Hallo!
Dieses Buch wurde ursprünglich für die Library of living Philosophers entworfen und entstand über einen Zeitraum von knapp 20 Jahren. Vielleicht ist die etwas disparate Mischung aus Philsophemen und biographischen Daten dadurch begründet. Denn von einer Autobiographie im eigentlichen Sinne kann kaum gesprochen werden.
Einzig die frühen Jahre Poppers werden ausführlicher geschildert; spätestens nach dem Aufenthalt in Neuseeland sind Daten aus dem Leben Mangelware (man erfährt etwa mit keinem Wort irgendetwas vom "Positivismusstreit", kein einziger Vertreter der "Kritischen Theorie" schafft es in den Personenindex). Dafür wird man mit mehr oder weniger langen Exkursen konfrontiert, die dann - trotz ihrer relativen Länge - doch auch nicht wirklich befriedigend über bestimmte philosophische Themen aufzuklären vermögen. Die letzten hundert Seiten dienen dann ohnehin nur noch dem Referieren der Positionen, die Popper eingenommen bzw. für sich beansprucht hat.
Das ist alles sehr lesbar für den an Philosophie und besonders am kritischen Rationalismus Interessierten, aber keinesfalls als Einstieg in das Werk Poppers zu empfehlen (wie anderswo gelesen). Im Gegenteil: Fast alle seine Bücher eignen sich besser als Einstieg ("Logik der Forschung" und "Vermutungen und Widerlegungen" vielleicht ausgeschlossen).
lg
orzifar