Author Topic: Eigentlich wollte ich ja ...  (Read 10326 times)

Offline sandhofer

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Re: Eigentlich wollte ich ja ...
« Reply #15 on: 23. Juli 2011, 07.20 Uhr »
Hallo!

Ich bin dem Argument gegenüber skeptisch, dass man sich mit solchen Dingen wirklich auseinandersetzen muss, um sie auch kritisieren zu können.

Nun ja - es kursiert hierzulande sehr viel, das das Etikett "Rudolf Steiner" trägt: Schulen (vom Kindergarten bis zum Gymnasium), Spitäler (wohin alle dem Tod geweihten und von der Schulmedizin de facto aufgegebenen Krebskranken pilgern, in der Hoffnung auf ein Mirakel) etc. Es ist immer ein schöner Effekt, wenn man mit "Schülern" irgendeines Propheten diskutiert (die "Zeugen Jehovas" oder eben "Wachtürmler" eignen sich auch sehr gut), und diese feststellen müssen, dass man das Werk ihres Propheten mindestens so gut wenn nicht besser kennt als sie. Von Zeit zu Zeit tu ich so was gern.  ;D

Steiner mag einen Einfluss ausüben (das tut auch die Jungfrauengeburt), aber er ist kein Denker (oder aber man zählt auch Boris Becker und Dieter Bohlen zu denselben).

Weshalb ich mich mit ersterer auch auseinander gesetzt haben. "Denker" habe ich ja absichtlich in Anführungszeichen gesetzt.

Jemand, der sich nicht entblödet über Engel und deren metaphyische Beschaffenheit zu philosophieren, der sich über Alchemie und Atlantis ausließ, von Wiedergeburt schwafelte, theosophische Tanzstile kreierte, dem ein geheimes, fünftes Evangelium offenbart wurde mit zwei Jesuknaben - und unzählige ähnliche Schwachsinnigkeiten mehr - dem wäre wohl eher der Gang zu einem Arzt seines Vertrauens zu raten gewesen.

Du hast wohl Recht. Aber siehst Du: All das, was Du hier schreibst - davon weiss ich nichts. Weil ich mich um Steiner bisher wirklich nicht mal so viel gekümmert hätte, dass ich auch nur einen Lexikon-Eintrag über ihn gelesen hätte.

Grüsse

sandhofer
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Offline Anita

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Re: Eigentlich wollte ich ja ...
« Reply #16 on: 23. Juli 2011, 12.05 Uhr »
@Anita: Ich weiss noch nicht, ob ich Steiner verstehen will oder ihn heruntermachen.  :angel:

Um jemanden angreifen zu können, muss man immer erst einmal seine Gedanken verstehen. Soll ja dann auch wehtun, wenn man loslegt, oder?  :cherie:

LG
Anita
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Offline orzifar

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Re: Eigentlich wollte ich ja ...
« Reply #17 on: 23. Juli 2011, 15.56 Uhr »
@Anita: Ich weiss noch nicht, ob ich Steiner verstehen will oder ihn heruntermachen.  :angel:

Um jemanden angreifen zu können, muss man immer erst einmal seine Gedanken verstehen.

Im Prinzip - ja. Allerdings ist in solchen (Steinerschen) Fällen die Lage eine andere: Es gibt an Offenbarungen nichts zu verstehen, die glaubt man (oder auch nicht). Ich weiß nicht, wer lt. Steiner ihm das fünfte Evangelium von den zwei Jesukindern diktiert hat (ich meine mich aber erinnern zu können, dass er das Ursprungsrecht für diese Doppelgeburt gar nicht in Anspruch nehmen kann, eine solche Theorie gab's schon früher), wobei das erste Kindchen eine Reinkarnation Zarathustras gewesen sein soll und sich mit dem zweiten Jesukind auf wundersame vereinigte. Endpunkt des Wunders ist die Anthroposophie.

Die obskuren Ideen einer Blavatsky (einer der ersten, die sich mit Plagiatsvorwürfen beschäfigen musste, arme Propheten), vor allem deren Antisemitismus hat später Lanz von Liebenfels übernommen, später die Nationalsozialisten, die Rassentheorie stammt aus diesen theosophischen Quellen. Juden wurden als minderwertig, als abnorme Bindeglieder zwischen den Rassen angesehen (während das blondhaarig-blauäuige Ideal fröhliche Urständ feierte). In einer Ausbildungsbroschüre für Lehrer der Waldorfschulen heißt es: "Der Keim zum Genie ist der arischen Rasse bereits in ihre atlantische Wiege gelegt worden."

