Von den theoretischen Werken Lems, die ich gelesen habe, das bisher beste. Allerdings muss man Science Fiction ein bisschen mögen. Lem kritisiert so manches Werk seiner Zeit. Gut, mit der amerikanischen Erzählweise - die ja nicht nur bei Steinbeck, Faulkner oder Hemingway anzutreffen ist, sondern die auch übergeschwappt ist in seichtere Gewässer - mit der amerikanischen Erzählweise also hat Lem offenbar so seine Mühe. Er scheint z.B. Heinlein nicht besonders zu mögen, und wenn er auf Werke von ihm eingeht, dann schon fast prinzipiell auf die schwächeren und schwächsten. Dass er Asimovs drei Roboter-Gesetze kritisiert, indem er festhält, dass ein Wesen entweder einen freien Willen hat, der dann auch impliziert, dass es "Böses" tun kann, oder dass es eben in seinen Handlungsmöglichkeiten beschränkt und damit unfrei bleibt, hat natürlich auch seine philosophisch-theologischen Konsequenzen, auf die Lem aber nicht weiter eingeht. Zum Glück für den Leser, denn wann immer Lem theoretische Konzepte auszuführen pflegt, scheint er mir unweigerlich im des langen, des breiten und des queren ausgewalzten Vergleich von Bioevolution und Technoevolution zu landen. Ein Vergleich, dessen Sinn sich mir immer noch nicht erschlossen hat.