Hallo kenavo,
ich habe die Erzählung auch gerade gelesen und verrate die Pointe nicht. Aufallend, Nabokov erwähnt sehr oft Farben. Sehr schön fand ich (abgesehen von dem Sonnenuntergang) das knisternde Spiel der Funken auf dem Fahrdraht einer Straßenbahn. Ein herrliches Kleinod zwischen Glück und Tragik.
Vor dieser Erzählung ist in meinem Band noch "Zufall". Gibt es die Geschichte in deinem Band?
"Zufall" (1924)
Tragische Geschichte eines Emigranten, der 1919 aus Russland geflohen sind, weil sie hinter ihm her waren. Seine Frau Lena ist in Russland geblieben, in Odessa hatten sie sich verpasst. Nun hat Lushin, der Emigrant, sich durch diverse Jobs geschlagen und ist nun Kellner im Speisewagen eines Zuges. Er ist völlig deprimiert, weil er seine Frau vermisst und wohl niemals wieder sehen werde. Im Grunde genommen hat er mit seinem Leben abgeschlossen.
Und dann passiert es. In einem Zug von Berlin nach Paris befinden sich beide, Lushin und Lena. Was dann passiert, verrate ich mal nicht.
Wie in "Maschenka", melancholische Geschichte über einen Emigranten, der seine große Liebe niemals wieder sieht. Natürlich, "Maschenka" finde ich bedeutend besser, und das hat aber nichts damit zu tun, weil diese Erzählung viel kürzer ist. Sprachlich ist "Maschenka" weithaus virtuoser. Mir hat auch "Einzelheiten eines Sonnenuntergangs" viel besser gefallen, weil dort so viele Farben versprüht werden und das Lokalkolorit weitaus fassbarer und schöner getroffen ist. Tragisch sind beide Geschichten.
Liebe Grüße
mombour