Naja, wer's mag ;).

lg

orzifar
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Offline Anita

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Re: Eigentlich wollte ich ja ...
« Reply #18 on: 23. Juli 2011, 18.44 Uhr »
Im Prinzip - ja. Allerdings ist in solchen (Steinerschen) Fällen die Lage eine andere: Es gibt an Offenbarungen nichts zu verstehen, die glaubt man (oder auch nicht).

Ich habe mit Anfang 20 meinen ersten Versuch, und da recht lang, unternommen, mich mit dem Kosmos der Anthroposophie auseinander zu setzen und vor kurzer Zeit nochmals, auch Theosophie nach Steiner. Ich bin nie ins Innerste vorgedrungen, weil viel zu komplex und eine ganz andere Weltsicht. Dabei hatte ich auch nie die Geduld mich wirklich auf dieses tiefe Thema einzulassen. Deshalb denke ich, wenn man nur hier und da ein paar Zitate von Steiner in den Raum wirft, völlig am Kern der Theorie vorbei zielt.
Selbiges wird und wurde immer mit Nietzsche betrieben. Wenn Steiner´s Ansichten irgendwie "braune Suppe" wären, ich denke, dann gäbe es keine Waldorfschulen mehr ;)

LG
Anita
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Offline orzifar

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Re: Eigentlich wollte ich ja ...
« Reply #19 on: 23. Juli 2011, 18.58 Uhr »
Wenn Steiner´s Ansichten irgendwie "braune Suppe" wären, ich denke, dann gäbe es keine Waldorfschulen mehr ;)

Es gibt sowohl in Österreich als auch Deutschland Untersuchungen wegen des Ariertums und Antisemitismus in Waldorfschulen (mit einem Antrag auf Verbot derselben). In Frankreich kümmerte sich mittlerweile die Sektenkommission um die Schulen. Gerade der Antisemitismus als auch der arische Gedanke ist konstituierender Teil der Anthroposophie. Wenn du dich damit auseiandergesetzt hast, solltest du es ohnehin wissen. Diese Sendung meine ich gesehen zu haben und ist nur einer von unzähligen entsprechenden Berichten. Da aber sowohl die Esoterik als auch der Antisemitismus (oder die Schwachsinnigkeiten religiöser Provenienz) durchaus salonfähig sind, dauert's häufig mit Verboten. Und braune Suppe wird halt dort nicht verboten, wo eine Affinität zu derselben besteht (oder man sie halt nicht sehen will). Und: Aus Sätzen wie "Wenn Steiner´s Ansichten irgendwie "braune Suppe" wären, ich denke, dann gäbe es keine Waldorfschulen mehr ;)" spricht - mit Verlaub - eine etwas naive Obrigkeitsgläubigkeit, bei der ich zumeist nicht weiß, ob ich schmunzeln oder doch schon beunruhigt sein soll ;).

lg

orzifar
« Last Edit: 23. Juli 2011, 19.12 Uhr by orzifar »
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Offline sandhofer

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Re: Eigentlich wollte ich ja ...
« Reply #20 on: 23. Juli 2011, 21.29 Uhr »
Steiner komplex und tief - nach allem, was ich weiss: nein, ich denke nicht.

A propos braune Suppe und Esoterik. Die Zusammenhänge gibt es und sie sind erschreckend gross und vielfältig. Auch mein Freund Gurdjieff hat da seine Wurzeln und seine Blüten. Es wäre ein Wunder, wenn Steiner nicht kleinere oder grössere Spritzer dieser Jauche aufwiese. Nebenbei allerdings: Hitler hat persönlich nie viel von Esoterik gehalten.
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Offline orzifar

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Re: Eigentlich wollte ich ja ...
« Reply #21 on: 23. Juli 2011, 21.51 Uhr »
Hitler hat persönlich nie viel von Esoterik gehalten.

Naja, von Blavatskys Wurzelrassenlehre (die die Theosophen übernommen haben) führt direkt der Weg über Lanz von Liebenfels (der sich explizit auf Blavatsky beruft und der die zweifelhafte Ehre für sich in Anspruch nehmen kann, als erster die Hakenkreuzfahne in ihrer europäischen, nicht indischen Version, gehisst zu haben) und Guido von List zu Hitler. Der im übrigen auch noch Anhänger von Hörbigers Welteislehre war. Schon ein bissi eso ;).

