Author Topic: Willy Hochkeppel: Endspiele. Zur Philosophie des 20. Jahrhunderts  (Read 5636 times)

Offline orzifar

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Hallo!

Eine Art alternative Philosophiegeschichte des Nachkriegsdeutschland, die, zu meinem wachsenden Staunen, uneingeschränkt empfohlen werden kann. Hochkeppel stellt sich als "Beobachter" dar, als jemand, der journalistisch mit dem Thema Philosophie vertraut ist, Interviews mit angesehen Denkern (Jaspers, Carnap ...) führt und vorgeblich auf diesem Beobachterstatus beharrt. Dabei ist natürlich ein gewisses Maß an Koketterie: Denn natürlich wird man hier nicht mit bloßen Beschreibungen konfrontiert, sondern sehr wohl mit Kritik, fundierter Kritik, die die philosophische Entwicklung in die politische und gesellschaftliche Realität des Deutschland zwischen 1945 und 1992 einbettet.

Vom Autor schon vor Jahren verfasste Kritiken wechseln mit Zwischenkapiteln ab, in denen der Brückenschlag zwischen den einzelnen Philosophen versucht wird. Beides ist gelungen: Überall hat man den Eindruck, dass hier jemand spricht, der nicht bloß eingehende Kenntnis der philosophischen Strömungen aufweist, sondern sich auch seine eigenen Gedanken zu machen vermag. Eine Seltenheit - und noch seltener, wenn diese Gedanken dann noch geistreich, witzig, häufig polemisch (aber im besten Sinne) sind.

Es spricht für ein Buch, wenn es in ihm etwa ein sehr lesenswertes Kapitel über Heidegger gibt oder auch eine konzise Analyse des (schon von Topitsch ausgesprochenen) Zusammenhangs zwischen Hegel und mystischen Denkformen. Oder aber wenn Hochkeppel selbst der Frankfurter Schule von Horkheimer, Adorno bis Habermas gerecht werden will, aber an der Hohlheit und Substanzlosigkeit der ausgegebenen Phrasen nicht vorbeikommt und seine Schwierigkeiten mit den oft abenteuerlichen Begriffsbildungen eingesteht. Daneben werden auch Feyerabend, Kuhn und Rorty abgehandelt (und auch hier wird das Problematische eines Ansatzes demonstriert, der mit dem Althergebrachten brechen will, allein aber schon in der Darstellung auf genau diese Traditionen zurückgreifen muss), es gibt lesenswerte Kapitel zu Popper, Wittgenstein oder der analytischen Philosophie als auch Durchdachtes zum Positivismusstreit.

Gegen Ende noch eine Abrechnung mit dem dumpf-fernöstlich Gebrabbel eines Capra, der, wie es der Zeitgeist verlangt, die theoretische Physik den indischen und chinesischen Gurus ins Hochzeitsbett legt (so nebenher kriegt auch der hier anderswo hochgelobte Wilber sein Fett ab, ist es aber offenkundig nicht wert, ausführlicher behandelt zu werden: Ich glaube dem Autor). Capra hat in seinen Büchern - wenig originell, wenn auch grundfalsch - Rationalität und Technik zuerst amalgamiert, um sie anschließend beide für alle nur irgend vorhandenen Malaisen verantwortlich zu machen. Wobei Hochkeppel darauf aufmerksam macht, dass Capra den als Verursacher auserkorenen Descartes offenkundig nicht wirklich gelesen hat und es mit der von ihm (Capra) verdammten Rationalität nicht wirklich weit her sein kann: Denn sonst würden solche Bücher weder gekauft noch gelesen. Tatsächlich ist diese seltsame Rationalitätskritik in dieser Welt offenkundig deplatziert. Denn nichts scheint in unserer Gesellschaft weniger verbreitet als rationales Denken. Das obskure Schließen von Ratio auf Technik und dessen Missbrauch ist in seiner letzten Ausprägung ja gerade ein Zeichen mangelnder Rationalität (und kein logischer, sondern ein Kurzschluss); in Konsumwahn, Umweltzerstörung äußert sich dieser Mangel an Nachdenken auf evidente Weise. Daneben die nun schon lange andauernde Blütezeit (nebst Machtzuwachs) von Weltreligionen, der nicht zu stoppende esoterisch-schlammige Zufluss aus dem Fernen Osten, die Wiederentdeckung autochthoner Mystiken. Hier noch von einem Übermaß an Vernunft zu sprechen zeugt vom Gegenteil: Und von der verqueren Logik solcher Esoterikpropheten.

