Author Topic: Kant - Literatur  (Read 3230 times)

Offline orzifar

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Kant - Literatur
« on: 01. Januar 2013, 20.40 Uhr »
Hallo!

Der Anreiz, sich an die Tastatur zu setzen, ist bei ärgerlicher Lektüre größer. Eigentlich aber eine Unart lieber zu kritisieren als zu loben. Deshalb als Gegenpol zu diesem Autor eine absolute Empfehlung für jeden, der eine verständliche, kompetente Einführung in das Werk Kants sucht: Jean Grondin: Kant. Der Glücksfall eines Buches, kompetent, verständlich (auf amazon las ich Gegenteiliges: Aber ich vermute, dass die Leser schlicht eine falsche Vorstellung von der Philosophie haben), nicht auf diesen Zug kindisch-comicartiger Literatur aufspringend, die Philosophen verkitscht und verunstaltet (Philosophie für Angeber - wie man diese Serie nennt), sondern sowohl sprachlich als auch inhaltlich wohlausgewogen. Grondin instrumentalisiert Kant auch nicht für seine eigenen philosophischen Zwecke (wie etwa auch der verlinkte Autor), sondern versucht Kants Beweggründe und Absichten nachzuvollziehen und darzustellen. Meiner Kenntnis nach die beste, je erschienene Einführung.

lg

orzifar
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Offline sandhofer

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Re: Kant - Literatur
« Reply #1 on: 01. Januar 2013, 21.01 Uhr »
Deshalb als Gegenpol zu diesem Autor

Au weia. Darf man das mit Kant machen? (Ich meine: Bei Hegel oder Heidegger - meinetwegen. Aber bei Kant?)
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus

Offline orzifar

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Re: Kant - Literatur
« Reply #2 on: 01. Januar 2013, 21.10 Uhr »
Deshalb als Gegenpol zu diesem Autor
Au weia. Darf man das mit Kant machen? (Ich meine: Bei Hegel oder Heidegger - meinetwegen. Aber bei Kant?)

Das darf man eigentlich mit keinem machen. - Wobei ich es selten erlebt habe, dass jemand seine Ignoranz derart unverfroren zum Ausdruck bringt. Dass jemand explizit feststellt: Egal, was oder wie ihr kritisiert, es trifft mich nicht. Alle rationalen Kriterien scheitern von vornherein. Und so was besitzt eine "venia docendi" und kann seine Ansichten ungestraft unters Volk bringen.

lg

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Offline sandhofer

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Re: Kant - Literatur
« Reply #3 on: 01. Januar 2013, 21.14 Uhr »
Eine venia legendi? Ups. Google findet unter Eberhard Döring nur ein Fuhr- und Taxiunternehmen ...

Wobei, wenn ich Deine Zitate so durchlese: Könnte sich um aktuelle Fantasy handeln. "Das Land von Gog und Magog" ... oder so ...
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Offline orzifar

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Re: Kant - Literatur
« Reply #4 on: 01. Januar 2013, 22.09 Uhr »
Hallo!

Riga wird im Vorwort genannt als der Ort der universitären Umtriebe. - Ich habe nun noch die Kritiken auf Amazon angesehen: Dort wird eigentlich nur die abgehobene Sprache bemängelt. Für mich ist das nicht der Hauptkritikpunkt, obschon der verschwurbelte Inhalt und die Sprache in einem Zusammenhang stehen. Denn die Sprache verleitet dann zu Formulierungen wie "inhaltlich scheint das Buch anspruchsvoll und umfassend zu sein". Scheint es - ja. Aber der Schein trügt. Denn hinter diesen verqueren Formulierungen und dem Fremdwörterwahnsinn steckt v. a. inhaltlicher Nonsens (nämlich dort, wo er nicht über Kant spricht, sondern seine ureigensten Ansichten zum besten gibt). Und dieser Nonsens verbirgt sich eben oft hinter solchen Schachtelsätzen, die dem Laien suggerieren, dass, wer Sätze über eine halbe Seite zu produzieren versteht, auch ein eminent kluger Kopf sein müsse. Dabei ist's bloß schlechtes Deutsch.

Naja - soviel Aufmerksamkeit hat das Elaborat eigentlich nicht verdient.

lg

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Offline sandhofer

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Re: Kant - Literatur
« Reply #5 on: 02. Januar 2013, 08.54 Uhr »
Deshalb als Gegenpol zu diesem Autor
Au weia. Darf man das mit Kant machen? (Ich meine: Bei Hegel oder Heidegger - meinetwegen. Aber bei Kant?)

Das darf man eigentlich mit keinem machen.

Ja, sicher. Aber bei Hegel als dem Erfinder der dialektischen Methode oder bei Heidegger als dem Perfektionierer des Wortgeschwurbels hätte es als späte Rache des Schicksals seinen Sinn gehabt ...  :angel:
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