Hallo!
Schon auf der ersten Seite dieses Buches ein unangenehmer Tippfehler: Einer, der sinnentstellend ein logisches Problem ad absurdum führt. Das hat mich mehrmals daran gehindert weiterzulesen, eine derartige Nachlässigkeit verärgert mich. Solche Fehler sind zwar im Text nicht mehr aufgetreten, allerdings war das Ganze ein durchwachsenes Lesevergnügen.
Das Buch versucht (wie im Untertitel angekündigt: Brücken zwischen Wirklichkeit und Fiktion) eine Verbindung zwischen mathematischen Theorien und der Realität herzustellen, indem etwa die Spiele- oder die Wahrhscheinlichkeitstheorie nebst Implikationen vorgestellt werden. Vom Inhalt vergleichbar mit Büchern von John D. Barrow oder dem hier bereits einmal hochgelobten Buch von Poundstone, allerdings lässt die Darstellung bei Basieux einiges zu wünschen übrig. Nur die Anfangskapitel lassen noch Bemühen erkennen, später hat man den Eindruck, dass bloß noch Seiten geschunden werden (so etwa bei der Spieletheorie, deren Darstellung zwischen absoluter Trivialität und Unverständlichkeit bzw. Verkürzungen leidet). Das liest sich dann folgendermaßen (es geht ums Knobeln mit Stein, Schere, Papier): "Die Verallgemeinerung dieses speziellen Sachverhalts auf den Fall von n Spielern, deren jeder eine endliche Anzahl von Strategien zur Verfügung hat, führt zu einem Existenzsatz für einen Gleichgewichtspunkt: In jeden solchen n-Personen-Spiel gibt es mindestens einen Gleichgewichtspunkt aus gemischten Strategien. Das ist das Gleichgewichtstheorem von Nash für nichtkooperative n-Personen-Spiele (1950/51)." Usf. Wer da erwartet, über dieses Gleichgewichtstheorem mehr zu erfahren, wartet vergeblich: Es bleibt bei diesen kuriosen Schilderungen.
Ähnliches geschieht auch bei der Darstellung von Symmetrien, die Galois-Gruppen werden erwähnt, aber die Erklärungsversuche bleiben völlig hilflos. Nun ist das tatsächlich schwer allgemein verständlich darzustellen, aber dann muss ich entweder darauf verzichten oder aber mir sehr viel mehr Mühe geben. Und bei anderen Themen ist die Präsentation ähnlich, zwischen trivial und unverständlich. So ist das Beste dieses Buches die umfangreiche Literaturliste (in der sich etwa auch die oben erwähnten Autoren finden), der Rest ist von zweifelhafter Güte.
lg
orzifar