Author Topic: Stephen King: Alpträume. Nightmares and Dreamscapes.  (Read 18170 times)

Offline orzifar

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Re: Stephen King: Alpträume. Nightmares and Dreamscapes.
« Reply #15 on: 05. Mai 2012, 18.11 Uhr »

Hallo!

Zwei weitere Geschichten, wobei mich "Es wächst einem über den Kopf" unverständnisvoll staundend zurückgelassen hat. Ich habe überhaupt nicht begriffen, worin die Pointe der Geschichte bestand, mit welcher Absicht das alles erzählt wurde - einfach rätselhaft. Hast du, mombour, den Sinn des Ganzen verstanden?  ???

Die "Klapperzähne" vermitteln, wie der Titel schon andeutet, die moderne Form eines animistischen Weltbildes. Auch nichts wirklich Besonderes (Killerkuschelteddys sind ein beliebtes Hollywoodthema), aber immerhin konnte ich der Geschichte folgen. Allerdings habe ich meine Ansprüche mittlerweile stark zurückgeschraubt und nebenher festgestellt, dass ich selbst Marcuse mit mehr innerer Spannung lese als King. Wie erwähnt: So langweilig hatte ich seine Romane nicht in Erinnerung (mittlerweile hat mein Gedächtnis vermeldet, dass ich auch "The green mile" gelesen habe - mit mehr Vergnügen als diese Geschichten).

lg

orzifar
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Offline mombour

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Re: Stephen King: Alpträume. Nightmares and Dreamscapes.
« Reply #16 on: 06. Mai 2012, 09.45 Uhr »
Hallo orzifar,

was ich an Popsy interessant fand, habe ich eigentlich schon geschrieben. Der Leser weiß nicht, was der Gauner mit den Kindern anstellen will, und der Schluss eben, wie das Kind gerettet wurde, war für mich nicht voraussehbar. Insofern gerne geschmökert.

"Es wächst einem über den Kopf".  Die Geschichte ist nicht hundertprozentig einzuordnen, aber weitgehend schon. Sie folgt einem bestimmten Programm, nämlich den Untergang eines Unternehmens, der Untergang der gesamten Ortschaft wird angedeutet. Es geht auch um das Böse (Cora).

Jo Newall, wohlhabend und sehr reich baut für sich ein großes Haus, welches nicht in das Stadtbild des Ortes passt. Er wirtschaftet auch mit seinen drei Fabriken. Das Gemeindeleben ist ihm schnurz, offenbar ist er eine Art Einzelgänger, der in das Leben des Ortes Castle Rock nicht hineinpasst. Mit seinem Reichtum fördert er keineswegs die Wirtschaft dieses Ortes. Darum macht er sich unbeliebt. Das alles auf Zerstörung und Vernichtung hinausläuft, wird schon im ersten Absatz der Geschichte angedeutet: Der Herbst in Neuengland. Ein wunderbarer Absatz. Sehr schön auch dieser Satz:

Quote from: King
Kürbisse, faulig eingesunken, liegen aufgeschichtet am dämmerigen Schuppen und riechen wie der Atem kränkelnder alter Frauen.
Meiner geneigten Fantasie folgend assoziiere ich in dem Kürbis schon Cora, die in der Story sehr ungestaltet mit jugendverderblicher Erotik umschrieben wird:

Quote from: King
Sie war ein Sandsack von einer Frau, mit unglaublich breiten Hüften, einem unglaublich dicken Hintern, aber dafür mit einer Brust, so flach wie die eines Knaben, und einem absurd dünnen Pfeifenreiniger von einem Hals, auf dem ihr übergroßer Kopf nickte wie eine seltsame bleiche Sonnenblume.

Solch eine Frauenbeschreibung in widerlicher Manier  habe ich noch nie zuvor gelesen, King aber, natürlich sie bewusst so umschrieben hat (meine Assoziation zum Kürbis sind die Rundungen und der Kopf, der wie eine bleiche Sonnenblume aussieht). So eine Frau King natürlich ein missgestaltetes Kind gebären lässt. Alle sterben (Joe, Cora, das Kind). Nevalls Haus ist seit 11 Jahren völlig leer, doch inzwischen wird an Newalls Haus ein neuer Flügel angebaut und niemand weiß an sich, wer dafür verantwortlich ist (das "Böse"). Das Haus ist wie ein Fluch, die Cora selbst das sog. Böse, welche junge Knaben zu erotischen Fantasien lockt, sich jugendverderblich verhält.  Ganz Castle Rock ist dem allmählichem Untergang geweiht.

