Author Topic: Vladimir Nabokov - Die Erzählungen  (Read 24574 times)

Offline Kenavo

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Vladimir Nabokov - Die Erzählungen
« on: 25. Juli 2009, 17.16 Uhr »
Bei Mombour dauert es noch etwas bis er seine Bücher in den Händen hällt und Mascha wird nur jede 3. Geschichte mit uns kommentieren.. aber ich versuche schon mal einen Anfang....


Da ich die französischsprachige Ausgabe lese, gebe ich den französischen Titel + die wortwörtliche Übersetzung davon an - in der Hoffnung dass man in etwa auch im Deutschen dann erkennt um welche Geschichte es sich handelt - spätestens aber in der Inhaltsangabe werden wir uns dann wohl in den gleichen Geschichten wieder finden :wink:


1. Le Lutin - Der Kobold
 (zuerst erschienen 7/01/1921)
der Titel sagt es - eine No-Go Geschichte für mich. Fantasy, Übersinnliches, Harry Potter oder Tolkien - ich kann damit nichts anfangen - auch wenn ein Nabokov es schreibt. Glücklicherweise nur 4 Seiten lang (in meinem Buch (große Seiten :wink: ) und obwohl ich sie der Vollständigkeit halber gelesen habe, kann ich nicht genau sagen um was es da geht.
Kein guter Einstieg.. aber es kann nur noch besser werden :)
« Last Edit: 03. August 2009, 18.44 Uhr by Kenavo »
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Offline Kenavo

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Re:Vladimir Nabokov - Die Erzählungen
« Reply #1 on: 25. Juli 2009, 17.16 Uhr »
2. Ici on parle russe - Hier spricht man Russisch
 (zuerst erschienen 1923)
Diese Geschichte handelt von dem Tabakwarengeschäftsinhaber Martyn Martynytch und seiner Familie. Der Sohn Pétia und der Ich-Erzähler kennen sich seit einer gemeinsam verbrachten Krankheit und Jahre später bindet ihn der Vater durch das Erzählen eines Familiengeheimnisses noch mehr an ihn und seine Lieben.
Ein Geheimnis das mir so irrwitzig und seltsam erscheint - und das ich auch nicht preisgeben will bis wenigstens meine beiden Mitleser die Chance haben, die Geschichte zu entdecken. Sie zählt zwar nur 9 Seiten aber von vornherein zu wissen, was auf einen zukommt ist sogar bei so einer kurzen 'Distanz' nicht toll.
Aber hier wird mir jemand 'helfen' müssen mit der Interpretation - ich gehe mal davon aus, dass Nabokov sich zu dem Moment schon im Exil befand und somit ist es ein wahrlich böser Hieb gegen das Regime in Russland.. aber so was von böse.. :wink:

(eines kann man mir nicht abstreiten - ich motiviere meine Mitleser wo ich nur kann  ;D )
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Offline mombour

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Re:Vladimir Nabokov - Die Erzählungen
« Reply #2 on: 25. Juli 2009, 18.01 Uhr »
Quote from: Kenavo
Aber hier wird mir jemand 'helfen' müssen mit der Interpretation - ich gehe mal davon aus, dass Nabokov sich zu dem Moment schon im Exil befand und somit ist es ein wahrlich böser Hieb gegen das Regime in Russland.. aber so was von böse.. :wink:

Aufgrund der Oktoberrevolution floh die Familie Nabokov 1917 nach Jalta, anschließend ging es nach Europa. Vladimir ging 1919 nach Cambridge, studierte am Trinity College Naturwissenschaften, russische und französische Literatur. Dort schrieb er auch Gedichte.

"Wir treffen uns wieder nach Jahren
Wir werden weinen dann,
Daß wir nicht mehr sind, was wir waren
Und die Zeit uns sinnlos verrann..."


Ab 1922 wohnte er in Berlin. Im Jahre 1937 musste er, weil seine Frau Jüdin war,aus Deutschland fliehen. Es ging nach Frankreich, 1940 in die USA.

@kenavo: Ich bin sehr motiviert, ja!! ;D

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Offline mascha

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Re:Vladimir Nabokov - Die Erzählungen
« Reply #3 on: 27. Juli 2009, 13.26 Uhr »
2. Ici on parle russe - Hier wird Russisch gesprochen
(zuerst erschienen 1923)

Diese Geschichte handelt von dem Tabakwarengeschäftsinhaber Martyn Martynytch und seiner Familie. Der Sohn Pétia und der Ich-Erzähler kennen sich seit einer gemeinsam verbrachten Krankheit und Jahre später bindet ihn der Vater durch das Erzählen eines Familiengeheimnisses noch mehr an ihn und seine Lieben.
Ein Geheimnis das mir so irrwitzig und seltsam erscheint - und das ich auch nicht preisgeben will bis wenigstens meine beiden Mitleser die Chance haben, die Geschichte zu entdecken. Sie zählt zwar nur 9 Seiten aber von vornherein zu wissen, was auf einen zukommt ist sogar bei so einer kurzen 'Distanz' nicht toll.
Aber hier wird mir jemand 'helfen' müssen mit der Interpretation - ich gehe mal davon aus, dass Nabokov sich zu dem Moment schon im Exil befand und somit ist es ein wahrlich böser Hieb gegen das Regime in Russland.. aber so was von böse..

