich gestern schon meine Vorsätze umsetzen wollen. Doch leider konnte ich einer Aktion bei Zweitausendeins nicht widerstehen und habe mir kürzlich dort ein paar Bücher bestellt. Die erste Tranche kam dann gestern noch an. Und so habe ich dann gestern abend noch statt Platon zu beginnen oder anzufangen, Scott fertig zu lesen - Goethes Gespräche in der Biedermannschen Ausgabe begonnen. Nu les' ich wieder 5 oder 6 Bücher parallel ...  >:(

Und heute bin ich noch zu keiner Lektüre gekommen - ausgenommen die Bauanleitung eines kleinen Küchenmöbels ...

Grüsse

sandhofer
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Offline sandhofer

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Re: Eigentlich wollte ich ja ...
« Reply #1 on: 16. Juli 2011, 20.05 Uhr »
Hallo!

Die Gespräche sind sehr faszinierend und verdrängen nachgerade jede andere Lektüre. (Und der Ausgangspunkt meiner Kauforgie bei Zweitausendeins war eigentlich ein ganz anderer: Ich wollte zum zum 150. Geburtstag von Rudolf Josef Lorenz Steiner endlich einmal den Ahnherren der heutigen Esoterik kennen lernen (man soll seine Feinde kennen ;)) und die dort erschienene Auswahlausgabe kaufen. Dann war da im Angebot auch die fünfbändige Ausgabe der naturwissenschaftlichen Schriften Goethes, herausgegeben von Steiner. Und die Gespräche Goethes waren die logische Konsequenz. Und weil ich dann schon in den Klassikern stöberte, habe ich gleich noch meine alten Taschenbücher aus Uni-Zeiten von Sigmund Freud ersetzt. Und bei den Restbeständen die Werke Kuno Raebers gefunden und gekauft. Und weil's so schön war, und ich sowieso am Austauschen war, gleich noch meine alte in etwa 3 Punkt gesetzte Shakespeare-Ausabe durch die zweisprachige bei Zweitausendeins ersetzt.)

Und wann soll ich all das neben all den Leserunden noch lesen?!?  >:( ;D

Grüsse

sandhofer
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Offline mombour

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Re: Eigentlich wollte ich ja ...
« Reply #2 on: 17. Juli 2011, 09.55 Uhr »
Und wann soll ich all das neben all den Leserunden noch lesen?!?  >:( ;D


Die Frage lässt sich schwer beantworten. Neben all dem usw. lässt sich so viel ja nicht lesen. Ich bin ein langsamer Leser geworden und  sage mir, ich muss nicht unbedingt alles lesen. Wenn ich es mal ganz cool materialistisch betrachten darf, liegt hier natürlich eine Verführung von schönen Büchern vor. Du sagst ja selbst "Kauforgie". Richtig. Mir fällt da immer dostojewskij vom bekannten anderen Forum ein, der im Monat fast ein ganzes Bücherregal leerliest. Das würde ich als Leseorgie bezeichnen. Es ist ähnlich dem, dass ein Briefmarkensammler die "Blaue Mauritius" auch noch haben muss.

Zu diesem Thema komme ich zur Philosophie. Heute habe ich ein schönes Zitat von Martin Heidegger gelesen:

"Verzicht nimmt nicht, der Verzicht gibt. Er gibt die unerschöpfliche Kraft des Einfachen"
Martin Heidegger ("Der Feldweg")


Schön. Darüber können wir nachdenken. ;D

Eine Kauforgie zählt ganz allgemein zur Gier. Wir können das auch ins Große übertragen und von der Geldgier der Banken sprechen. Der Rettungsschirm für Griechenland befriedet nur griechische Banken. Sie können dann ihren Gläubigern, anderen Banken, Geld zurückzahlen. Das griechische Volk aber leidet. Dass Gier eine der Ursachen von Leid ist, darauf hat Buddha schon hingewiesen (der Buddhismus hier schon mal im Forum fleißig kritisiert worden ist ;D)

Wir können uns ganz allgemein mal überlegen, ob das viele kaufen, konsumieren wirklich glücklich macht.  Seit vielen Jahren habe ich kein Auto, und bin nicht unglücklich geworden. Von materiellem Reichtum bin ich keineswegs gesegnet.  Ich bin davon überzeugt, dass wir Menschen gar nicht soooooo viel brauchen, um glücklich zu sein.

Das sollte nur eine Gedankenanregung sein, keine Belehrung.

