Da ich in den nächsten 2 Wochen weniger Zeit habe, arbeite ich ein bißchen vor:
GÜTEDie Rahmengeschichte: ein Bildhauer verabredet sich mit seiner Geliebten und wartet vergebens.
Das ist, glaube ich nur die Verpackung, um den Ich-Erzähler zum Brandenburger Tor zu schicken und uns Einblicke in das Geschehen da zu gewähren.
Im Mittelpunkt steht die Verkäuferin an einem Straßenstand. Sie sitzt da auf ihrem Hocker, friert in ihren Watscheltstiefelchen und ihrer Überjacke aus gelbem Plüsch und … hofft in jedem Vorbeigehenden einen potentiellen Käufer zu finden, auch wenn sie es nicht zugibt.
Ein sehr liebevoll gezeichnetes Porträt im Gegenzug zu dem windigen, regnerischen Tag.
Sie ist es auch, die von „
Güte“ profitiert, eine einfache, aber so bedeutende Geste.
Das wirkt wiederum wie eine Art „Epiphanie“ auf den Ich-Erzähler, der mal wieder seine Freude an dieser guten Welt entdeckt und bezeugt. Na ja.
Schön dann am Ende die Fahrt mit der S-Bahn im Rhythmus der pochenden Kastanien.
Und eine Frage: Ist „
Sächelchen“ ein übliches Diminutiv? Noch nie gehört …
PS: Was die Beziehung Nabokov – Deutschland betrifft, aber auch um einfach mehr über Nabokovs Berliner Jahre zu erfahren, möchte ich euch folgendes Buch ans Herz legen:
Dieter E. Zimmer
Nabokovs BerlinNicolaische Verlagsbuchhandlung, Berlin 2001
Es ist ein Text- und Bildband wenn man will auch über das Berlin der 20-er und 30-er Jahre. Es beinhaltet u.a. kurze Ausschnitte aus dem Werk Nabokovs untermalt mit Bildern aus dem Berlin jener Jahre. Neben dem Bild des Brandenburger Tors steht diese Erzählung. Der Verkaufsstand kommt leider auf dem Photo nicht vor
DIE HAFENSTADTWieder mal eine Emigrantengeschichte, diesmal spielt sie in einer südfranzösischen Hafenstadt.
Nikita ist ein ehemaliger Offizier der über Konstantinopel nach Südfrankreich gekommen ist.
Dass das Leben in Konstantinopel nicht berauschend war wird nur kurz angedeutet: Nikita hat keine Angst vor Flöhen, „Konstantinopel … Baracken … Was glauben Sie wohl …“
Nach den üblichen Amtsgängen sucht er als erstes ein russisches Restaurant, wo er sich gleich heimisch fühlt, alles um ihn herum beschwor „den liebevollen russischen Provinzalltag“.
Mit der Heimat noch im Herzen, ist er auch in Frankreich ständig auf der Suche danach und glaubt sie auch da zu finden, wo sie vielleicht gar nicht ist. Oder doch?

PS: Ich stolpere in letzter Zeit immer wieder über solche Sachen: habt ihr schon mal das Diminutiv „Dämchen“ gehört?? (Zumindest Word streicht es nicht an … *grübel*)
Lieben Gruß von
mascha