Ja, Nabokov hatte in seinen Berliner Jahren (und nicht nur) sehr oft die russischen Emigranten unter die Lupe genommen. Herrlich fand ich in dieser Hinsicht Maschenka  :)
Und diese Erzählung hat es auch in sich.
Zuerst mal lässt er uns ohne Umschweife wissen wie diese Berliner Emigranten zu der kommunistischen Führung der Sowjetunion stehen: Petja kauft sich u.a. einen Hammer und eine Büste Lenins und zerschlägt letztere mit ersterem noch im Laden.

Was für mich aber der Kern der Erzählung ausmachte war die feine (aber liebevolle) Ironie mit der er das Leben und Ansichten dieser Leute schildert: sie sind tatsächlich der Meinung, durch ihre Tat dem Vaterland zu dienen, bzw. etwas gegen den Bolschewismus zu unternehmen. Und das tun sie auch noch schön, ordentlich, wie es sich für Gutsherren gehört, ohne viel Leid, mit ganzem Komfort und … letzten Endes nur sich selber schädlich.

Es ist kein richtig böses Unterfangen, doch spürt man schon den Hang zur subtilen Ironie und Unterhaltung des werdenden großen Schriftstellers.

Erwähnen muss ich noch die unaufdringliche Art in der er die Eckdaten der Geschichte schildert: Kleine Spuren hie und da und schon wissen wir wann das passiert (Die Frau von Martynytsch hatte seit den Tagen der Revolutionswirren ein Zucken im Gesicht), welcher Seite die Leute angehören (Besitzer eines außergewöhnlichen Traktors), womit sie sich so beschäftig(t)en (Puschkin und die Griechen statt Politik) usw.

Und schon sind wir bei einem der Gründe, warum ich Nabokov so gern lese: Seine Liebe zum bedeutungsvollen Detail, seine ordentliche Art zu schreiben. (Doderer lässt in dieser Hinsicht auch grüßen.)

Fazit: eine empfehlenswerte Erzählung!

@kenavo: nach deinen Eindrücken über Der Kobold zu urteilen ist Die Einladung zur Enthauptung, das ich zuletzt von ihm gelesen habe, nichts für dich  :-\

Offline Kenavo

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Re:Vladimir Nabokov - Die Erzählungen
« Reply #4 on: 27. Juli 2009, 13.45 Uhr »
Quote from: mascha
Und diese Erzählung hat es auch in sich.

Vielen Dank für deine ausführlichen Erklärungen – dank Mombours biographischen Details konnte ich mir die Geschichte schon in etwa richtig deuten – aber durch deine Informationen habe ich gesehen, dass ich bei diesem Autor noch viel genauer lesen muss. Das mit dem Hammer und dem Kopf hatte ich natürlich ‚gelesen’ – war aber irgendwie war das dann an mir vorbeigerauscht.. und das Detail mit der Mutter und dem Zucken oder dem Besitz von einem Traktor der Familie hatte ich regelrecht überlesen.
Aber in der Tat – dieses ‚Erfüllen’ eines Auftrages, den sie ja noch nicht einmal bekommen, sondern sich selber gestellt haben, finde ich auch zu schräg. Aber genau wie du sagst :

Quote from: mascha
Was für mich aber der Kern der Erzählung ausmachte war die feine (aber liebevolle) Ironie mit der er das Leben und Ansichten dieser Leute schildert: sie sind tatsächlich der Meinung, durch ihre Tat dem Vaterland zu dienen, bzw. etwas gegen den Bolschewismus zu unternehmen. Und das tun sie auch noch schön, ordentlich, wie es sich für Gutsherren gehört, ohne viel Leid, mit ganzem Komfort und … letzten Endes nur sich selber schädlich.
 ;)

Wunderbare Geschichte..

