Mittlerweile in Band 4 und mitten in Paracelsi Predigten und Bibelauslegungen. Da scheint er mir recht konservativ zu sein, vielleicht mit Ausnahme dessen, dass er eine Art urchristliches Güterteilen predigt. Nicht, dass allen alles gehören soll, sondern dass jedem gleich viel gehören soll. Wer Reichtum anhäuft, das heisst, mehr als den ihm zustehenden Teil sich erwirbt, ist ein Dieb an dem, dem dies nicht gelingt. (Marx lässt grüssen! Na ja - eigentlich Proudhon ...) Dennoch bin ich hier ein wenig enttäuscht, nachdem Paracelsus im dritten Band eine doch recht gewagte Theorie der menschlichen Existenz entwickelt hat. Gemäss Paracelsus ist der Mensch nämlich in gewisser Weise auch dreifaltig: Da ist erstens der Mensch aus - wie wir sagen würden - Fleisch und Blut. Der stirbt eines Tages und verwest. Vom dem bleibt nix. Dann ist da ein "siderischer" Mensch. "Siderisch", also von den Sternen kommend bzw. deren Lenkung unterworfen, das Objekt der Astrologie also. Auch dieser Mensch stirbt, manchmal ein bisschen langsamer und später als der aus Fleisch und Blut. Das sind dann die Gespenster,die man sehen kann. Aber auch dieser Mensch vergeht schlussendlich, weshalb man eines Tages die Gespenster nicht mehr sieht, die vorher da waren. Last but not least gibt es dann den Menschen, dem der Heilige Geist göttliches Fleisch gegeben hat. Das ist das Fleisch, das unverweslich ist und am Jüngsten Tag wieder aufersteht. (Über seine Konsistenz oder darüber, wo es zwischengelagert wird, schweigt sich Paracelsus allerdings aus.) Eine Kombination, die mir so neu war. (Und die mich daran erinnert hat, dass ich seit rund einem Vierteljahrhundert Jacob Böhme lesen wollte/sollte. Den habe ich mir nun endlich bestellt.)