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Offline mombour

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Re: Eigentlich wollte ich ja ...
« Reply #22 on: 24. Juli 2011, 06.42 Uhr »
Hallo orzifar,

ich weiß gewiss, dass sich Nationalsozialisten mit seltsamen esoterischen Anwandlungen beschäftigt haben (z.B. Welt-Eis-Lehre) ich weiß aber auch, das die Anthroposophische Gesellschaft von den Nationalsozialisten verboten worden ist.
 HIER.

Im Jahre 1909 hat sich Rudolf Steiner vom Rassenbegriff der Theosophen distanziert:

   
Quote from: siehe Wikipedia-Artikel "Anthroposophie"
„Es ist ja durchaus begreiflich, dass eine jede Bewegung sozusagen ihre Kinderkrankheiten hat und dass man im Anfang der theosophischen Bewegung die Sache so dargestellt hat, als wenn sozusagen die Erde in sieben Zeiträume zerfiele – man nannte das Hauptrassen – und jede der Hauptrassen in sieben Unterrassen; und dass das alles sich so stetig wiederholen würde, so dass man immer von sieben Rassen sprechen könnte und sieben Unterrassen. Aber man muß über die Kinderkrankheiten hinauskommen und sich klar sein darüber, daß der Rassenbegriff aufhört eine jegliche Bedeutung zu haben gerade in unserer Zeit.“[69]
Quelle

Liebe Grüße
mombour
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Offline sandhofer

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Re: Eigentlich wollte ich ja ...
« Reply #23 on: 24. Juli 2011, 07.26 Uhr »
Hallo zusammen!

Die frühe NSDAP hat viel von der Ariosophie übernommen, stimmt. Hitler hat Lanz von Liebenfels einmal besucht, und ein paar Hefte von dessen Zeitschrift "Ostara" muss er gelesen haben, welche, kann man allerdings nicht mehr rekonstruieren. (Lanz von Liebenfels gab Hitler sogar Geld, damit der wieder mit der Trambahn nach Hause fahren konnte.) Eine direkte Verbindung Guido von Lists zu Hitler kann man, m.W., nicht nachweisen. Die Behauptung, dass Hitler seine Weltanschauung 1:1 von List übernommen und von Wien nach München transferiert hätte, tauchte zum ersten Mal 1932 als gegen Hitler gerichtete Polemik auf und wurde dann von Freund und Feind übernommen. Gegenseitige Abhängigkeiten und Einflüsse sind wohl vorhanden - im dem Sinne, dass da im Osten des deutschen Sprachraums ein Unbehagen zu blühen begann innerhalb der Deutschsprachigen, die ihren politischen und wirtschaftlichen Einfluss in Kakanien zusehends verloren, was - wie immer - besonders den Kleinbürger beschäftigte und zu abstrusen Verschwörungstheorien und weltanschaulichen Kombinationen hinriss. (Es gibt auch adlige Kleinbürger.)

Es wurden im übrigen die meisten dieser ariosophischen Gesellschaften dann vom fest im Sattel sitzenden Nationalsozialismus verboten. Man konnte schliesslich auch keine gleichgesinnten Rivalen neben sich dulden ...  >:D

Grüsse

sandhofer
« Last Edit: 24. Juli 2011, 07.38 Uhr by sandhofer »
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Offline Anita

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Re: Eigentlich wollte ich ja ...
« Reply #24 on: 24. Juli 2011, 12.17 Uhr »
Hier mal eine Gegendarstellung:

Quote
Die Kommission kommt erneut zu dem Ergebnis, dass Mutmaßungen, Rassismus gehöre inhärent zur Anthroposophie oder Steiner gehöre gar zu den ideellen Wegbereiter des Holocaust, kategorisch abgelehnt werden müssen. Es hat sich vielmehr herausgestellt, dass Steiner im Gegenteil bereits von 1900 an unter anderem in der deutschen Zeitschrift "Mitteilungen aus dem Verein zur Abwehr des Antisemitismus" vor den Gefahren des Antisemitismus gewarnt hat.

Die bezeichneten 16 Aussagen stuft die Kommission als ungeschickt, bedenklich, stark beleidigend oder ernsthaft diskriminierend ein.