Allein Einladung zur Enthauptung ist vom Titel her schon mal nichts für mich.. aber ich werde mich tapfer durch jede einzelne Geschichte hier kämpfen
:D
« Last Edit: 27. Juli 2009, 21.00 Uhr by Kenavo »
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Offline mombour

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Re:Vladimir Nabokov - Die Erzählungen
« Reply #5 on: 27. Juli 2009, 19.24 Uhr »
Zuerst mochte ich loswerden, dass man sich vom Buchtitel „Einladung zur Enthauptung“ nicht irreführen lassen sollte. Der Roman ist eine herrliche Parodie auf einen Diktaturstaat. Der Inhalt wankt gerne zwischen Realität und diversen Fantasien, auch die Sehnsucht nach dem alten
 Russland offenbart sich. Das nur am Rande.

„Der Kobold“: Die Geschichte wird in deutscher Übersetzung mit „Geisterwelt“ wiedergegeben, auch hier die Sehnsucht nach der alten Heimat. Der Kobold ist ein Waldgeist, der auch hatte flüchten müssen. Die Zerstörung des alten Russlands wird hier metaphorisch mit dem Abholzen der  Wälder erläutert (das erinnert mich an Tschechows „Kirschgarten“, dort muss der Kirschgarten wegen einer Ferienwohnanlage weichen). Der Forst war weg, nur graue Asche, so heißt es in Nabokovs Erzählung, darum musste unser Waldgeist sich auf Wanderschaft begeben, sozusagen emigrieren.

Diese Erzählung ist ein wenig niedlich, kann mit Nabokovs späteren Werken, auch mit „Maschenka“ nicht herhalten. Es ist eben seine erste Erzählung. Erstaunlich ist aber, dass Nabokov zwei Jahre später in „Hier wird russisch gesprochen“, sprachlich gesehen und von der Idee her schon ein  waschechter Nabokov ist.

 Tja, dieser Martynytsch behandelt den Bolschewisten sehr unsanft. Trotzdem, gerade diese groteske Situation, dieser arme Kerl in der Badzelle, veranlasste mich zum Schmunzeln. (Mascha ging es ähnlich, wie ich las).  Bemerkenswert ist, dass dieser Bolschewist in dem Tabakladen eben nicht russisch sprach. Martynytsch wollte in seinem Tabakladen eine russische Oase einrichten, da hat der Kerl natürlich gleich gestört. Natürlich verhält sich Martynytsch nicht rechtens, weil er Selbstjustiz übt und selber unmenschlich ist. Man kann seine Heimat eben nicht in die andere Welt mitnehmen. Sein geliebtes Russland muss man leider wehmütig zurücklassen. Das ist das Schicksal von Emigranten. Den Hammerschlag auf die Leninbüste fand ich einfach köstlich.

Liebe Grüße
mombour
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Offline mascha

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Re:Vladimir Nabokov - Die Erzählungen
« Reply #6 on: 29. Juli 2009, 12.36 Uhr »
Zuerst mochte ich loswerden, dass man sich vom Buchtitel „Einladung zur Enthauptung“ nicht irreführen lassen sollte. Der Roman ist eine herrliche Parodie auf einen Diktaturstaat. Der Inhalt wankt gerne zwischen Realität und diversen Fantasien, auch die Sehnsucht nach dem alten
 Russland offenbart sich. Das nur am Rande.

Stimmt, kenavo, wie ich schon sagte, Nabokovs Exkurse in die phantastische Welt sind ziemlich gut in der Realität verankert.

Hier meine Notizen:

Le Lutin - Der Kobold - Geisterwelt
Eine kleine Erzählung, die folgendermaßen anfängt:

„Ich zog gedankenverloren mit der Feder den zitternden runden Schatten des Tintenfasses nach. In einem fernen Zimmer schlug die Uhr, und mir Träumer wollte es scheinen, als klopfe wer an die Tür - .“ (S. 11)

Herein kommt ein grauer, gebeugter Mann, der sich als der Waldgeist entpuppt, der in frühen Jahren und in einem anderen Land mit dem Autor herumgetollt hatte.
Er musste das besagte Land / Russland auch verlassen, genauso wie der Autor, genauso wie viele andere Geister (der Wassergeist, der Hausgeist), getrieben von der Grausamkeit und der zerstörerischen Stimmung, die da herrschte.

Die Erzählung ist ein bisschen pathetisch, von Wehmut durchtränkt, doch ich denke, sie hat so ziemlich den damaligen Seelenzustand der russischen Emigranten getroffen und ist somit gut aufgenommen worden.

Wie oft im Werk Nabokovs eine Anspielung, die mich amüsiert hat:

„Und sind nun alle fort, sind fort, vertrieben von dem wahnsinnigen Landmesser.“ Ich weiß nicht, ob einer der Führungsköpfe der Oktoberrevolution als „Landmesser“ bezeichnet wurde (oder tatsächlich war), aber auch wenn das nicht der Fall sein sollte, ist es eine Anspielung auf die Nationalisierung des Landes im Folge der Oktoberrevolution. Die meisten Emigranten waren gut situierte Leute gewesen, denen man alles (nicht nur Ländereien) entschädigungslos genommen hatte.

