Natürlich lachen wir heute, wenn wir lesen, dass der französische Finanzminister der Epoche, Abbé Terray, ihm nach den Hochzeitsfeierlichkeiten für den Dauphin und die österreichische Prinzessin allen Ernstes versichert, dass der die Ausgaben des Hofs durchgesehen und keine Sparmöglichkeiten gefunden habe. Doch der Abbé wusste ebenso, dass von den vielen "unnötigen" Ausgaben auch viele Jobs abhängen, wie wir es heute ausdrücken würden, und dass solche Sparmassnahmen deshalb sehr unpopulär wären. Was den französischen Staat nicht daran hinderte, in einer ähnlichen Bredouille zu stecken wie aktuell der griechische: zu wenig Flüssiges, keine Kreditwürdigkeit mehr, zu hohe Zinsen auf dem Geldmarkt, Schuldenmacherei um alte Schulden tilgen zu können. (Der Abbé Terray war es übrigens, der m.W. als erster die These aufbrachte, dass ein Staat so alle 100 Jahre einmal Bankrott machen müsse, um seine Bilanz bereinigen zu können. Ein hochaktuelles Buch also!)