Liebe Grüße
mombour
« Last Edit: 06. Mai 2012, 11.30 Uhr by mombour »
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Offline orzifar

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Re: Stephen King: Alpträume. Nightmares and Dreamscapes.
« Reply #17 on: 07. Mai 2012, 01.18 Uhr »
Hallo mombour,

was ich an Popsy interessant fand, habe ich eigentlich schon geschrieben. Der Leser weiß nicht, was der Gauner mit den Kindern anstellen will, und der Schluss eben, wie das Kind gerettet wurde, war für mich nicht voraussehbar. Insofern gerne geschmökert.

Vielleicht war ich noch zu sehr in der vorigen Geschichte, aber mir war (nach dem der Kleine ihn gebissen hat) relativ klar, dass es sich mal wieder um einen Vampier handelt. Wozu die Kinder entführt werden, weiß man nicht genau (aber es spielt ja auch keine Rolle im vorliegenden Zusammenhang) - und dass es in diesem Fall schief gehen würde, lag auch auf der Hand. Aber ich erwarte wohl zu viel. (Wobei: Wenn ich an Hitchcock-Geschichten denke, sind die eigentlich samt und sonders irgendwie origineller. Oder meine Erinnerung trügt.)

"Es wächst einem über den Kopf".  Die Geschichte ist nicht hundertprozentig einzuordnen, aber weitgehend schon. Sie folgt einem bestimmten Programm, nämlich den Untergang eines Unternehmens, der Untergang der gesamten Ortschaft wird angedeutet. Es geht auch um das Böse (Cora).

Jo Newall, wohlhabend und sehr reich baut für sich ein großes Haus, welches nicht in das Stadtbild des Ortes passt. Er wirtschaftet auch mit seinen drei Fabriken. Das Gemeindeleben ist ihm schnurz, offenbar ist er eine Art Einzelgänger, der in das Leben des Ortes Castle Rock nicht hineinpasst. Mit seinem Reichtum fördert er keineswegs die Wirtschaft dieses Ortes. Darum macht er sich unbeliebt. Das alles auf Zerstörung und Vernichtung hinausläuft, wird schon im ersten Absatz der Geschichte angedeutet: Der Herbst in Neuengland. Ein wunderbarer Absatz. Sehr schön auch dieser Satz:

...

So eine Frau King natürlich ein missgestaltetes Kind gebären lässt. Alle sterben (Joe, Cora, das Kind). Nevalls Haus ist seit 11 Jahren völlig leer, doch inzwischen wird an Newalls Haus ein neuer Flügel angebaut und niemand weiß an sich, wer dafür verantwortlich ist (das "Böse"). Das Haus ist wie ein Fluch, die Cora selbst das sog. Böse, welche junge Knaben zu erotischen Fantasien lockt, sich jugendverderblich verhält.  Ganz Castle Rock ist dem allmählichem Untergang geweiht.

Ja, schon klar. Aber das Ganze ist doch ohne Zusammenhang. Eine Aneinanderreihung von Unglücksfällen, Monströsem, Perversem. Aber ohne Pointe. Schließlich stirbt am Schluss einer dieser alten sich erinnernden Typen, während er von der exhibitionistischen, leicht pädophilen und monströsen Frau träumt. Ich hätte mir wenigsten irgendein müdes Geheimnis erwartet, das die Stadt, das über den Kopf wachsende Haus oder die Vergangenheit birgt. Aber nix ...

Naja, ich hab zum Trost heute einen Stapel Lovecraft geholt ;).

lg

orzifar
« Last Edit: 07. Mai 2012, 02.17 Uhr by orzifar »
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Re: Stephen King: Alpträume. Nightmares and Dreamscapes.
« Reply #18 on: 11. Mai 2012, 15.26 Uhr »
Hallo,

Mit der Geschichte "Zueignung" konnte ich nichts anfangen, aber "Der rasende Finger" hatte doch etwas von Gogols "Nase".

Aus dem Abflussrohr eines Waschbeckens ragt ein Finger. Das macht Howard zu schaffen. Erst denkt er, er könne einen Hirntumor haben, deswegen diese Halluzination, oder er sei einfach auf dem besten Wege verrückt zu werden. Nur er kann den Finger sehen, nicht seine Frau. Die Geschichte steigert sich hoch, dass es zwischen dem Finger und Howard zu einer Auaseinandersetzung kommt. Die geschichte finde ich großartig, weil Stephen King hier mit einer Metapher arbeitet ähnlich wie Gogol in seiner herrlichen Erzählung "Die Nase". Kings story von dem rasenden Finger handelt eigentlich nur von den inneren Ängsten des Protagonisten. Schießlich auch die Angst, er müsse zum Psychiater gehen, und seine Verwandschaft plappert sich darüber aus, was ihm natürlich äußerst unangenehm wäre. Diese Geschichte ist ein Glanzstück des Erzählbandes. Ängste können eben der reinste Horror sein.

