5. Kapitel fertig (= ca. S. 160). Offenbar wird die Geschichte als Aufeinanderfolge von mehreren von einander unabhängigen Stories erzählt. Die Erzählung des Spaniers ... Was soll ich dazu sagen. Völlig unmöglich, dass sich ein Mensch nach mehreren Jahren noch so genau an -zig Dialoge erinnert, die er geführt haben will. Inhaltlich völlig unlogisch. Und mit der Geschichte des Bruders des Spaniers als Box-in-the-Box, als Babuschka-Story in der Story - typisch romantisch halt. Handwerklich aber bestenfalls Durchschnitt.
Aber ... Aber: Maturins Schilderung, wie der arme Spanier von den Jesuiten-Obern seines Klosters und Gefängnisses weich geklopft wird, bis er, der anfänglich protestierte und revoltierte, schliesslich freiwillig die Ordensgelübde ablegt ... selbst de Sade konnte das nicht so gut. Eine Studie der Unterwerfung, wie ich sie bisher noch nicht gelesen habe.
Und, bei allen Mängeln (wie z.B., dass im ganzen langen 5. Kapitel Melmoth der Wanderer schlicht und ergreifend keine Rolle spielt): Maturin weiss, wie er das Tempo halten kann, dass der Leser mitfiebert und weiterlesen will.