Author Topic: Stephen King: Alpträume. Nightmares and Dreamscapes.  (Read 18171 times)

Offline mombour

  • Hero Member
  • *****
  • Posts: 593
    • Martin Stauder  Prosa & Lyrik
Re: Stephen King: Alpträume. Nightmares and Dreamscapes.
« Reply #30 on: 26. Mai 2012, 18.17 Uhr »
Hallo orzifar,

ach stöhn, ich sehe gerade, der Heyne Verlag hat diese Erzählungen in zwei Bänden herausgegeben. Der zweite Band heißt "Abgrund". Allerdings, bei Hofmann und Campe gibt es alle Erzählungen in einem Band. Das sind 697 Seiten. Die habe ich geordert, weil absolut preiswert und hier mal wieder der sonst bei manchen ungeliebte amazon - marketplace mir doch wieder ein Schnäppchen beschert. Also, die folgenden Geschichten werde ich dann auch noch inhalieren. Wenn schon, dann lese ich alle. :)

Liebe Grüße
mArtin
Thomas Hardy: Herzen in Aufruhr
Fernando Pessoa: Buch der Unruhe

Offline orzifar

  • Administrator
  • *****
  • Posts: 2 942
Re: Stephen King: Alpträume. Nightmares and Dreamscapes.
« Reply #31 on: 27. Mai 2012, 03.59 Uhr »

ach stöhn, ich sehe gerade, der Heyne Verlag hat diese Erzählungen in zwei Bänden herausgegeben. Der zweite Band heißt "Abgrund". Allerdings, bei Hofmann und Campe gibt es alle Erzählungen in einem Band. Das sind 697 Seiten. Die habe ich geordert, weil absolut preiswert und hier mal wieder der sonst bei manchen ungeliebte amazon - marketplace mir doch wieder ein Schnäppchen beschert. Also, die folgenden Geschichten werde ich dann auch noch inhalieren. Wenn schon, dann lese ich alle. :)

*jammer* - und ich hatte mich schon so über eine gute Ausrede gefreut, nicht weiterlesen zu müssen ;). Nein, passt, ich les auch alles. Obwohl das mittlerweile ein ziemlich saurer Apfel ist, in den wir da beißen. Wenigstens Geschichten, man kann immer von neuem hoffen.

lg

orzifar
Derzeitige Lektüre:

Herbert Schnädelbach: Philosophie in Deutschland 1831 - 1933
Hans Albert: Kritik des theologischen Denkens
John Irving: Owen Meany

Offline mombour

  • Hero Member
  • *****
  • Posts: 593
    • Martin Stauder  Prosa & Lyrik
Re: Stephen King: Alpträume. Nightmares and Dreamscapes.
« Reply #32 on: 27. Mai 2012, 05.44 Uhr »
 Hallo

mir passt es ganz gut, weil ich bei einer Wälzer - Challenge mitmache, in der das Buch mindestens 510 Seiten haben muss ;D. So etwas ist bei mir normalerweise kein Leseargument, aber bei Stephen King bin ich neugierig.

Liebe Grüße
mombour
Thomas Hardy: Herzen in Aufruhr
Fernando Pessoa: Buch der Unruhe

Offline Gontscharow

  • Hero Member
  • *****
  • Posts: 595
Re: Stephen King: Alpträume. Nightmares and Dreamscapes.
« Reply #33 on: 27. Mai 2012, 10.20 Uhr »

Was treibt Ihr da nächtens für absonderliche Dinge? Wälzer-Challenge?? ;D

Dabei ist doch Descartes-Challenge  angesagt und zwar bei (Tages-)Licht .
(Scheeerz, keine Kritik, nicht persönlich) :angel:

Offline orzifar

  • Administrator
  • *****
  • Posts: 2 942
Re: Stephen King: Alpträume. Nightmares and Dreamscapes.
« Reply #34 on: 27. Mai 2012, 21.47 Uhr »

Was treibt Ihr da nächtens für absonderliche Dinge? Wälzer-Challenge?? ;D

Dabei ist doch Descartes-Challenge  angesagt und zwar bei (Tages-)Licht .
(Scheeerz, keine Kritik, nicht persönlich) :angel:


Nein, Descartes ebenfalls bei Mondenschein. Und für die Wälzer-Challenge bin ich gerüstet mit Bd 5 der Recherche ;).

lg

orzifar
Derzeitige Lektüre:

Herbert Schnädelbach: Philosophie in Deutschland 1831 - 1933
Hans Albert: Kritik des theologischen Denkens
John Irving: Owen Meany

Offline orzifar

  • Administrator
  • *****
  • Posts: 2 942
Re: Stephen King: Alpträume. Nightmares and Dreamscapes.
« Reply #35 on: 30. Mai 2012, 16.54 Uhr »
Hallo!

