Author Topic: Harald Lesch / Wilhelm Vossenkuhl: Die Großen Denker. Philosophie im Dialog  (Read 3544 times)

Offline sandhofer

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Hallo zusammen!

Kennt jemand dieses Buch bzw. die TV-Reihe Denker des Abendlandes, auf der das Buch basiert?

Bei einem Glas Rotwein durchstreifen Harald Lesch und Wilhelm Vossenkuhl gemeinsam die Zeiten, in denen die Menschen anfingen, nach Gründen zu fragen [...]., heisst es im Klappentext. Müsste auf Bayern Alpha laufen / gelaufen sein.

Lesch ist Professor für Astrophysik in München, Vossenkuhl ist Emeritus (Philosophie), ebenfalls München. Ich habe ein bisschen hineingeblättert, es scheint eine Art Philosophiegeschichte fürs Bildungsbürgertum zu sein.

Grüsse

sandhofer

PS. Das Wort "Großen" im Titel steht im Original wirklich auch so. Die englische Mode, in Titeln alles ausser Artikeln und Präpositionen mit Majuskel zu schreiben, ist offenbar nun auch im Deutschen angekommen.
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus

Offline Gontscharow

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Ja, ich. Vor einiger Zeit habe ich mir ein paar Folgen dieser unterhaltsamen Sendung bei youtube reingezogen; einen Fernseher habe ich seit vielen Jahren nicht mehr.
Aber Achtung! Anlässlich der Augustinus-Leserunde erlaubte ich mir den Nicht-Philosophen Lesch zum Thema Theorie der Zeit bei Augustin zu zitieren und bezog die litteratur.ch - typischen Prügel dafür.   ::)
Aber auch Vossenkuhl war hilfreich und wurde zitiert in bezug auf Augustinus’ Neuplatonismus.
 

Offline orzifar

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Hallo!

Kennt jemand dieses Buch bzw. die TV-Reihe Denker des Abendlandes, auf der das Buch basiert?

Das Buch kenne ich nicht, die TV-Reihe teilweise (und ich fand sie nicht gelungen). Das mag auch an Vossenkuhl liegen (und dessen Nähe zur katholischen Kirche, ich lese gerade auf der Wiki, dass er sogar einen Konkordatslehrstuhl innehatte), aber auch an der für mich teilweise aufgesetzt wirkenden Gesprächssituation. Lesch als der interessierte Laie, der sich willig belehren lässt, dem Erklärenden Stichwörter liefert. Seine - anfänglichen - Astronomiesendungen gefielen mir besser.

lg

orzifar
Derzeitige Lektüre:

Herbert Schnädelbach: Philosophie in Deutschland 1831 - 1933
Hans Albert: Kritik des theologischen Denkens
John Irving: Owen Meany

Offline sandhofer

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Hm ... ich bin jetzt ca. 2/5 ins Buch eingedrungen, die Antike habe ich hinter mir. Es handelt sich bei Lesch/Vossenkuhl sicher um keine tiefgründende Philosophiegeschichte - aber dort, wo ich es nachvollziehen kann, habe ich auch noch keine Fehler gefunden. Die Gesprächssituation war zumindest bisher doch recht ausgeglichen; von Lesch als reinem Stichwortlieferanten habe ich wenig gemerkt. Was mich mehr stört, ist die Sprache der beiden. Offenbar war man der Meinung, dass es unbedingt notwendig ist (wenn man ein grösseres Publikum anziehen will), dass möglichst flapsige Ausdrücke vorkommen. Nun ja...
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Offline Gontscharow

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Hm ... ich bin jetzt ca. 2/5 ins Buch eingedrungen, die Antike habe ich hinter mir.

Also auch die Passage über Augustinus ? Kannst du denn jetzt mit Leschs Ausführungen leben? Du kritisiertest sie doch als „ahistorisch“, anmaßend, "Philosophie für Anfänger" im Stil von "Sophies Welt"  uvm…

Was mich mehr stört, ist die Sprache [...] dass möglichst flapsige Ausdrücke vorkommen. Nun ja...

Die Flapsigkeit ist in der Tat ein Markenzeichen Leschs. Hängt vielleicht  mit seiner Herkunft zusammen. Trotzdem - oder gerade deshalb- gelingt es ihm wunderbar, komplizierte Zusammenhänge zu erklären und darzustellen - in Die Physik Albert Einsteins etwa oder in  Frag den Lesch.

Offline sandhofer

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Hm ... ich bin jetzt ca. 2/5 ins Buch eingedrungen, die Antike habe ich hinter mir.

Also auch die Passage über Augustinus ?

Ok - war unpräzise. Die alten Griechen. Die Römer und die christlichen Denker fehlen noch.

PS. Flapsig sind beide. Kann man mögen. Muss man nicht.  ;)
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Offline sandhofer

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Ich habe gestern mal schnell das Kapitel über Augustin durchgelesen. Neben einer flapsigen Bemerkung über Augustin als Playboy, der nichts anbrennen liess1) , habe ich vor allem Einlassungen über Augustins Theorie der Zeit gefunden. Ich muss mir Deine Bemerkungen, Gontscharow, wohl mal ausdrucken und mit Lesch/Vossenkuhl vergleichen.

1) Ich meine: So was kann man im Gespräch mal äussern, oder in einem Forum, aber in einem Buch, das eine Einführung in die Geschichte der Philosophie sein soll, finde ich das doch recht seltsam...
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Offline sandhofer

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Je nun. Ich habe meine Meinung im Blog abgelegt.
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