Neben all dem Unterhaltsamen und Geistreichen sind es auch die Literaturverweise (etwa auf den mir weitgehend unbekannten Mackie), die das Buch so lesenswert machen, wenngleich man mit einem Ärgernis konfrontiert wird: Weil das Buch von keinem bestallten Universitätsprofessor geschrieben wurde, hat man auf ein Register verzichtet, eine hier schon oft monierte Unart (wohl dem Verdacht zuzuschreiben, dass dergleichen abgehoben und professoral wirken würde). Das aber ist das einzige Manko, wobei noch festzuhalten ist, dass aufgrund der subtil behandelten Themen das Buch ohnehin kein Bestseller werden konnte. Oder vielleicht doch - einer jener, bei denen das Verhältnis zwischen gekauften und gelesenem Buch bei 50 : 1 liegt.

lg

orzifar
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Re: Willy Hochkeppel: Endspiele. Zur Philosophie des 20. Jahrhunderts
« Reply #1 on: 04. April 2013, 09.08 Uhr »
Vielen Dank für diese ausführliche Einschätzung.

Gegen Ende noch eine Abrechnung mit dem dumpf-fernöstlich Gebrabbel eines Capra, der, wie es der Zeitgeist verlangt, die theoretische Physik den indischen und chinesischen Gurus ins Hochzeitsbett legt ...

Die Tatsache, dass Capra überhaupt in einem Buch über die Philosophien des 20. Jahrhunderts auftaucht, überrascht mich. Fehlt eigentlich nur noch Coelho ...

Offline sandhofer

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Re: Willy Hochkeppel: Endspiele. Zur Philosophie des 20. Jahrhunderts
« Reply #2 on: 04. April 2013, 10.27 Uhr »
Die Tatsache, dass Capra überhaupt in einem Buch über die Philosophien des 20. Jahrhunderts auftaucht, überrascht mich.

Er ist sehr schnell wieder vergessen gegangen. Aber in den 80ern war er - im Zusammenhang mit einer ganzen Ethno-Philosophie, oder wie man das nennen soll - en vogue. Er hat da schon seine Duftmarke hinterlassen. Und es war für die Zeitgenossen nicht leicht, seinen Wert einschätzen zu können.

Es gab zu jener Zeit noch andere Pseudo-Ethnologen-Philsophen. Castañeda war auch so einer. Und dann war da der Deutsche, an dessen Namen ich mich nicht mehr erinnere. War's nicht etwas mit "Blume"? Einen Moment lang schlingerte die Philsophie damals bedenklich nicht nur Richtung Ethno-Kitsch, sondern ganz klar Richrung Esoterik.
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Re: Willy Hochkeppel: Endspiele. Zur Philosophie des 20. Jahrhunderts
« Reply #3 on: 04. April 2013, 11.14 Uhr »
Und dann war da der Deutsche, an dessen Namen ich mich nicht mehr erinnere. War's nicht etwas mit "Blume"?

 ;D Du meinst doch wohl nicht Luhmann? Dessen Systemtheorie war das Heiligtum meiner Studentenzeit (Ende der 80er). Wenn man mich heute fragt, was dahinter steckt. dann müsste ich mich wohl erst wieder einarbeiten. Das Ganze ist mittlerweile arg weit weg - wie Capra, Maturana, Watzlawick und Konsorten.