Diese Erzählung ist ein wenig niedlich, kann mit Nabokovs späteren Werken, auch mit „Maschenka“ nicht herhalten.

Finde ich auch  ;)

Lieben Gruß von
mascha (ich hätte jetzt fast maschenka geschrieben  :), die nun Isabel & Co beim Skilaufen begleitet (Der Schlag des Flügels)

Offline mombour

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Re:Vladimir Nabokov - Die Erzählungen
« Reply #7 on: 29. Juli 2009, 20.46 Uhr »
"Der Schlag des Flügels" (1923)

„Sie irren sich. Ich habe keine Heimat“. Nur ganz nebenbei wird Kerns Emigrantendasein erwähnt. Seine Frau ist gestorben. Er schaut sich  ihr Gesicht in einer älteren Ausgabe einer Zeitschrift („Tatler“). Warum sie in der Zeitung abgebildet war, wissen wir nicht.

Im Skiurlaub in der Schweiz schwärmt er für eine Engländerin namens Isabel, an die er aber nicht herankommen kann. Kern befindet sich in einer drückenden Stimmungslage. Das wird atmosphärisch in Worten vermittelt:

„In der Ferne schwammen die metallenen Berggipfel im Grabeslicht. Ihm schien es, als habe er für einen Augenblick den Tod gesehen. Er zog die Falten  des Vorhangs so eng zusammen, daß nicht ein einziger nächtlicher Strahl ins Zimmer fallen konnte. Aber als er das Licht gelöscht hatte, bemerkte er vom Bett aus, daß der Rand eines kleinen Glasgestells aufleuchtete. Da stand er auf, machte sich lange am Fenster zu schaffen und verfluchte das Mondlicht. Der Fußboden war kalt wie Mamor.“

Das ist eine Passage, die mir besonders gut gefällt, weil sie sehr fein die Stimmung von Kern mit Raum füllt. Besonders aufmerksam skizziert ist der schwache Lichteinfall des Mondes, der ja eine gewisse Kühle ausstrahlt und dann ist der Fussboden so kalt wie Mamor. Das passt alles so herrlich zusammen. Semele, die Mondgöttin, steht mythologischj gesehen mit der Unterwelt in Verbindung und Kern, der depressiv verstimmt ist, will sich sein Leben nehmen.

„Der Tod erschien ihm wie ein ruhiger Schlaf, wie ein sanftes Fallen. Keine Gedanken, kein Herzklopfen, keine Schmerzen.“

Isabel: „Die fliegende Isabel“, da dachte ich natürlich an einen Schmetterling.

„Sie gehört zur Gattung der Glatthäuter. Sie sucht nur flüchtige Beziehungen.“

Was meint Nabokov mit „Glatthäuter“ (ist das ein zoologischer Begriff?)

Kern ist im betrunkenen Zustand, als er Isabels Zimmer betritt. Die Sache mit dem Engel habe ich nicht verstanden. Es mag sein, dass Kern einer Halluzination erlegen ist. Das Raubtier ist dann wohl der Hund, den Kern lauschend schon mal erspäht hatte. Ich werde diese Textstellen noch einmal lesen.

Kerns gedrückte Stimmung und die Erinnerung an seine Frau (Maschenka?), die Melancholie eines Emigranten? Übrigens ist "Tatler" eine Modezeitschrift, die man heute noch abonieren kann. In der Abo-Werbung heißt es:

"TATLER - eine hochwertige Zeitschrift, die über Mode und Schönheit berichtet, Menschen porträtiert und über Musik, Kunst, Theater und Film informiert."

Vielleicht können wir die Sache mit dem Engel noch lüften.:wink:

Liebe Grüße
mombour
Thomas Hardy: Herzen in Aufruhr
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Offline mascha

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Re:Vladimir Nabokov - Die Erzählungen
« Reply #8 on: 30. Juli 2009, 13.31 Uhr »
"Der Schlag des Flügels" (1923)


Vielleicht können wir die Sache mit dem Engel noch lüften.

Hallo mombour,

mir bleibt nicht mehr viel übrig, über die Erzählung zu sagen. Die von dir zitierten Stelle fand ich auch wunderbar. Jetzt beim wieder Lesen merke ich, dass da schon vom Tod die Rede ist, d.h. von einer leichten Todesnähe, Todesahnung.