Liebe Grüße
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Re: Stephen King: Alpträume. Nightmares and Dreamscapes.
« Reply #19 on: 11. Mai 2012, 21.18 Uhr »
Hallo!

Wir lesen nun wieder im Gleichschritt. Zueignung: Naja, entbehrliche Geschichte. Ein Zimmermädchen schluckt das vertrocknete Sperma eines Gastes (Schriftsteller) auf Anraten einer "Hexe", wodurch das Mädchen, das gerade schwanger ist (oder wird?), einen Jungen bekommt, der später auch Schriftsteller wird.

Der rasende Finger: Howell sieht einen Finger aus dem Waschbecken ragen, ein Finger, den offenbar nur er sehen kann, der ihn beobachtet, bedroht und der zu allem Überfluss auch noch zu wachsen beginnt. Der Mann wappnet sich mit Abflussreiniger und Heckenschere, es beginnt ein Gemetzel, das einen Nachbarn dazu veranlasst, die Polizei zu rufen. Diese findet Howell im blutverspritzten Badezimmer, wobei das Desaster unaufgeklärt bleibt: Seltsames Gurgeln unter dem Klodeckel, der Polizist will nachsehen, die Geschichte bricht ab.

Die Ängste eines zurückhaltenden Buchhalters mit enzyklopädischen Wissen (er kennt beinahe alle Antworten eines Quizspiels im TV), der sich dirigieren, bestimmen lässt (auch vom auftauchenden Finger). Das Ende wollte mir billig erscheinen: Nicht dass ich etwas gegen offene Enden hätte, aber hier schien mir King einfach nur einen Ausgang aus der Geschichte gesucht zu haben.

Nach wie vor habe ich den Eindruck, dass es King an Originalität mangelt, die Konstruktionen ähneln einander, der Aufbau der Spannungsmomente lehrbuchhaft (wobei ich auf wirkliche Spannung bislang vergeblich warte). Alles wird mehr oder weniger routiniert, dadurch irgendwie lieblos dargestellt, ein Gefühl, das ich in diesem Ausmaß bei seinen Romanen nicht hatte. Aber ich finde diese Leserunde gut, über solche kleinen Geschichten - wenn auch nur Zweizeiler - zu schreiben, bewirkt - zumindest bei mir - eine andere Herangehensweise. Schon dies ein Grund weiterzulesen.

lg

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Re: Stephen King: Alpträume. Nightmares and Dreamscapes.
« Reply #20 on: 12. Mai 2012, 16.17 Uhr »
Nach wie vor habe ich den Eindruck, dass es King an Originalität mangelt, die Konstruktionen ähneln einander,

Typisch in Horrorfilmen ist, dass, wie in der Geschichte mit dem Finger, angedeutet wird, dass das Grauen weiter geht. Ein Motiv, welches wahrlich oft vorkommt. Bei Lovecraft hatte ich, auch wenn er posaisch ein guter Schreiber, nach etwa zehn Geschichten auch den Eindruck, Motive wiederholen sich. Immer dieses Grauen, was irgendwo seinen Ursprung hat, aber keiner weiß, wo. Davon denke ich, lebt auch der Horror. Es kommt eben bloß darauf an, wie originell ein Autor damit umgeht. Aber selbst bei Lovecraft, musste ich dann doch eine Lovecraft-Pause einlegen.
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Re: Stephen King: Alpträume. Nightmares and Dreamscapes.
« Reply #21 on: 12. Mai 2012, 17.03 Uhr »
Typisch in Horrorfilmen ist, dass, wie in der Geschichte mit dem Finger, angedeutet wird, dass das Grauen weiter geht. Ein Motiv, welches wahrlich oft vorkommt. Bei Lovecraft hatte ich, auch wenn er posaisch ein guter Schreiber, nach etwa zehn Geschichten auch den Eindruck, Motive wiederholen sich. Immer dieses Grauen, was irgendwo seinen Ursprung hat, aber keiner weiß, wo. Davon denke ich, lebt auch der Horror. Es kommt eben bloß darauf an, wie originell ein Autor damit umgeht. Aber selbst bei Lovecraft, musste ich dann doch eine Lovecraft-Pause einlegen.