Offline sandhofer

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Re: Willy Hochkeppel: Endspiele. Zur Philosophie des 20. Jahrhunderts
« Reply #4 on: 04. April 2013, 11.50 Uhr »
Und dann war da der Deutsche, an dessen Namen ich mich nicht mehr erinnere. War's nicht etwas mit "Blume"?

 ;D Du meinst doch wohl nicht Luhmann?

Nein. Und wahrscheinlich ist auch die Assoziation mit "Blume" falsch ... *seufz* ... ich komme nicht auf den Namen...
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Offline sandhofer

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Re: Willy Hochkeppel: Endspiele. Zur Philosophie des 20. Jahrhunderts
« Reply #5 on: 04. April 2013, 12.30 Uhr »
Vom Namen her ist mir wohl Hans Blumenberg in die Quere gekommen. Aber den meine ich auch nicht ...  ::)
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Offline sandhofer

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Re: Willy Hochkeppel: Endspiele. Zur Philosophie des 20. Jahrhunderts
« Reply #6 on: 04. April 2013, 15.03 Uhr »
Hm ... es könnte sogar Hans Peter Duerr sein, den ich meine ...  8)
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Re: Willy Hochkeppel: Endspiele. Zur Philosophie des 20. Jahrhunderts
« Reply #7 on: 04. April 2013, 15.38 Uhr »
Hm ... es könnte sogar Hans Peter Duerr sein, den ich meine ...  8)

Den muss man nicht kennen. Ganz bestimmt nicht.

Offline sandhofer

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Re: Willy Hochkeppel: Endspiele. Zur Philosophie des 20. Jahrhunderts
« Reply #8 on: 04. April 2013, 16.45 Uhr »
Hm ... es könnte sogar Hans Peter Duerr sein, den ich meine ...  8)

Den muss man nicht kennen. Ganz bestimmt nicht.

Nein. Sicher nicht. Aber er hat damals - wie Capra - ziemliche Wellen geworfen. Und, wie orzifar geschrieben hat: Offenbar wird sein Werk immer noch als "Kult" beworben ...
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Offline orzifar

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Re: Willy Hochkeppel: Endspiele. Zur Philosophie des 20. Jahrhunderts
« Reply #9 on: 06. April 2013, 03.32 Uhr »
Hallo!

Verspätete Antwort, weil es mit der Dualität von Geist und Körper nicht so weit her ist - und wenn dieser einem die Gefolgschaft aufkündigt, auch jener sich in mediokrem Zustand befindet.

Capra wurde von Hochkeppel nicht als "Philosoph" eingestuft, sondern figuriert als Hauptvertreter für all das esoterische Geschmeiß, das in jenen (und heutigen) Zeiten die Regale füllt. Das Buch (von Hochkeppel) ist ja nicht nur Philosophie-, sondern auch Geistes- und Gesellschaftsgeschichte. Capra ist selbstverständlich nicht in eine Riege mit ernsthaften Denkern zu stellen, er produzierte bloß Kalenderweisheiten mit Einsprengseln dumpfer, indischer Mystik und zog Parallelen, deren einziger Ursprung das freie Assoziieren des Autors ist. Wenn da ein indischer Guru von vor hundert Jahren mit einem Zitat auftritt, das, frei interpretiert, ganz entfernt etwas mit der Interpretation der Quantenphysik des 20. Jahrhunderts zu tun haben könnte, so ist das Herstellen eines Zusammenhangs selbst bereits Mystik. Und ungleich abenteuerlicher als die Zuschreibung einer rezenten Atomtheorie an Demokrit und Leukipp.