Das ist bestimmt nicht die einzige Spur, die Nabokov hinterlässt, daraufhin müsste ich die Erzählung noch untersuchen.

Das scheint mir deswegen von Bedeutung, weil ich die nächtliche Szene als Traum interpretiert habe. Er wurde von dem steckenden Schlüssel ausgelöst und vermischt Realität, bzw. Gedanken Kerns (die Gitarre, der Hund, der zu schreibende Brief) mit Fantasie (Hund, der sich in einen Engel verwandelt).

Der Engel hat Flügel, einer wird gebrochen - Schicksalsflügel?

Am anderen Tag stirbt jemand (wer das ist, darf kenavo noch nicht wissen ), d.h. der Traum bewahrheitet sich, was nicht nur im Werk von Nabokov öfters vorkommt, sondern auch in seinem Leben.

Ich zitiere einige Stellen aus M. Maar: Solus Rex, Berlin Verlag 2007

„Metaphysik war für ihn [Nabokov] […] nicht Gedankenspielerei, sondern etwas bedrängend und furchtbar Ernstes. Auch das Entziffern der nächtlichen Botschaften war keine Spielerei. Brian Boyd überliefert, Nabokov habe luzide Träume gehabt.“ (S. 81)

(Brian Boyd: Die russischen Jahre 1899-1940, Rowohlt, Reinbeck bei Hamburg 1999)

So hat er z.B., Jahre bevor er durch das Verkaufen der Rechte für die Verfilmung von L-olita reich geworden ist im Traum den Onkel gesehen, dem er sein erstes Vermögen verdankt. Dieses Vermögen wurde ihm während der Russischen Revolution entrissen. Der Onkel kam also im Traum und meinte, er würde als „Harry und Kuvyrkin“ wiederkehren. Den Scheck für die L-olita-Rechte zeichnete die Filmgesellschaft „Harris and Kubrick“.

Oder 1945 träumt er von Sergej, er sieht ihn „in Agonie in einem deutschen Konzentrationslager. Am Tag darauf kam die Nachricht: Sergej war in Neuengamme gestorben.“ (S. 81)

Auch der Tod des Vaters, „die Urkatastrophe seines Lebens, war der Familie angeblich von einem Medium vorhergesagt.“ (S. 82)

Ob das alles stimmt, sei dahingestellt, die Tatsache aber, dass diese Sachen von Nabokov ernst genommen wurden bleibt und hinterlässt auch in seinem Werk gewisse Spuren.

Findet ihr meine Interpretation annehmbar?? Ich lasse mir natürlich gerne widersprechen  ;)


mombour: Zu Glatthäuter habe ich nichts gefunden …

Interessant deine Assoziation: fliegende Isabel = Schmetterling  :) , habe ich gar nicht daran gedacht.

Und danke für die Info über TATLER  ;)

Lieben Gruß von
mascha

Offline Kenavo

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Re:Vladimir Nabokov - Die Erzählungen
« Reply #9 on: 30. Juli 2009, 17.13 Uhr »
Aber hallo.. wer rennt mir denn hier davon :)
Ich rekapituliere erst einmal und komme dann zu dem Schlag des Flügels.

° Dank einer Frage von Mascha, habe ich die erste Geschichte noch einmal gelesen und revidiere ganz gerne mein erstes Urteil, dies sei bloß Fantasy und deshalb nichts für mich. Da ich im Nachhinein merkte, dass ich die zweite Geschichte zu schnell gelesen hatte und einiges einfach überlesen hatte, widmete ich mich der ersten doch noch einmal – und komme jetzt doch auch zur Schlussfolgerung von Mombour.. Die Sehnsucht nach der Heimat kleidet er wohl in eine Geschichte, die mir nicht unbedingt behagt – aber ich muss doch auch die Zeit in Betracht ziehen zu der sie geschrieben wird – somit ist das also dann doch ok.

° Da meine Ausgabe chronologisch vorgeht, kommt vor eurer besprochenen Geschichte Der Schlag des Flügels noch
3. Bruits – Klänge (September 1923)
(ich übernehme hier den deutschen Titel der Aufzählung von Mascha – obwohl ich es sehr subtil finde, dass ‚Bruits’ im Französischen zuerst Geräusch, Lärm bedeutet aber als dritte Bedeutung Gerüchte – und auch darum geht es in dieser Geschichte)