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Offline orzifar

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Re: Eigentlich wollte ich ja ...
« Reply #25 on: 24. Juli 2011, 13.56 Uhr »
Der Wikipedia-Artikel über Steiner ist recht informativ und vermittelt (mir) einen Eindruck davon, wie es zu einem solchen Lebenslauf (Werk) kommen kann. Das Zitat von Tucholsky spiegelt das wieder, was ich häufig in Bezug auf derartig erleuchtete Gurus immer wieder vermute: "„Rudolf Steiner, der Jesus Christus des kleinen Mannes, ist in Paris gewesen und hat einen Vortrag gehalten. […] Ich habe so etwas von einem unüberzeugten Menschen überhaupt noch nicht gesehen. Die ganze Dauer des Vortrages hindurch ging mir das nicht aus dem Kopf: Aber der glaubt sich ja kein Wort von dem, was er da spricht! (Und da tut er auch recht daran.) […] Wenns mulmig wurde, rettete sich Steiner in diese unendlichen Kopula, über die schon Schopenhauer so wettern konnte: das Fühlen, das Denken, das Wollen – das ‚Seelisch-Geistige‘, das Sein. Je größer der Begriff, desto kleiner bekanntlich sein Inhalt – und er hantierte mit Riesenbegriffen.[...]" (Fettdruck von mir). Eines aber ist schon faszinierend (und Tuchholsky weist auch darauf hin): Es kann nichts so blöd, dumm, abgründig sein, man kann Offenbarungen haben wie Mohammed, Mr. Smith oder Steiner: Immer findet sich irgendeine gläubige Gemeinde, die den größten Unsinn als Wahrheit empfindet. Was den Guru selbst anlangt habe ich da (wie Tucholsky) oft meine Zweifel, wie's mit dem Glauben bestellt ist. Vielleicht kann intensive Autosuggestion bewirken, dass man den eigenen Schmarrn irgendwann glaubt. Auch, weil man das zumindest zur Schau stellen muss.

(Mein Grundstück grenzt an das eines solches Eso-Gurus, der immer wieder zumeist Damen mittleren Alters nackicht um ein Lagerfeuer drapiert und durch Aroma-Therapie ihre aufgestauten sexuellen Energien zu befreien sucht, natürlich nicht ganz kostenfrei. Er hat mir in wohlklingenden Worten von der kosmischen Energie des Feuers erzählt, von spiritistisch befreienden Düften (so nebenbei liegt er im Streit mit einem anderen Nachbarn, der von wohlriechend nichts weiß und ihn immer wieder wegen Geruchsbelästigung anzeigt, vermutend, dass der Guru alte Socken oder Autoreifen verbrennen würde; das aber muss ich in Abrede stellen, so schlecht riecht's nicht), auch von Engeln und Geistwesen und obschon ich des lieben Friedens wegen darum bemüht war, ein äußerst aufgeschlossenes Gesicht zu machen, erging's mir wie weiland dem Wächter des Pontius Pilatus im Leben des Brian: Ich bekam einen veritablen, um so stärkeren, weil lange unterdrückten Lachkrampf, während er mit wahrhaft kosmischen Lauten die Engel zu beschwören versuchte - und jeder weiß um die Vergeblichkeit von Versuchen, sich wieder einzukriegen - vor allem dann, wenn das Gegenüber mit den Beschwörungen fortfährt. Ich habe (ohne alle Übertreibung) Tränen gelacht, ihn aber über die wahre Ursache meiner Heiterkeit im Unklaren gelassen, wobei er mich schließlich mit den Worten verabschiedete, dass er sich glücklich schätze, einen derart fröhlichen Nachbarn zu besitzen.)

Glaubt er an seine Aromatherapie? Sicher bin ich mir nicht, ich habe eher den Eindruck, dass er an sein Bankkonto glaubt. Andererseits hat er seinen Sinn und Zweck erfüllt, die wenigen flüchtigen Begegnungen waren mir immer ein wahrer Quell der Heiterkeit (auch in der Erinnerung) - und was kann man mehr verlangen vom Leben als einen derart wunderbaren Lachanfall, zu dem mich seine Ausführungen brachten?

lg

orzifar

der sich aber trotzdem wieder von der Esoterik ab- und dem historischen Sokrates zuwenden wird.
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Re: Eigentlich wollte ich ja ...
« Reply #26 on: 25. Juli 2011, 12.13 Uhr »
Hallo!