Schön langsam erschöpft sich meine Geduld. In "Verdammt gute Band haben die hier" erreicht King einen neuen Tiefpunkt: Einfallslos, platt, dümmlich. Ein Paar verirrt sich mit dem Auto und kommt in den "Rock'n Roll Himmel", einer Ortschaft mit verstorbenen Popgrößen, in der sie auf immer und ewig den Konzerten zuhören müssen. Keine Spannung, keine Phantasie - nix. In Unkenntnis von Groschenromanen kann ich deren Qualität mit den Erzählungen Kings nicht vergleichen: Aber sie können kaum schlechter sein. Es ist wirklich erstaunlich (und nur durch den Namen Kings möglich), dass sich derlei geistloses Zeug verkaufen lässt. Jeder, der nur einen syntaktisch-grammatikalisch richtigen Satz zu schreiben versteht (wobei es noch Lektoren gibt) kann derlei verbrechen.

Dann eine weitere Zombie-Geschichte, "Hausentbindung". Auch hier wie bei den anderen: Absolut vorhersehbar, dadurch langweilig hoch drei, keine Pointe, interessante Idee - nichts. Erstaunlich ist dieses vollkommen überraschungsfreie Erzählen von Horror (sollte das nicht gerade in diesem Genre anders sein?).

Kann nur noch besser werden.

lg

orzifar
Derzeitige Lektüre:

Herbert Schnädelbach: Philosophie in Deutschland 1831 - 1933
Hans Albert: Kritik des theologischen Denkens
John Irving: Owen Meany

Offline mombour

  • Hero Member
  • *****
  • Posts: 593
    • Martin Stauder  Prosa & Lyrik
Re: Stephen King: Alpträume. Nightmares and Dreamscapes.
« Reply #36 on: 06. Juni 2012, 16.04 Uhr »
Hallo orzifar,

Diese Rochmusik-Geschichte und der Zombie hat mir ja auch nichts geistvolles gebracht.

Regenzeit

Alle sieben Jahre fallen im Willow, Maine, Kröten vom Himmel und fallen über Touristen her. Alle sieben Jahre, so etwas wir Alle sieben Jahre "grüßt das Murmeltier". Warum dieses so ist, irgendein Ritual.....Darin einen Sinn zu suchen ist zwecklos, ist aber doch nett erzählt, und nicht solch ein Langweiler wie die o.g.

Es folgen drei Geschichten, die mir völlig durch den Wind gegangen sind und auch abgebrochen. Also, da bin ich jetzt hart, wenn es mir zu dumm wird. Die eine Story ist in Form eines Drehbuchs geschrieben, so etwas macht mir von der Form schon kein en Spaß zur Lektüre.

Dann folgt aber eine sehr gute Story. Das ist "Crouch End", ein Vorort von London, in dem völlig mysteriöse Dinge passieren. Menschen verschwinden, Angehörige werden verrückt. Eine Frau erzählt der Polizei die Geschichte, wie ihr Mann plötzlich verschwunden ist. Das steht in einer Akte ungeklärter Fälle. Das ist übrigens eine story nach dem CTHULHU - Mythos von Lovecraft. Die story ist teilweise surreal.

Liebe Grüße
mombour
« Last Edit: 06. Juni 2012, 16.10 Uhr by mombour »
Thomas Hardy: Herzen in Aufruhr
Fernando Pessoa: Buch der Unruhe

Offline orzifar

  • Administrator
  • *****
  • Posts: 2 942
Re: Stephen King: Alpträume. Nightmares and Dreamscapes.
« Reply #37 on: 11. Juni 2012, 22.10 Uhr »
Hallo!

Zwei weitere Geschichten. "Regenzeit" handelt von einem Dorf, in dem es alle 7 Jahre fleischfressende Kröten regnet, die - wie die zu opfernden Jungfrauen bei mittelalterlichen Drachen - zumeist ein Pärchen, das zur Sommerfrische kommt, fressen. Völlig ohne Überraschungsmoment und langweilig hoch drei.