Liebe Grüße
mombour
« Last Edit: 17. Juli 2011, 10.53 Uhr by mombour »
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Offline sandhofer

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Re: Eigentlich wollte ich ja ...
« Reply #3 on: 17. Juli 2011, 13.58 Uhr »
Hallo mombour!

Ich muss schon lange nicht mehr alles lesen. Was ich gekauft habe, lese ich dann allerdings auch. Ausser, ich hätte mich komplett in meinen Erwartungen getäuscht. Und ja: Ich bin Materialist. Wir haben nichts anderes. Ausser vielleicht einer vagen Hoffnung.  :angel:

Grüsse

sandhofer
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Offline mombour

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Re: Eigentlich wollte ich ja ...
« Reply #4 on: 17. Juli 2011, 21.30 Uhr »
Hallo sandhofer,

immerhin bin auf auf Heideggers kleines Büchlein "Der Feldweg" gestoßen.  Das Buch hat nur 12 Seiten. Ich bin da wirklich gespannt. Wenn ich aus den 12 Seiten eine annehmbare Besprechung machen kann, landet die ins Forum.

Liebe Grüße
mombour
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Offline orzifar

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Re: Eigentlich wollte ich ja ...
« Reply #5 on: 17. Juli 2011, 23.53 Uhr »
Und ja: Ich bin Materialist. Wir haben nichts anderes. Ausser vielleicht einer vagen Hoffnung.  :angel:

Nunja, da bedarf es einer Definition des Materialismus. In philosophischer Hinsicht bin ich in weiten Teilen bei dir; wird der Begriff allerdings in der üblichen, leicht pejorativen Bedeutung verwendet, so sagt mir zumindest meine Umgebung, dass ich das Gegenteil dessen repräsentiere, was gemeinhin unter einem Materialisten verstanden wird. Schon ganz einfach deshalb, weil sehr viele "materielle" Dinge meiner Aufmerksamkeit völlig entgehen, sodass sich etwa meine Frau darüber amüsiert, wenn man mir bei einer Einladung mit derlei zu imponieren sucht - und ich nichts, aber wirklich gar nichts mitkriege. Wobei das kein bewusstes Ignorieren ist, sondern mir das einfach widerfährt.

Ich bin ja weitgehend bei dir, mombour (allerdings auch weitgehend unbuddhistisch; wobei hier zu bemerken wäre, dass des umfangreichen Schrifttums wegen es in jeder Religion einige vernünftige Sätze, Regeln geben muss (alles andere wäre gegen das Gesetz der großen Zahl ;))). Für wichtig halte ich diesbezüglich die Feststellung, dass in dieser anti-materialistischen Haltung jener negativ konnotierte Begriff des Verzichtens in der Form wie bei dir von Heidegger zitiert durch einen positiven ersetzt wird, einer, der den Gewinn eines solchen "Verzichts" aufzeigt.

lg

orzifar
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Offline mombour

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Re: Eigentlich wollte ich ja ...
« Reply #6 on: 18. Juli 2011, 01.54 Uhr »
Für wichtig halte ich diesbezüglich die Feststellung, dass in dieser anti-materialistischen Haltung jener negativ konnotierte Begriff des Verzichtens in der Form wie bei dir von Heidegger zitiert durch einen positiven ersetzt wird, einer, der den Gewinn eines solchen "Verzichts" aufzeigt.

Was das für ein Begriff sein kann, weiß ich nicht, aber den Gewinn eines Verzichts, kann ich gerne an einem Beispiel aufzeigen.  Es geht darum, wie spare ich beim Essen, ohne dass mir der Verzicht beim Esen auffällt. Das geht so:

Anstatt Grau- oder Weißbrot esse ich Vollkornbrot. Es ist nahrhaft und ich esse automatisch weniger. Nun aber das Entscheidende: Ich kaue solange, bis das Stück Brot im Mund flüssig ist. Ich lasse mir Zeit beim Essen. Wenn ich gut kaue, werde ich schnell satt. Mehr als zwei Brotscheiben braucht man dann normalerweise nicht. Mein Bruder behauptet sogar, ihm reiche nur eine Brotscheibe.

Vorteil: Ich esse weniger, spare etwas Geld. tue evtl auch etwas für meine Figur, Vollkornbrot schmeckt gut, es wird sogar süß, wenn man lange kaut. Mein Magen wird weniger belastet, weil gut vorverdaut wird. Natürlich kauen wir zu allen Mahlzeiten gründlich, dabei wir, weil wir bewusster essen,  dann leicht feststellen können, was uns wirklich schmeckt.  Es ist also nur ein Gewinn da.

