Er sollte als Philosoph wissen, dass man a) Nichtexistenz nicht beweisen kann [...]
Er sagt ja nicht, dass der Philosoph, sondern dass der Atheist sich einen solchen Beweis zutraut. 
Genau das sagt er. Und genau das ist falsch. Der Atheist traut sich aufgrund seines Atheismus keineswegs zu, unsinnige philosophische Einstellungen zu vertreten. Das ist eine dummdreiste Unterstellung. Und ganz offenbar will Flasch gerade deshalb Agnostiker sein, weil er diese Fehleinschätzung teilt.
Der Agnostizismus ist schlicht eine lächerliche Haltung. Ich kann Agnostiker sein in Bezug auf eine Theorie, die ein bestimmtes Phänomen meines Erachtens mit (für mich noch nicht) zureichenden Argumenten zu erklären sucht. (Im Sinne Chisholms kann ich also die Entscheidung "zurückstellen", weitere Erkenntnisse abwarten.) Aber ein Atheist ist nichts anderes (wie von mir irgendwo schon geschrieben) als ein A-Feeist, A-Osterhasenist, A-FliegendesSpaghettiMonsterist. Usf. Es ist lächerlich zu behaupten, dass, weil die Nichtexistenz Voldemorts nicht zweifelsfrei bewiesen ist (was, wie erwähnt, gar nicht möglich ist), die Entscheidung über diesen Glauben an Voldemort "zurückstellen" sei, dass man diesbezüglich agnostizistisch agieren solle. Genau das machen aber alle Agnostiker in Bezug auf Gott. Und der Agnostiker vergisst auch, dass die Beweislast immer beim Behauptenden in Bezug auf die Existenz des Behaupteten liegt.
lg
orzifar