Geografie spielt tatsächlich eine wichtige Rolle in Doderers Universum. (In den Wasserfällen von Slunj beginnt eine Liebesgeschichte, indem ein Protagonist von einer lange verflossenen Eisenbahnfahrt über den Brenner erzählt, Viadukte schildert und wie er zum Schluss in einen rauchigen Tunnel eingetaucht ist - und die zweite Stimme wird plötzlich von einer jungen Frau, einer Ingenieurin, übernommen, die die einzelnen geografischen Namen zu den Schilderungen kennt.)
Und das Gespräch. Kleinste Nuancen werden wichtig. Auch in dem Teil des Gesprächs, der sich als dazwischenquatschender Autor tarnt. Genaues Hinhören ist gefragt. Dieses Zuhören muss man wahrscheinlich üben, und von daher ist vielleicht Qualtingers Rat, die Doderer-Lektüre mit dem Mord den jeder begeht zu beginnen, so übel nicht. Denn dort übt auch Doderer noch, was er in den beiden grossen Wiener Romanen, wie ich Die Strudlhofstiege und Die Dämonen nennen möchte, perfektioniert hat. Die Merowinger sind etwas völlig anderes und bereiten aufs Furioso lento der Wiener Romane nicht vor. Eher vielleicht noch Die erleuchteten Fenster.