Hallo!
Ein Büchlein so für zwischendurch - dachte ich. Was da so ganz bescheiden beginnt, wächst sich zu einem durchaus interessanten, teilweise schwierigen und komplexen Exkurs über Kalküle, Schlussverfahren und den damit verbundenen Schwierigkeiten aus. Und genau darin liegt auch das Problem: Hier wird auf wenigen Seiten zu viel gewollt, die Materie ist zu vielfältig und zu anspruchsvoll, um in dieser Kürze abgehandelt zu werden.
Dowek vermeidet Formeln weitgehend und nur in der ersten Hälfte des Buches versucht er anhand von Beispielen seine Überlegungen darzustellen. Dann aber verliert der Autor (und der Leser) zusehends den Überblick, manches wiederholt sich, anderes bleibt (obschon wichtig) unerklärt. Denn natürlich lassen sich die Gödelschen Unvollständigkeitssätze nicht einfach in wenigen Absätzen erklären, hier müsste ausgeholt und vor allem besser strukturiert werden. Dadurch sind die Erklärungen häufig zwischen Redundanz und Schwerverständlichkeit angesiedelt, trotz versuchter Gliederung in kurze Kapitel besteht der Haupteindruck in Unübersichtlichkeit.
Die Ursache dürfte in der Seitenbeschränkung (seitens des Verlages?) liegen (bzw. in einer bemühten Allgemeinverständlichkeit, die aber bei dem in Frage stehenden Thema ein zweifelhaftes Unterfangen ist): Und so wird zwar vieles erwähnt, auf Interessantes hingewiesen, neue Perspektiven aufgezeigt - man bleibt aber doch einigermaßen unbefriedigt zurück. Weil der Anspruch, eine derart komplizierte Thematik auf diese (verkürzte und verständliche) Weise abzuhandeln, einfach nicht einzulösen ist.
lg
orzifar