Bisher meine liebste Geschichte. Es geht um einen Ich-Erzähler der ein Verhältnis zu einer verheirateten Frau hat und mir ihr gemeinsam einen Bekannten besucht.
Als sie nach dem Besuch wieder zum Haus der Frau gehen, schickt sie ihn unter einem Vorwand zum Freund zurück (ich würde wetten, sie hat bewusst ihr Zigarettenetui vergessen), damit er Zeuge wird, wie dieser sich weinend im Bett liegend befindet – ist es die unglückliche Liebe zur Frau? Aber dies macht keinen Eindruck auf ihn – im Gegenteil, er fühlt sich als Zeuge des Unglücks des anderen regelrecht fröhlich.
Und selbst als er zur Frau zurückkommt und diese ihm sagt, dass sie ihrem Mann die Wahrheit sagen will - aufgrund einiger Leute, die sie wohl zusammen gesehen haben und anfangen werden zu reden, weiß er für sich selber – SO sehr liebe ich sie nicht.
Und mein Lieblingssatz:
Il m’était doux de te perdre (in etwa – es war mir angenehm (süß) dich zu verlieren)

In meiner Ausgabe gibt es im Anhang nicht nur chronologische Daten, Originaltitel, sondern Dmitri Nabokov ergänzt auch manchmal mit einigen persönlichen Fakten – er sagt zu dieser Geschichte, dass sie wohl eine Geschichte über seine Jugendliebe zu seiner Cousine Tatiana Evguenia Segelkranz sein.

° 4 - Un coup d’aile – Der Schlag des Flügels
(Oktober 1923)
Ihr beide habt dazu schon ausgiebig geschrieben und zum Inhalt und zur Deutung bleibt mir kaum mehr etwas mehr zu sagen.
Außer dass mir die Geschichte mit dem Engel auch zuerst rätselhaft (und wieder etwas zu abgehoben :) ) war – aber als er kurze Zeit später keine Spur mehr vom Engel im Schrank fand, es anderntags seinen vermeintlich geschriebenen Brief nicht mehr gab, habe ich es mir auch als alkoholbeeinflussten Traum erklärt.

Ja, in der Tat – schöner Vergleich mit dem Schmetterling und der fliegenden Isabel.

Ihr wisst ja dass mich Sprachen faszinieren – aber hier haben wir nun ein sehr schönes Beispiel, wie Übersetzer ihre eigene Persönlichkeit in einen Text mit hineinbringen.
Der Satz, den Mombour hervorhebt, habe ich auch gefunden.

Sie gehört zur Gattung der Glatthäuter. Sie sucht nur flüchtige Beziehungen

Nur ist in der französischen Übersetzung zu lesen:

Elle est de la race des glisseuses. Elle ne recherche que des frôlements.

Dazu ist es interessant zu wissen, dass ‚glisser’ als Bedeutung z.B. hat: über den Schnee gleiten – was ja hier wie die Faust aufs Auge passt
Ich würde also diesen Satz folgendermaßen sehen:

Sie gehört zur Gattung der ‚Gleitenden’. Sie sucht nur leichte Berührungen.
Das erspart uns also eine Sinnsuche der Glatthäuter :)
Und dabei haben wir jetzt noch nicht mal das russische Original :D


Doch noch etwas vergessen - der 'Tatler' war mir vorher schon ein Begriff - Evelyn Waugh und/oder Somerset Maugham..  ;)
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Offline mombour

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Re:Vladimir Nabokov - Die Erzählungen
« Reply #10 on: 30. Juli 2009, 17.19 Uhr »
Hallo Kenavo,

"Der Schlag des Flügels", so ist es in meiner Ausgabe notiert, im Mai 1923 in Berlin geschrieben.(ist letzendlich aber nicht so wichtig, ob im Mai oder Oktober).

Schön wie du die Sache mit Glatthäuter gelöst hast.

"Klänge" lässt mich doch ein wenig ratlos zurück. Erst fühlt er sich in der Liebe zu der Frau so glücklich, dass er sich mit allem eins fühlt, doch, die lockere Entscheidung, sie zu verlassen, nur weil der Ehemann auftaucht, ist doch überraschend, weil dieser Vorgang völlig undramatisch abläuft. Pal Palytsch ist sicher wesentlich mehr verliebt, weil er unglücklich in Tränen ausbricht. Für den Ich-Erzähler scheint es ein etwas unverbindliches Verhältnis gewesen zu sein.

Als "Klänge" können hier die verschiedenen  seelischen Zustände der Personen gemeint sein. Der Unglückliche Palytsch, die völlig verliebte Frau und dann der Erzähler.

Der einleitende Teil bis zum ersten größeren Absatz finde ich sprachlich am stärksten (die Bach-Fuge usw.) Danach fließt der Sprachduktus doch meist recht konventionell dahin.

