Author Topic: John Locke: An Essay Concerning Human Understanding (Ein Versuch über den mensch  (Read 5615 times)

Offline sandhofer

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Hallo zusammen!

Da ich nun nicht sicher bin, ob jemand mitliest, eröffne ich den Thread mal hier. Wenn dann keiner mitliest, kann ich ihn immer noch verschieben ...  >:D

Locke Essay von 1690 ist einer der Ausgangspunkte des empirischen Denkens, wie es vor allem in Grossbritannien eine grosse Rolle gespielt hat. Ich lese in einer rund 50 Jahre alten Ausgabe der Everyman's Library (Dent, London), die ich auch schon seit rund 30 Jahren mit mir herumschleppe. Es müsste meine zweite, wenn nicht dritte Lektüre dieses Textes sein.

Grüsse

sandhofer

PS. Ach ja ... der Titel hat mal wieder nicht ganz Platz. Auf Deutsch heisst das Buch: Ein Versuch über den menschlichen Verstand.
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus

Offline orzifar

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Hallo,

mein Exemplar kommt in frühestens 10 Tagen.

lg

orzifar
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Offline sandhofer

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Hallo!

Kein Problem; ich muss mich auch erst mal wieder einlesen. Ich lese übrigens eine Edition nach der 5. (postumen) Auflage von 1706.

Grüsse

sandhofer
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Offline sandhofer

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So, und langsam komme ich auch wieder in die Philosophie hinein. Locke nimmt den Vorwurf einer eingeborenen Idee unter die Lupe. Alleine schon die Tatsache, dass die Kinder und die "idiots" davon nichts zeigen, ist für ihn Grund, die Idee der eingeborenen Idee zu verwerfen. Die "idiots" allerdings werfen m.M.n. auch das Thema der Erkenntisfähigkeiten von Tieren auf, das Locke nicht berührt. Wo ist die Grenze von intelligentem Verhalten zu ziehen?
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Offline orzifar

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Hallo!

Unendliche Geschichte. Verschoben auf Mittwoch oder Donnerstag kommender Woche, dann sollte ich meinen Locke endgültig haben. Wenn ich mich von Wahrheitstheorien und Wiener Kreis lösen kann, die mir im Moment große Freude bereiten.

lg

orzifar
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Gut. Ich lese mal voran, nachdem ich wieder Mut gefasst habe. Die Tiere sind dann übrigens in Buch II, Kapitel 1, wirklich vorgekommen. Ansonsten ist es im Moment der polemische Locke, der da spricht.
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Offline sandhofer

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Im Moment scheint er mir wieder recht scholastisch, und ich habe Mühe, ihm zu folgen. Mag aber auch daran liegen, dass man nach einen 9-Stunden-Arbeitstag nicht noch Locke lesen wollen sollte ...  :'(
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Offline orzifar

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So, meine Bücher sind da. Ob ich mich allerdings über rund 900 Seiten Erkenntnistheorie hermachen soll/will, weiß ich noch nicht so recht. Die Einleitung von irgendeinem Vogel namens Subbotin hab ich mir gleich einmal geschenkt, jemand, der im ersten Absatz dreimal den dialektischen Materialismus erwähnt, disqualifiziert sich von selbst.

lg

orzifar
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Hallo!

Ist das die Akademie-Ausgabe, 1968, Berlin-Ost? Subbotin hat das m.W. 1955 erstmals auf Russisch veröffentlicht.

Grüsse

sandhofer
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Im übrigen liest sich Lockes Text - zumindest auf Englisch - sehr flüssig. Locke behält einen angenehmen Konversationston bei, ohne die philosophische Ernsthaftigkeit und Präzision zu verlieren. (Ausnahmekapitel bestätigen die Regel.) Er greift bei der Widerlegung der eingeborenen Ideen tatsächlich immer wieder - und mit der grössten Selbstverständlichkeit - auf die Erfahrung zurück. Bis jetzt auch, ohne dass er der Gefahr erlegen wäre, eigene (persönliche) Erfahrung zu verallgemeinern, Eigenes als allgemeine Regel aufzustellen. Wie überhaupt die Aufstellung von allgemeinen Regeln offenbar Lockes Ding nicht ist.
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Offline orzifar

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Ist das die Akademie-Ausgabe, 1968, Berlin-Ost? Subbotin hat das m.W. 1955 erstmals auf Russisch veröffentlicht.

Genau. Aber so etwas habe ich bei diversen DDR-Ausgaben schon ignorieren gelernt. Da es mir ohnehin ziemlich egal ist, welche Meinung die Vertreter des dialektischen Materialismus zu Locke oder sonst irgendjemanden haben.

lg

orzifar
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@orzifar: Verstehe ich.  ;D

Was ich im übrigen meinte mit Scholastik: Es ist mir gerade wieder aufgefallen, wo Locke vom Begriff der Unendlichkeit spricht. Es sind diese Begriffe von "whiteness", die er als mögliche Ideen aufführt. Das ist m.M.n. nach reine Scholastik.
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Im Moment - gegen Ende des zweiten Buchs - scheint mir Locke wieder sehr zähflüssig. Bzw. dünnpfiffig. Da sind gute Brocken in dieser Suppe, zweifellos ...
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Offline sandhofer

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Buch III beginnt mit Lockes Auseinandersetzung mit der Sprache. Da sind viele Themen und Motive der späteren analytischen Sprachphilosophie schon präsent. Und natürlich tut der dem gesunden Menschenverstand verpflichtete Empirist Locke der abgehobenen Scholastik pauschal Unrecht.  ;)
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Offline sandhofer

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War Locke eigentlich der erste, der auf die Idee kam, statt blosser Synonyme oder Worterklärungen Dinge wie z.B. "Toga" durch Bilder erklären zu wollen?
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