Von Luhmann ist im übrigen auch die Rede: Dem Hochkeppel nicht wirklich etwas abgewinnen kann. Mir persönlich ist dieses ganze Konzept immer ein wenig rätselhaft erschienen bzw. ich weiß im Grunde nicht, welches Problem damit gelöst oder auch nur angegangen werden kann. Schon bei Maturana ist das - für mich - unklar (der Verdacht, das Ganze wurde nur des wundervoll kryptischen Wortes Autopoiesis wegen entwickelt, drängt sich manchmal auf). Die Zelle als eine sich reproduzierende Einheit - nun gut. Wir haben hier ein System, das auf die Aufrechterhaltung seines Gleichgewichtes achtet (was nun in der Natur wahrlich nichts Besonderes ist), das aber keinesfalls - wie Maturana behauptet - irgendwie autark, autonom ist. Denn die Stoffe für diese Selbstreproduktion werden selbstverständlich von außen bezogen, ein isoliertes System kann gar nichts tun. Denn sobald es etwas tut, verbraucht es Energie und dieses Tun würde alsbald zum Stillstand kommen.

Luhmann gefällt sich ja nun darin, die verschiedenen gesellschaftlichen Subsysteme (Recht, Politik, Religion etc.) zu analysieren und ihnen autopoietische Eigenschaften zuzuschreiben. Das stimmt nun bis zu einem bestimmten Grad (wie auch ein Kegelclub mit dem Schachverein meistens wenig zu tun hat und jeder Verein für sich seine Existenz aufrecht zu erhalten sucht), ist aber andererseits genauso falsch, da selbstverständlich die Systeme wie Politik, Recht oder Wirtschaft untereinander in Wechselwirkung stehen, von einem Beeinflussungen für den anderen ausgehen. Wenn man seine Untersuchungen bloß methodisch betrachtet (in jenem Sinne, dass das Gesamte einen zu hohen Komplexitätsgrad aufweisen würde, um einer solchen Analyse zugängig zu sein), dann kann man dem natürlich zustimmen. Das führt aber im Endeffekt bloß zur trivialen Feststellung, dass sich Seminararbeiten und Habilitationen leichter schreiben, wenn man irgendwann eine gute, probate Struktur entwirft. Autopoietisch sind aber Systeme immer nur teilweise, manche mehr, manche weniger. Somit kommt das Ganze auf die Feststellung hinaus, dass Systeme eine bestimmte Eigenschaft mehr oder weniger besitzen. Und Luhmanns Schlussfolgerungen sind eben häufig dergestalt, dass sehr einfache Zusammenhänge in Soziologenjargon übersetzt und präsentiert werden. Ich habe jedenfalls nicht den Eindruck, dass mit diesen Büchern irgendetwas Relevantes über Gesellschaftsstrukturen oder die Gesellschaft selbst (das letzte Buch hieß ja "Die Gesellschaft der Gesellschaft") bzw. deren Probleme gesagt worden wäre. (Trotz allem kann man Luhmann natürlich nicht mit Capra vergleichen.)

Zu Duerr nichts weiter, das lohnt sich genauso wenig. Interessant wäre höchstens eine Untersuchung, was das Castaneda- und Capragebrabbel für die Menschen so anziehend macht. Ein Übermaß an Rationalität ist aber kaum als Ursache dafür anzunehmen.

lg

orzifar
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Re: Willy Hochkeppel: Endspiele. Zur Philosophie des 20. Jahrhunderts
« Reply #10 on: 06. April 2013, 09.51 Uhr »
Von Luhmann ist im übrigen auch die Rede ... Mir persönlich ist dieses ganze Konzept immer ein wenig rätselhaft erschienen bzw. ich weiß im Grunde nicht, welches Problem damit gelöst oder auch nur angegangen werden kann.