Liebe Grüße
mombour
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Offline orzifar

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Re: Eigentlich wollte ich ja ...
« Reply #7 on: 18. Juli 2011, 02.41 Uhr »
Hallo!

Ich habe da in meiner Nachlässigkeit einen etwas holpernden Satz produziert, dessen Sinn unter dieser Holprigkeit gelitten haben könnte: Der Gewinn besteht für mich vor allem darin, dass materielle Dinge Zeit kosten - direkt oder indirekt. Sei es so offenkundig wie bei einem ständig klingelnden Handy oder aber auch in der Absicherung dessen, was man schon erworben hat: Ein arbeitsamer und recht betuchter Onkel von mir verbringt nicht etwa Zeit damit, diesen seinen Reichtum zu genießen, sondern in abzusichern, zu versichern, zu vergrößern - was auch immer. In jedem Fall pflegt er trotz fortgeschrittenen Alters keine Zeit zu haben (er wüsste sie wohl anders auch nicht zu nutzen), geschäftig, sorgengeplagt ist er damit ausgelastet, sich keine Chance auf Geld- und Grundstückserwerb entgehen zu lassen.

Diese Art des Lebens ist auch allgemein anerkannt: Leute tragen diese ihre Geschäftigkeit (= Wichtigkeit und Unentbehrlichkeit) wie das Allerheiligste vor sich her, sie berufen sich auf Tüchtigkeit, auf irgendeine verquere Verantwortung, welche sie zu tragen gezwungen seien (wobei man niemals weiß, wer denn einen solchen Zwang je auf sie ausgeübt habe).

Das war es ungefähr, was ich mit dem von aufeinanderfolgenden Objekten wimmelnden Satz gemeint habe. Beim Brotkauen gestehe ich nicht zu sparen, wie ich überhaupt dem Essen jene Wichtigkeit nicht zuerkenne, welche sich in den so ins Kraut geschossenen Kochsendungen unterschiedlichster Provenienz kundtut. Ich erweise der Ernährung keine sehr viel größere Aufmerksamkeit als dem Endprodukt derselben, bin leicht zufrieden zu stellen und achte einzig darauf, meinen Umfang nicht zu verdoppeln (eine Gefahr, die glücklicherweise nicht besteht).

lg

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Offline sandhofer

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Re: Eigentlich wollte ich ja ...
« Reply #8 on: 18. Juli 2011, 08.05 Uhr »
Hallo!

Eigentlich wollte ich ja keine weltanschauliche Diskussion vom Zaun reissen. Sondern nur dartun, dass wieder einmal viel zu viele Bücher der Lektüre harren bei mir. Neue, noch nie gelesene und solche, die einer Zweit-, Dritt- oder sonstigen Wiederholungslektüre harren.

Grüsse

sandhofer
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Offline orzifar

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Re: Eigentlich wollte ich ja ...
« Reply #9 on: 18. Juli 2011, 13.29 Uhr »
Ich glaubte zu wissen, dass dir an der Diskussion nicht gelegen war ;). Abseits davon verstehe ich im übrigen trotz des Argumentes, dass man "seine Gegner kennen müsse" nicht wirklich den Kauf von Steinerschen Büchern. Bei aller Redlichkeit: Mit jedem Blödsinn muss man sich nicht auseinandersetzen.

lg

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Offline mombour

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Re: Eigentlich wollte ich ja ...
« Reply #10 on: 18. Juli 2011, 16.23 Uhr »
Hallo,

ich habe ganz früher mal ein wenig Steiner gelesen. "Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten? " und ähnliches. Habe alles wieder vergessen. Im Grunde genommen müsste man sich dann auch mit der Theosophie beschäftigen, Blavatsky....  Mich interessiert so etwas gar nicht mehr. Zu abgedreht. Ich habe früher mal mit Begeisterung Paul Brunton gelesen, der in einem Buch dann behauptete, irgendwann in späterer Zeit stehen die ägyptischen Mumien wieder auf.. Zu meiner Zeit war noch folgendes in: :Elisabeth Haich: "Einweihung", " Autobiografie eines Yogi" von Paramahansa Yogananda,  Prof. Dr. Walter Hinz: "Geborgenheit".  Das sind alles gegnerische Bücher ;D, darunter das Buch von Yogananda noch das interessanteste ist. Ich bin aber über diese Art von Literatur hinausgewachsen und lese so etwas seit Jahrzehnten nicht mehr.  Das  alles muss man nicht zwingend lesen, wirklich nicht.