"Guru" ist - ein bisschen Begabung als Selbstdarsteller vorausgesetzt - ein prächtiges und lukratives Geschäftsmodell. So eine Karriere habe ich mir auch schon überlegt ...  :angel:

(Mein Grundstück grenzt an das eines solches Eso-Gurus, der immer wieder zumeist Damen mittleren Alters nackicht um ein Lagerfeuer drapiert und durch Aroma-Therapie ihre aufgestauten sexuellen Energien zu befreien sucht, natürlich nicht ganz kostenfrei.

Er könnte sein Geschäftsmodell erweitern und auch Damen etwas jüngeren Datums mtieinbeziehen. Dann würde ich nicht zögern, als Partner einzusteigen.  ;D

Grüsse

sandhofer
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Re: Eigentlich wollte ich ja ...
« Reply #27 on: 27. Juli 2011, 15.11 Uhr »
Ich hatte eher an kombinierte Schweige- und Arbeitsseminare gedacht. 500 Euro pro Wochenende, spartanische Kost, alle müssen die Klappe halten und mein doch recht umfängliches Grundstück auf Vordermann bringen. Weitere Geschäftsfelder, die auch mein Nachbar schon erschlossen hat: Er braut Essenzen, homöopathisches Viagra auf Pflanzenbasis, die Ampulle für 60 Euro. Außerdem Trommelseminare (das einzige, was mich ein wenig nervt), allerdings ist sein Haus rund 200 Meter entfernt, dazwischen Wald, sodass sich die Lärmbelästigung in Grenzen hält (und mit kaum mehr als einer Stunde pro Woche erträglich ist). Auf Huldigungen und nackte Körper leiste ich gerne Verzicht, sofern die Truppe sich daran hält, keine akustische Umweltverschmutzung zu betreiben.

Im übrigen gäbe es noch einiges Amüsantes und Erstaunliches über den guten Mann zu berichten, für die nächsten Mußestunden will ich mir derlei vornehmen.

lg

orzifar
« Last Edit: 28. Juli 2011, 15.35 Uhr by orzifar »
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Re: Eigentlich wollte ich ja ...
« Reply #28 on: 28. Juli 2011, 15.28 Uhr »
Von einer Frau Gartenpflege zu erwarten, halte ich für riskant. Frauen betrachten Pflanzen als ihre natürlichen Feinde, denen sie in Akten äusserster Grausamkeit die Fortpflanzungsorgane abschneiden, um sie als Trophäen im Wohnzimmer zu präsentieren. (Aber meine Sammlung an Schrumpfköpfen muss ich im Keller lagern ...)
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Offline orzifar

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Re: Eigentlich wollte ich ja ...
« Reply #29 on: 28. Juli 2011, 17.12 Uhr »
Von einer Frau Gartenpflege zu erwarten, halte ich für riskant. Frauen betrachten Pflanzen als ihre natürlichen Feinde, denen sie in Akten äusserster Grausamkeit die Fortpflanzungsorgane abschneiden, um sie als Trophäen im Wohnzimmer zu präsentieren. (Aber meine Sammlung an Schrumpfköpfen muss ich im Keller lagern ...)

 ;D ;D - allerdings kann von Gartenarbeiten hier nicht gesprochen werden: Das wären vielmehr Urwaldrodungen. Und eigentlich möchte ich mir diese Wildnis auch bewahren, außerdem würde Klein-Orzifar eine Planierung nicht gutheißen. (Mein Weingarten wurde einmal von Amts wegen besichtigt - man wollte Steuern erheben - und trotz meiner Ankündigung, dass der damit beauftragte Beamte reißfeste Kleidung und gutes Schuhwerk mitbringen solle, wurde dieser mein Ratschlag nicht beherzigt. Das Ergebnis war ein hilfloser Staatsdiener, der inmitten von Dornen (viel Weißdorn, ich habe ihm von Proust erzählt, aber der gute Mann war nicht belesen) und Gestrüpp keinen gangbaren Weg aus dem Dickicht fand und wie weiland Jesu als Mann von "Blut und Wunden" auf allen Vieren durchs Unterholz kroch. Immerhin hatte die Aktion eine Steuerbefreiung zur Folge.)

lg

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