Hallo!
Wir lesen nun wieder im Gleichschritt. Zueignung: Naja, entbehrliche Geschichte. Ein Zimmermädchen schluckt das vertrocknete Sperma eines Gastes (Schriftsteller) auf Anraten einer "Hexe", wodurch das Mädchen, das gerade schwanger ist (oder wird?), einen Jungen bekommt, der später auch Schriftsteller wird.
Der rasende Finger: Howell sieht einen Finger aus dem Waschbecken ragen, ein Finger, den offenbar nur er sehen kann, der ihn beobachtet, bedroht und der zu allem Überfluss auch noch zu wachsen beginnt. Der Mann wappnet sich mit Abflussreiniger und Heckenschere, es beginnt ein Gemetzel, das einen Nachbarn dazu veranlasst, die Polizei zu rufen. Diese findet Howell im blutverspritzten Badezimmer, wobei das Desaster unaufgeklärt bleibt: Seltsames Gurgeln unter dem Klodeckel, der Polizist will nachsehen, die Geschichte bricht ab.
Die Ängste eines zurückhaltenden Buchhalters mit enzyklopädischen Wissen (er kennt beinahe alle Antworten eines Quizspiels im TV), der sich dirigieren, bestimmen lässt (auch vom auftauchenden Finger). Das Ende wollte mir billig erscheinen: Nicht dass ich etwas gegen offene Enden hätte, aber hier schien mir King einfach nur einen Ausgang aus der Geschichte gesucht zu haben.
Nach wie vor habe ich den Eindruck, dass es King an Originalität mangelt, die Konstruktionen ähneln einander, der Aufbau der Spannungsmomente lehrbuchhaft (wobei ich auf wirkliche Spannung bislang vergeblich warte). Alles wird mehr oder weniger routiniert, dadurch irgendwie lieblos dargestellt, ein Gefühl, das ich in diesem Ausmaß bei seinen Romanen nicht hatte. Aber ich finde diese Leserunde gut, über solche kleinen Geschichten - wenn auch nur Zweizeiler - zu schreiben, bewirkt - zumindest bei mir - eine andere Herangehensweise. Schon dies ein Grund weiterzulesen.
lg
orzifar