Liebe Grüße
mombour
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Re:Vladimir Nabokov - Die Erzählungen
« Reply #11 on: 30. Juli 2009, 17.24 Uhr »
Hallo zusammen,

wie schon angedeutet, lese ich parallel zu den Erzählungen

M. Maar:
Solus Rex – Die schöne böse Welt des Vladimir Nabokov
Berlin Verlag 2007


Wenn ich Bezüge zu unseren Erzählungen finde, werde ich sie als Exkurse kennzeichnen.

@kenavo: wie schön du die Glatthäuter verwandelt  :) hast Da sieht man, wie sehr wir auf die Übersetzer angewiesen sind.

Klänge

@mombour: ja, den Anfang fand ich auch schön, aber den Rest irgendwie linkisch, stilistisch holprig. Komischerweise ging es beim Wieder Lesen besser. Irgendwie sind das Erzählungen, die sich nicht unbedingt beim ersten Mal eröffnen (winke kenavo assignid_52268975

Gelungen fand ich hier wieder mal die subtile Art, die Beziehungen zwischen den Personen, bzw. ihr Seelenzustand zu ermitteln.

Übrigens, habt ihr auch den Verdacht, dass Pal Palytschs Einladung erfunden war und sie den Ich-Erzähler nur zu einem bestimmten Zweck mitgeschleppt hat?

Herrlich schräg fand ich auch das Bild in dem er Palytschs „Heilung“ zeigt: Ein anderer Pal Palytsch kräuselte sich schwarz und zitternd im Wasser. (S. 69)

Klänge ist ein schöner Titel, passt auch zum „Einklang“ des Ich-Erzählers mit der Natur, in ein paar schönen Passagen geschildert.

Exkurs: Dieses Grundgefühl, das etwas „Zerfließendes hat und zwischen zwei Polen oszilliert“ nennt M. Maar in „Solus-Rex“ das Medusen-Gefühl.

Der eine Pol wäre der, den wir auch in der Erzählung Klänge finden: Einigung mit der Natur, Gefühl der Allsympathie, das die Ich-Grenzen lustvoll überschwemmt. Das ist z.B. auch bei Goethes Werther zu finden. (auch bei Nabokov weiter in den Erzählungen Götter und Träger Rauch)

Der andere Pol des Medusen-Gefühls ist das Gegenteil des oberen: die Verbindung des Ich zur Welt kollabiert, Wörter werden zu absurden Hüllen, die Begriffe zersetzen sich. (siehe auch Werther am Ende) Hier wird eine Parallele zu Hugo von Hofmannsthals Brief des Lord Chandos gezogen, das das berühmte Bild der Wörter prägt, die wie modrige Pilze im Mund zerfallen. Bei Nabokov ist das z.B. in der Erzählung Entsetzen zu finden.

Ja und zwischen diesen zwei Extremen bewegt sich das innere Ich Nabokovs, das Ich seiner Werke, auf dessen Suche sich Maar in diesem Buch macht.

Lieben Gruß von mascha, die sich demnächst um die Götter kümmert  ;)

PS: Meine beiden HC-Bände sind unterwegs

Offline Kenavo

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Re:Vladimir Nabokov - Die Erzählungen
« Reply #12 on: 30. Juli 2009, 17.26 Uhr »
Liebe Mascha - dank dir erst einmal für deinen Kommentar - du bist ja wirklich sehr gewissenhaft und 'fleißig' - aber das macht auch alles sehr viel Spaß und ich finde es sehr interessant wie all diese Häkchen ineinander passen.

Auf der anderen Seite kann ich aber noch keine neue Geschichte als gelesen vermelden - der Job und zuhause halten mich derzeit etwas auf Trab.. aber ich werde nicht verzagen und an diesem Projekt dran bleiben :)
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Re:Vladimir Nabokov - Die Erzählungen
« Reply #13 on: 30. Juli 2009, 17.33 Uhr »
Götter

Mal wieder eine vielschichtige Erzählung, die sich nicht so einfach zusammenfassen lässt. Es geht um ein trauerndes Paar und ihren Versuch, über den Verlust eines Kindes hinwegzukommen.

Das erfährt man aber nach und nach. Den Anfang fand ich wunderbar: eine trauernde Frau wird durch das, was sich in ihren Augen spiegelt eingeführt: eine leere, verregnete Straße, nachts, trübe Regenluft. Auf diesem Hintergrund erscheint dann auch der Ich-Erzähler.

Die Frau bleibt auch weiterhin im Hintergrund, um die etwas verdächtige Begeisterung des Mannes für alle und alles ins richtige Licht zu rücken. Er ist von der Ekstase des Lebens durchflutet, er spürt in seinem Blut das Kreisen des Universums (siehe das „Medusengefühl“ oben), der Bettler hält ihm einen Maiglöckchenstrauß entgegen, alles leuchtet usw.

