Hallo!
Diese Diskussion auf Literaten und Schriftsteller zu reduzieren halte ich für falsch. Jeder, der irgendetwas irgendwo schreibt, hat eine Art Urheberrecht (zumindest in Ö so definiert) - und ich sehe überhaupt keinen Grund, warum das nicht so sein sollte. Und wer jemals eine Universität besucht hat, weiß, dass es nur redlich ist, seine Quellen anzugeben (bzw. er weiß auch, dass das Nichtangeben dieser Quellen zum Entzug des so ergaunerten akademischen Grades führen kann). Eigentlich alles selbstverständlich. Deshalb verstehe ich die Diskussion im Grunde gar nicht.
Dass mit diesem Urheberrecht u. a. manchmal Schindluder betrieben wurde (vor allem in Deutschland, da es meines Wissens nur dort diese unsägliche Abmahnrecht gibt) ändert an der ganzen Sache nichts. Und wieder etwas anderes ist das Verbreiten der Kurzmitteilungen, schnell hingeschmierten Sätze etc. Das gibt es, weil es möglich ist: Mich interessieren Twitterseiten überhaupt nicht, ich vermag sie aber auch nicht als "schlecht, schlimm" zu empfinden. Das ist keine Literatur, das ist Kommunikation. Wer telefoniert bedient sich zumeist auch nicht eines klassischen Satzbaues. Twitter ist auch keine Konkurrenz für Literatur, das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Und wenn Schriftsteller twittern, bloggen etc. - dann ist das zumeist etwas schlicht anderes denn Literatur. Nicht immer, ich las Blogs oft lieber (und es schien auch anspruchsvoller) als so manches Buch (denn - welch Weisheit: Auch dort gibt's Schund. Und nicht zu wenig.)
lg
orzifar