Ganz kurz aus der Erinnerung heraus (Luhmann erneut lesen werde ich nicht): Die Theorie der lebenden und gesellschaftlichen Systeme, besonders die Axiome der emergenten Qualität und der Selbstreferenzialität (bzw. Autopoiesis, um Maturana zu erwähnen), waren der Ausgangspunkt für ein anderes Verständnis der Evolution. Systeme und Individuen, so wurde behauptet, nehmen die Umwelt und deren Veränderung ausschließlich im Modus der eigenen Dispositionen und Operationen wahr, sind also von innen heraus selbstgesteuert und von außen allenfalls irritierbar, keineswegs aber determinierbar. Das Ganze lief darauf hinaus, dem menschlichen Gestaltungsdrang die engen Grenzen der Möglichkeiten aufzuzeigen. Das ist jetzt sehr verkürzt, dürfte den Kern aber halbwegs treffen.

Mehr kann ich mit all den Jahren des Abstands nicht mehr dazu beitragen. Ohnehin habe ich mich weit entfernt von den Theorien des Radikalen Konstruktivismus. 

Das Hochkeppel-Buch habe ich notiert. Es scheint recht interessant zu sein.

Ein schönes Wochenende von

Tom
(der halbwegs malad im Lazarett liegt)

Offline sandhofer

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Re: Willy Hochkeppel: Endspiele. Zur Philosophie des 20. Jahrhunderts
« Reply #11 on: 06. April 2013, 11.05 Uhr »
Zu Duerr nichts weiter, das lohnt sich genauso wenig.

Wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, wurde er allerdings damals (Anfang 80er) in der Wissenschaft bedeutend ernster genommen wurde als Capra, den man dann doch rasch durchschaute. Für die Geschichtsschreibung der Humanwissenschaften der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts im deutschen Sprachraum müsste er berücksichtigt werden ... Wenn auch nicht unbedingt als positives Beispiel ...  :angel:
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Re: Willy Hochkeppel: Endspiele. Zur Philosophie des 20. Jahrhunderts
« Reply #12 on: 17. April 2013, 16.59 Uhr »
Eine Art alternative Philosophiegeschichte des Nachkriegsdeutschland, die, zu meinem wachsenden Staunen, uneingeschränkt empfohlen werden kann.

Ich habe mittlerweile den größten Teil des Buchs gelesen und stimme Dir zu. Mir gefällt die leicht zynische, aber immer geistreiche Art, in der Hochkeppel das philosophische Denken des 20. Jahrhunderts zusammenfasst. Fast ist man geneigt zu sagen: War da irgend etwas, dessen man sich überhaupt nachhaltig erinnern wird? Oder waren all die großen Heideggers und Adornos mittelmäßige Schaumschläger, die man getrost vergessen kann und wohl auch vergessen wird? "Endspiele" ist jedenfalls ein sehr gut gewählter Titel für diesen Jahrmarkt der oft nichts sagenden und nichts bedeutenden Eitelkeiten.

Offline orzifar

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Re: Willy Hochkeppel: Endspiele. Zur Philosophie des 20. Jahrhunderts
« Reply #13 on: 18. April 2013, 00.44 Uhr »
Hallo,

"Endspiele" ist (vermutlich?) auch als Anspielung auf Becketts Stück gedacht. Wäre passend.

Schön, wenn ich endlich einmal ein Buch empfehlen konnte, dass dann auch gefällt. (Ist mir hier noch nicht oft passiert ;) - und wäre doch der (zumindest ein) Sinn eines solchen Forums.)

lg

orzifar
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Re: Willy Hochkeppel: Endspiele. Zur Philosophie des 20. Jahrhunderts
« Reply #14 on: 18. April 2013, 10.02 Uhr »
Schön, wenn ich endlich einmal ein Buch empfehlen konnte, dass dann auch gefällt. (Ist mir hier noch nicht oft passiert ;)

Ich erhalte hier in schöner Regelmäßigkeit Anstöße, die ich als bereichernd empfinde. Zwar führt nicht jeder Hinweis zu sofortigem Kauf mit anschließender Lektüre (das ist eher die Ausnahme). Missen möchte ich Eure Eindrücke trotzdem nicht. Auf W. Hochkeppel wäre ich bspw. ohne dieses Forum nicht gestoßen.

Einen schönen Tag wünscht

Tom