Da kann ich dir nur zustimmen, da braucht es gar keine 10 Erzählungen. Selbst die Beschreibungen gleichen einander häufig bis in die Wortwahl, die Miasmen, alten Stadtviertel etc. Trotzdem: Lovecraft schreibt einfach besser, die Ideen (wenn auch sich ähnelnd) sind besser ausgearbeitet, verraten mehr schriftstellerische Sorgfalt. Bei King wirkt vieles aus diesen Geschichten wie die Umsetzung eines Volkshochschulkurses im Schreiben von Horror: Sehr vorhersehbar, ein wenig platt, sprachlich bescheiden. Was mich - wie ich schon erwähnte - insofern verwundert, als dass ich diesen Eindruck in seinen Romanen nicht immer hatte. Vielleicht bedarf es einer weiteren Leserunde ;).

Im Vorwort schrieb King, dass er versucht, nicht alle Ideen zu Geschichten werden zu lassen bzw. nur die besseren hier abzudrucken. Das klingt für mich wie eine nachträgliche Rechtfertigung, weil er vielleicht ahnte, dass es mit der Qualität der Erzählungen in diesem Band so weit her nicht ist. Was mich vor allem (negativ) überrascht: Es fehlen die originellen, überraschenden Wendungen (wie ich sie etwa bei Hitchcock oft gefunden habe).

Nach dem Lovecraft werde ich mir im übrigen einen Krimi vornehmen: "Roter April" von Santiago Roncagliolo. Irgendwer Lust zum Mitlesen?

lg

orzifar
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Offline mombour

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Re: Stephen King: Alpträume. Nightmares and Dreamscapes.
« Reply #22 on: 12. Mai 2012, 17.53 Uhr »

 Was mich - wie ich schon erwähnte - insofern verwundert, als dass ich diesen Eindruck in seinen Romanen nicht immer hatte. Vielleicht bedarf es einer weiteren Leserunde ;).

Ich habe sowieso noch vor, etwas von Stephen King zu lesen und habe im Visier: "Brennen muss Salem", gilt angeblich schon als moderner Klassiker der Horrorliteratur.
In "Nachtschicht" hat King selbst seine besten Geschichten versammelt.

Grusel
mombour

PS: "ES" wurde gänzlich überarbeitet. Hat allerdings über 1500 Seiten. ;D
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Offline Gontscharow

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Re: Stephen King: Alpträume. Nightmares and Dreamscapes.
« Reply #23 on: 13. Mai 2012, 21.28 Uhr »

... werde ich mir im übrigen einen Krimi vornehmen: "Roter April" von Santiago Roncagliolo. Irgendwer Lust zum Mitlesen?

Och nö. Warum wird hier eigentlich nur literarischer Schrott, Belangloses, völlig Abseitiges oder Ikonen wie Camus und Marcuse, von denen wir längst wissen, dass sie Staub angesetzt haben, als Lektüre vorgeschlagen? ;D Seid ihr von der Muse des stillen Örtchens geküsst?
Was ist eigentlich mit den Lektürevorschlägen zu Kant, Augustin und Thomas v. Aquin?? Da würde ich ( wie gesagt) jederzeit mitmachen.


Offline mombour

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Re: Stephen King: Alpträume. Nightmares and Dreamscapes.
« Reply #24 on: 14. Mai 2012, 07.18 Uhr »
Hallo Gontscharow,

warum sollte ein italienischer Krimi unbedingt Schrott sein? Müsste ich ja erst mal lesen, um irgendetwas darüber zu sagen. Zu Krimis sage ich nur: Lies mal James Ellroy. Manche halten das für Hochliteratur, ist auch mit allmöglichen literarischen Raffinessen geschrieben. Ich las mal "White Jazz". Desweiteren halte ich Hakan Nesser: Kim Novak badete nie im See Genezareth für eine herrorragende Geschichte einer Jugend mit Krimieinschlag.  Was Stephen King betrifft, was ich recherchiert habe und was auch von orzifar bestätigt wurde, er hat gute Literatur geschrieben, und eben auch belangloses. Hier gilt es zu unterscheiden. Die "Alpträume" gehören nicht zu seinen Glanzstücken. Davon abgesehen, ich habe gerade einen Roman vom Hochliteraten António Lobo Antunes ("Einen Stein werd ich lieben") rigoros abgebrochen, weil der Prosastil dieses Romans eine Zumutung ist. Unlesbar. Für mich jedenfalls.

