Author Topic: Albert Camus: Les Possédés  (Read 2103 times)

Offline sandhofer

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Albert Camus: Les Possédés
« on: 17. März 2012, 20.18 Uhr »
Sodele, mein Dämonen-Projekt neigt sich dem vorläufigen Ende zu. Jetzt noch Camus' Theaterstück "Les Possédés", in dem der Franzose den Roman des Russen für die Bühne adaptiert hat. Erinnert mich aktuell allerdings - durch die Figur des halb aussen stehenden, halb involvierten Erzählers eher an Thornton Wilders "Unsere kleine Stadt".
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Offline sandhofer

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Re: Albert Camus: Les Possédés
« Reply #1 on: 18. März 2012, 15.11 Uhr »
Und schon fertig. Mehr als ein gewisses literaturgeschichtliches Interesse vermag ich dem Drama allerdings nicht abzugewinnen. Da hat Camus m.M.n. bedeutend Interessanteres geschrieben ...
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Offline Sir Thomas

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Re: Albert Camus: Les Possédés
« Reply #2 on: 19. März 2012, 11.06 Uhr »
Mehr als ein gewisses literaturgeschichtliches Interesse vermag ich dem Drama allerdings nicht abzugewinnen.

Hallo sandhofer,

das Camus-Drama kenne ich nicht, aber Deine Einschätzung trifft meiner Meinung nach auch auf das Dostojewski-Original zu. Eine kritische Zweitlektüre der "Dämonen" vor ungefähr zwei Jahren hat mir jedenfalls eine große Ernüchterung beschert. Ich halte die "Dämonen" für genauso überschätzt wie "Schuld und Sühne".

LG

Tom

Offline sandhofer

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Re: Albert Camus: Les Possédés
« Reply #3 on: 19. März 2012, 18.54 Uhr »
das Camus-Drama kenne ich nicht, aber Deine Einschätzung trifft meiner Meinung nach auch auf das Dostojewski-Original zu. Eine kritische Zweitlektüre der "Dämonen" vor ungefähr zwei Jahren hat mir jedenfalls eine große Ernüchterung beschert. Ich halte die "Dämonen" für genauso überschätzt wie "Schuld und Sühne".

Ich gbe Dir Recht. Ich vermute ja, dass Dostojewskij - ähnlich wie Hesse, wenn auch auf höherem Niveau - eine Lektüre für einen bestimmten Lebensabschnitt ist. Es mag sein, dass ich heute, wäre ich in Krieg und Nachkrieg aufgewachsen wie Camus, Dostojewskij höher schätzen würde ...
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Offline Sir Thomas

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Re: Albert Camus: Les Possédés
« Reply #4 on: 20. März 2012, 13.26 Uhr »
Ich vermute ja, dass Dostojewskij - ähnlich wie Hesse, wenn auch auf höherem Niveau - eine Lektüre für einen bestimmten Lebensabschnitt ist.

Schon möglich. Andererseits erfreuen sich die "Aufzeichnungen aus dem Kellerloch" und "Der Großinquisitor" nach wie vor meiner Wertschätzung, so dass mein "Problem" mit Dostojewski auf die sogenannten großen Romane beschränkt ist. Eine Ausnahme bildet "Der Idiot", der (hier im Rahmen einer Leserunde leider recht negativ besprochen) auch einer Zweitlektüre halbwegs standgehalten hat. 

LG

Tom