Liebe Grüße
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Offline sandhofer

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Re: Eigentlich wollte ich ja ...
« Reply #11 on: 18. Juli 2011, 20.03 Uhr »
Hallo!

Abseits davon verstehe ich im übrigen trotz des Argumentes, dass man "seine Gegner kennen müsse" nicht wirklich den Kauf von Steinerschen Büchern. Bei aller Redlichkeit: Mit jedem Blödsinn muss man sich nicht auseinandersetzen.

"Kein Mensch muss müssen und ein sandhof'r müsste?" - Nein, guter Nathan, natürlich hast Du Recht. Ich muss nicht. Jedenfalls nicht in dem Sinne, dass mich einer mit vorgehaltenem Revolver zwänge. Allerdings halte ich Steiner für einen der "Denker" (man beachte bitte die Anführungszeichen!), die unsere Gegenwart recht deutlich prägen. Aktuell vielleicht gar mehr als der einst omnipräsente Freud. Natürlich hast Du Recht, mombour, ich sollte mich konsequenterweise dann auch mit der Theosophie beschäftigen. Kommt vielleicht noch. Allerdings möchte ich mich gegen die Mehrzahl ("Steinersche Bücher") doch verwehren. Es handelt sich um eines - wenn auch ein recht dickes.  ;) Abgesehen von der Antrophosophie: Steiners Ausgabe der Goehte'schen naturwissenschaftlichen Schriften in der Sophien-Ausgabe ist m.W. auch heute noch die umfangreichste - wenn auch philologisch nicht über jeden Zweifel erhaben. Dann hat Steiner einen meiner Lieblinge, Christian Morgenstern, "bekehrt", so bekehrt, dass er seine herrlichen Galgenlieder völlig fallen liess.

Grüsse

sandhofer
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Offline Anita

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Re: Eigentlich wollte ich ja ...
« Reply #12 on: 22. Juli 2011, 12.30 Uhr »
Allerdings halte ich Steiner für einen der "Denker" (man beachte bitte die Anführungszeichen!), die unsere Gegenwart recht deutlich prägen. Aktuell vielleicht gar mehr als der einst omnipräsente Freud.

Halte ich auch so, und lese gerne hier im Forum. Eine Seite kann man immer erst dann recht verstehen, wenn man auch die Gedanken der anderen kennt. Drum bewundere ich es eher, wenn du Steiner liest.

LG
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Offline sandhofer

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Re: Eigentlich wollte ich ja ...
« Reply #13 on: 22. Juli 2011, 19.18 Uhr »
Hallo!

@Anita: Ich weiss noch nicht, ob ich Steiner verstehen will oder ihn heruntermachen.  :angel:

@orzifar: Ich werde versuchen, Xenophon noch 'reinzuquetschen. Start sofort, nehme ich an?  ;)

Grüsse

sandhofer
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Offline orzifar

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Re: Eigentlich wollte ich ja ...
« Reply #14 on: 22. Juli 2011, 23.49 Uhr »
@orzifar: Ich werde versuchen, Xenophon noch 'reinzuquetschen. Start sofort, nehme ich an?  ;)

Immer doch ;).

Ich bin dem Argument gegenüber skeptisch, dass man sich mit solchen Dingen wirklich auseinandersetzen muss, um sie auch kritisieren zu können. Mit dem genau gleichen Worten versuchten mich auch die Wachtürmler an der Wohnungstür zu überzeugen, dennoch verweigere ich ihnen meine Gefolg- und Leseschaft.

Steiner mag einen Einfluss ausüben (das tut auch die Jungfrauengeburt), aber er ist kein Denker (oder aber man zählt auch Boris Becker und Dieter Bohlen zu denselben). Jemand, der sich nicht entblödet über Engel und deren metaphyische Beschaffenheit zu philosophieren, der sich über Alchemie und Atlantis ausließ, von Wiedergeburt schwafelte, theosophische Tanzstile kreierte, dem ein geheimes, fünftes Evangelium offenbart wurde mit zwei Jesuknaben - und unzählige ähnliche Schwachsinnigkeiten mehr - dem wäre wohl eher der Gang zu einem Arzt seines Vertrauens zu raten gewesen. Er war ein völlig durchgeknallter Esoteriker, der sich vom Blut Jesu eine spirituelle Menschheitsevolution erwartete, deren Ziel in der Anthroposophie liegt. Das einzige, was daran fasziniert ist die Tatsache, dass dieser hochgradige und hochprozentige Schwachsinn immer noch en vogue ist.

lg

orzifar
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