Liebe Grüße
mombour
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Offline Gontscharow

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Re: Stephen King: Alpträume. Nightmares and Dreamscapes.
« Reply #25 on: 14. Mai 2012, 10.39 Uhr »


Hallo Gontscharow,
warum sollte ein italienischer Krimi unbedingt Schrott sein? Müsste ich ja erst mal lesen, um irgendetwas darüber zu sagen.

Da hast du natürlich recht. ;) War auch eher etwas ironisch und provokant gemeint, um etwas über den Verbleib der „seriösen“ Literaturvorschläge herauszukitzeln.

Na schön, letzter Versuch. Der Anfang von Abril rojo klingt ja schon mal interessant:
Con fecha miercoles 8 de marzo de 2000 … Justino Mayta Carazo(31) encontro un cadaver.
Und man soll viel über peruanische Geschichte erfahren. Das wollte ich immer schon.
Meines Wissens ist der Roman in deutscher Übersetzung noch nicht erschienen. Liest du auf spanisch, orzifar?

Offline sandhofer

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Re: Stephen King: Alpträume. Nightmares and Dreamscapes.
« Reply #26 on: 14. Mai 2012, 16.35 Uhr »
Was ist eigentlich mit den Lektürevorschlägen zu Kant, Augustin und Thomas v. Aquin?? Da würde ich ( wie gesagt) jederzeit mitmachen.

Jederzeit ist zwar übertrieben, aber der eine oder der andere Text von diesen Autoren wäre wohl interessant.
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus

Offline mombour

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Re: Stephen King: Alpträume. Nightmares and Dreamscapes.
« Reply #27 on: 22. Mai 2012, 16.52 Uhr »
Es folgen zwei Geschichten mit denen ich nichts anfangen konnte. Janis Joplin und andere früh verstorbene Musiker im Jenseits u.a.

Obwohl in der letzten Geschichte, "Hausentbindung", nicht klar wurde, warum Verstorbene als Zombies wieder auferstehen und herumwüten, hat mir diese story doch noch ein wenig gefallen, besonders der Humor, von dem ich hier eine Kostprobe gebe.

Quote from: King
Die schwierigste Haushaltsentscheidung., die ihr in diesem Jahr abverlangt wurde, war die, welche Vorhänge im Wohnzimmer am besten aussehen würden - man konnte in dem Katalog aus so vielen auswählen, und ihre Mutter war ihr eindeutig keine Hilfe. Für Maddies Mutter was es schon schwierig sich zwischen verschiedenen Sorten Toilettenpapier zu entscheiden.

Kurzgefasste Meinung allgemein: Einige Geschichten haben mir gefallen, manche weniger und dann ein sinnloses Vampirgemetzel. Stephen King kann es noch besser, darum wird hier kein Schlussstrich gezogen.

FINE
« Last Edit: 22. Mai 2012, 17.01 Uhr by mombour »
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Offline orzifar

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Re: Stephen King: Alpträume. Nightmares and Dreamscapes.
« Reply #28 on: 25. Mai 2012, 15.03 Uhr »
Kurzgefasste Meinung allgemein: Einige Geschichten haben mir gefallen, manche weniger und dann ein sinnloses Vampirgemetzel. Stephen King kann es noch besser, darum wird hier kein Schlussstrich gezogen.
FINE

Bist du schon mit dem ganzen Buch durch???? Ich habe erst wieder eine Geschichte gelesen (Turnschuhe), auch sie nichts besonderes. Der Geist eines Ermordeten spukt auf dem Klo einer Musikagentur, schließlich stellt sich der "nette" Typ, der der erzählenden Hauptfigur immer die Jobs verschafft, als Mörder heraus. *schulterzuck* - irgendwie gar nichts, einfallslos.

Ich habe jedenfalls noch 400 Seiten "Horror" vor mir.

lg

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Re: Stephen King: Alpträume. Nightmares and Dreamscapes.
« Reply #29 on: 26. Mai 2012, 04.58 Uhr »
Obwohl in der letzten Geschichte, "Hausentbindung", nicht klar wurde, warum Verstorbene als Zombies wieder auferstehen und herumwüten, hat mir diese story doch noch ein wenig gefallen, besonders der Humor, von dem ich hier eine Kostprobe gebe.

...

FINE

War "Hausentbindung" die letzte Geschichte deines Buches? Bei mir folgen "Regenzeit", "Mein hübsches Pony" und rund 15 weitere Geschichten.

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