Dann "Mein hübsches Pony", keine Horrorgeschichte, sondern eine übers Altern. Und im Vergleich zu den Diskontthrillern zuvor eine Erholung, nichts Weltbewegendes, aber auch so schlecht nicht. Ein alter Mann philosophiert mit seinem Enkel über die Zeit, über die Vergänglichkeit, über das mit zunehmender Dauer immer schneller vergehende Leben. Nach den dämlichen Zombies und Monstern eine Erholung.

lg

orzifar
Derzeitige Lektüre:

Herbert Schnädelbach: Philosophie in Deutschland 1831 - 1933
Hans Albert: Kritik des theologischen Denkens
John Irving: Owen Meany

Offline orzifar

  • Administrator
  • *****
  • Posts: 2 942
Re: Stephen King: Alpträume. Nightmares and Dreamscapes.
« Reply #38 on: 16. Juni 2012, 17.36 Uhr »
Hallo!

Weiter im Text. Die Drehbuchgeschichte fand ich nun so übel nicht (wenigstens im Vergleich zu manch anderem), obschon sich mir nicht wirklich erschlossen hat, warum das Ganze als Drehbuch gestaltet wurde. Die Idee mit dieser Zeitschleife ist zwar nicht neu, aber auch nicht ganz so dümmlich wie die menschfressenden Kröten.

Besser auch die "10-Uhr-Leute", die wohl an Lovecraft erinnern soll (aber: Lovecraft für Arme). Fledermausähnliche Wesen schlüpfen in die Körper von Menschen, gesehen werden können sie nur von jenen, die gerade so im Begriff sind, das Rauchen aufzugeben (aufgrund einer vermuteten besonderen chemischen Disposition). Die "10-Uhr-Leute" (jene, die jede Pause für eine schnelle Zigarette nutzen), schließen sich gegen diese Invasion zusammen, werden verraten, aber einige entkommen und führen den Kampf gegen die Invasion weiter. - Immer wieder fällt es auf, dass sich King in diesen Geschichten um Erklärungen drückt, die Weiterführung zugunsten eines offenen Endes aufgibt, weshalb (bei mir) der Eindruck entsteht, dass es sich da jemand leicht machen wollte. Ein Einfall, schnell festgehalten, ein wenig ausgebaut, der sich aber dann doch nicht als tragfähig erweist, wird schließlich einfach abgebrochen und dieser Mangel zum offenen Ende umstilisiert.

lg

orzifar
Derzeitige Lektüre:

Herbert Schnädelbach: Philosophie in Deutschland 1831 - 1933
Hans Albert: Kritik des theologischen Denkens
John Irving: Owen Meany

Offline mombour

  • Hero Member
  • *****
  • Posts: 593
    • Martin Stauder  Prosa & Lyrik
Re: Stephen King: Alpträume. Nightmares and Dreamscapes.
« Reply #39 on: 18. Juni 2012, 11.26 Uhr »
Mir ist die Drehbuchgeschichte nur gegen den Wind geschrieben, weil es eben als Drehbuch geschrieben ist. Manche Geschichten fangen mich auch nicht so ein, dass ich dann weiterlese, wie z.B. "Die 10-Uhr-Leute.

Manches ist auch einfach zu fantastisch, dass mir alles in den Kopf eingeht. So ist die Geschichte "Das Haus in der Maple Street" sehr schön erzählt, warum sich in den Wänden des Hauses Metall verbirgt, dass sich dann als eine Art Raumschiff Enterprise entpuppt, ist wahrlich faszinierend, aber auch hier fehlt die Logik. WARUM ist dort ein Raumschiff verborgen. Warscheinlich muss in Hoororliteratur grundsätzlich lLogik nicht allzu ernst genommen werden. Vielleicht liegt das am Genre. Das Raumschiff erfüllt aber seinen Zweck. Es verschwindet mit dem ungeliebten tyrannischen Stiefvater in den weiten des Kosmos. Praktisch. :)

Die Kriminalstory "Der Fall des Doktors", eine Sherlock Holmes-Story finde ich hervorragend in altehrwürdiger Krimiweise erzählt. "Kopf runter", eine Geschichte um den Baseball hat mich wegen der Thematik nicht interessiert. Der Band endet mit einer sympatischen Legende fern ab von jedem Grusel. In einigen Geschichten aus der zweiten Hälfte des Bandes zeigt sich sehr deutlich das schriftstellerische Talent des Autors.. Muss mal gesagt werden, weil wir auch oft gelästert haben.
Jetzt ist wirklich FINE.