Zum ersten Mal in diesen Geschichten begegnen wir wortwörtlich auch einem Schmetterling. (Symbolisch hatten wir ihn ja schon in Der Schlag des Flügels)

Auf dem Weg zum Friedhof versucht er, sie durch Hinweise auf die Herrlichkeit des Lebens abzulenken, aber auch durch Märchen.(Märchenspuren findet man öfters bei Nabokov.) Ich fand sie beide sehr schön, sowohl das um die Zypresse und den Mandelbaum als auch das über den ersten Ballonflug und das goldene Ei.

Herrlich fand ich auch die Beschreibung der Fahrt mit der U-Bahn mit Anspielungen auf Dantes „Göttliche Komödie“:

Quote
Wir steigen auf breiten Stufen hinab in die langen, düsteren unterirdischen Gewölbe. […] Die grauen Wände sind mit Darstellungen von strahlenden Sündern bemalt. Aus der Tiefe wächst in schwarzen Wellen ein samtenes Dröhnen empor. […] Ich bin sicher, sie reden in Terzinen. Und deine Nachbarin […] ist das nicht Beatrice? Aus der feuchten Hölle treten wir wieder in die Sonne hinaus.

Und dann mein Lieblingssatz:
Quote
Du und ich werden einen neuen goldenen Sohn haben. Er wird entstehen aus deinen Träumen und meinen Märchen.
(S. 98 )

Es war mir in dieser Erzählung zu viel Gold eingestreut, doch da sie sozusagen im siebten Himmel spielt, ist das vielleicht erlaubt.

Habt ihr die violetten Farbtupfen bemerkt? Das ist eine von Nabokovs Lieblingsfarben. Sie kommt auch in den anderen Erzählungen vor.

Exkurs (S. 86-88 ): Nicht der Tod eines Sohnes, sondern der Tod des Vaters von Nabokov steht im Hintergrund dieser Geschichte. Deshalb hat sie einen falschen Ton, stimmt psychologisch nicht.

Das eigentliche Thema sei das Thema von Sohn und vergöttertem Vater und würde in der kleinen Binnen-Novelle um den Ballonflug stecken.

Quote
Der Sonnenmythos des Ballonmärchens wird dem trauernden Elternpaar zum Trost. Auch des Erzählers Herz sei durch die Abendröte geflogen [..] und auch ihnen solle ein neuer goldener Sohn geboren werden.
(S. 88 )
(Diese Verbindung ist mir entgangen …)

Nabokov erzählt für den Verstorbenen:

Er hört es doch, ganz gewiß hört er meine Märchen. Ich erzähle doch für ihn. Für Worte gibt es keine Schranken. Versteh das doch!

Wahrscheinlich war das die Quelle, aus der er seine sprudelnde Produktion nach dem Tod des Vaters bezieht: 12 Erzählungen, 5 Stücke und 80 Gedichte in nur 2 Jahren. (alles unter dem Pseudonym Sirin)

Das Wort Gott verschwindet aus seiner Lyrik. Und es beginnt die Scharade der Geister. *winke kenavo*

FAZIT: wieder mal eine nicht so einfach gestrickte Erzählung, die zu entziffern sich lohnt

Lieben Gruß von mascha, die sich nun an die „Rache“ macht.

PS: kenavo – das klingt nicht gut, ich hoffe du kannst bald wieder deine Ruhe finden, ich denke an dich!

Offline mascha

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Re:Vladimir Nabokov - Die Erzählungen
« Reply #14 on: 30. Juli 2009, 17.36 Uhr »
RACHE

Die vorher erwähnte Scharade der Geister zieht schon in diese Erzählung ein.

Es ist eine Schauergeschichte, die erste ihrer Art, in der eine junge Frau grausam bestraft wird, weil sie ihren Mann mit einem … Gespenst betrügt.

Zum ersten Mal werden hier auch Figuren wortwörtlich aus der Erzählung entlassen.

Und auch zum ersten Mal wird hier ein Nymphchen, eine Vorläuferin L-olitas porträtiert.

Eine gewisse Komik hat die Erzählung auch, wenn man bedenkt was der Mann in seinem orangenen Koffer trägt: Einen Garderobenständer eigener Art … […] Unerläßlich für jeden Menschen.  ;D


Und Ironie ist auch dabei …

Alles in allem, hat diese Erzählung einen neuen Ton. Sie hat mir sehr gut gefallen.

PS:
1. Habt ihr die „violetten Streifen“ des Seidenkissens bemerkt?  ;)
2. Was sind diese „knisternden Zeitungslaken“, die der Professor kauft?? Eine Metapher für „Zeitungen“ oder wieder mal eine poetische Übersetzung?

Lieben Gruß von
mascha