Hallo!
Chatterton wäre noch zu nennen - und wahrscheinlich vergessen wir denn doch einige. Ist nicht auch Th. Mann hinzuzählen, die Buddenbrooks als das Werk eines 25jährigen! Frühvollendung ist in der Prosa (die da offenkundig einiger Lebenserfahrung bedarf) sehr viel seltener, wenn es sich nicht gerade um stark autobiographische Werke handelt. Auch hat sich im Zeitverlauf einiges geändert: Heute gilt ein 40jähriger noch als "junger" Autor.
Tja, der Freiherr. Durch den Heinrich von Ofterdingen habe ich mich zweimal gequält. Für mich einfach zuviel des romantischen Mystizismus', all diese Blumenteppiche, Himmelsspiegelungen, allenthalben Feen und Elfen, Wundersames und Poetisches. Alles quillt über vor Wehmut und stiller Ahndung - liefern die "Hymnen an die Nacht" den Schlüssel -mir?:
"Du [die dunkle Macht] scheinst nur furchtbar -
Köstlicher Balsam
Träuft aus deiner Hand
Aus dem Bündel Mohn
in süßer Trunkenheit
Entfaltest du die schweren Flügel des Gemüths
Und schenkst uns Freuden
Dunkel und unaussprechlich"
Hervorhebung durch meine Wenigkeit. Vielleicht ist eine drogentechnische Annäherung für mich das Adäquate. Wobei: Manchmal muss man wohl einfach zur Kenntnis nehmen, dass einem der Zugang verwehrt bleibt zu dem einen oder anderen Dichter.
lg
orzifar