Hallo zusammen
So zwischendurch - so zwischendurch, wie Woolf das Buch selber geschrieben hat - habe ich noch Virginia Woolfes Orlando eingeschoben. Im Gegensatz zu The Waves oder To the Lighthouse, ist hier so gar nichts Experimentelles in der Erzähltechnik aufzufinden. Wir treffen auf Orlando, einen jungen englischen Adligen und begleiten ihn durch sein Pubertät. Jedenfalls soweit ich bisher gelesen habe. Ein wunderhübsches zweites Kapitel, wo Orlando Dichter werden will. Ausgerechnet die Lektüre von Sir Thomas Browne, einer der grössten Melancholiker vor dem Herrn, regt ihn dazu an, seine schon vorhandenen rund 40 Tragödien aus seiner Jugendzeit zu jedem möglichen Thema der Antike wieder hervorzunehmen. Orlando lädt auch einen zeitgenössischen Dichter zu sich nach Hause ein, und muss erfahren, dass ein Dichter "life" etwas ganz anderes, viel neidischeres und händelssüchtigeres ist, als was ihm als sein hehres Ideal vorschwebte. Eine hübsche kleine Satire.
In meinen Anmerkungen wird zu den Dichtern, denen Orlando nachstreben will bzw. die von seinem Gast Green verrissen werden, auf Woolfs Essay-Sammlung The Common Reader bzw. Der gewöhnliche Leser verwiesen. Kennt die jemand?
Grüsse
sandhofer