Liebe Grüße
mombour
Thomas Hardy: Herzen in Aufruhr
Fernando Pessoa: Buch der Unruhe

Offline orzifar

  • Administrator
  • *****
  • Posts: 2 942
Re: Stephen King: Alpträume. Nightmares and Dreamscapes.
« Reply #40 on: 22. Juni 2012, 16.19 Uhr »
Hallo!

Nun habe ich das Buch auch beendet.

In einigen Geschichten aus der zweiten Hälfte des Bandes zeigt sich sehr deutlich das schriftstellerische Talent des Autors.. Muss mal gesagt werden, weil wir auch oft gelästert haben.

Nein, hier kann ich nicht zustimmen. Das mit dem Talent ist aus diesen Geschichten für mich nicht ersichtlich. Sie waren durchwegs enttäuschend, sie waren - und wenigstens das hätte ich von "Horror" erwartet - noch nicht einmal spannend. Auch wenn King im Nachwort von häufiger Überarbeitung spricht: Mir schienen sämtliche Stories nachlässig, ohne viel Überlegen hingeschmiert, ein Einfall (und auch der nicht originell), der jeweils zu einer Geschichte ausgewalzt wurde. (So nebenher sollte dem Autor jemand mal mitteilen, dass die Beurteilung eines Buches nicht selbst vorgenommen werden sollte: Das Loben der eigenen Werke macht einen etwas peinlichen Eindruck.)

King scheint einfach nicht begriffen zu haben, was denn gute Literatur (auch gute Phantastik) ausmacht: Nicht die Aneinanderreihung von Einfällen, die wie das Ergebnis eines Brainstormings unter 12jährigen anmutet, sondern durchdachte Handlungen, plausible Personen, sorgfältige Komposition. Wie schon ganz zu Beginn der Leserunde erwähnt: Phantasie, Kreativität äußert sich nicht in der Erfindung von Einhörnern oder Elfen, sondern im Sprachgebrauch, in überraschenden Handlungsmomenten. Seine Vorstellung von Kreativität erinnert an die in verschiedenen Versionen erzählte Anekdote vom Mathematiker, der schließlich zur Literatur wechselte. Auf die Frage an seinen Professor, warum er denn die Mathematik verlassen habe antwortet dieser: Es fehlte ihm einfach an Phantasie. Hierin steckt sehr viel mehr Wahrheit, als die Phantasy- und Kreativitätsapostel in ihrer Einfalt wahrhaben wollen. (Kreativ ist Proust in der Beschreibung von Seelenzuständen, in der Wahl der Metaphern - aber nicht derjenige, der Zombies und Vampire auftreten lässt - im Gegenteil.)

Eine einzige Geschichte hat mir gefallen: Die über Baseball (von dem ich im übrigen auch nichts verstehe). Es ist kein Horror, sondern (lt. King) ein Essay (offenbar ist King mit der landläufigen Definition eines Essays nicht vertraut). Es ist also ein kleine Erzählung über den Erfolg eines Baseballteams von 12jährigen (Kings eigener Sohn war Mitglied der Mannschaft), ein Erfolg, den so niemand erwartet hatte. Der Unterschied zwischen dieser Geschichte und allen anderen: Die handelnden Personen wirken endlich einmal nicht platt erfunden, nicht klischeehaft, sondern sind einigermaßen lebendig. Daraus hätte sich noch wesentlich mehr machen lassen (ev. unter Verzicht der sportlichen Details und mit stärkerer Berücksichtigung der Lebensumstände der Jungen); und die Geschichte ist der Beweis dafür, dass es die Realität ist, welche Kreativität beweist und dass es dem Schriftsteller obliegt, aus diesen realistischen Versatzstücken eine Erzählung zu schaffen. Die keineswegs sich immer am Geschehenen orientieren muss, die aber zumindest einen vorgeblichen Eindruck von Authentizität zu erzeugen vermag. Die platt dümmlichen Vampiere und Leichen sind hingegen eine Zumutung.

Für mich eine einzige Enttäuschung, weil - wie erwähnt - mir die beiden Romane so schlecht nicht in Erinnerung waren. Horror soll spannend sein, lebt von den Überraschungsmomenten: Beides hat hier völlig gefehlt. Mein Bedürfnis nach Produktionen Kingscher Machart ist jedenfalls gedeckt - für die nächsten Jahre.

lg

orzifar
Derzeitige Lektüre:

Herbert Schnädelbach: Philosophie in Deutschland 1831 - 1933
Hans Albert: Kritik des theologischen Denkens
John Irving: Owen Meany