Hallo!
Ein unterhaltsames, spannendes Buch, wenngleich Ernst Peter Fischers (wohl nicht ganz ernst gemeinter) Vorschlag, dass man hier auch einen Nobelpreis für Literatur hätte vergeben können, eher vom mediokren Literaturgeschmack desselben zeugt. Watson erzählt aus sehr persönlicher Sicht von der Entdeckung der Doppelhelix, liefert witzig-einprägsame Charakterstudien seiner Forschungskollegen und erzählt von der Jagd nach wissenschaftlichen Erkenntnissen abseits gängiger Vorstellungen von sterilen Labors und weltfremden Forschern.
Das vorliegende Buch ist also weniger Wissenschaftsgeschichte als vielmehr das amüsante Protokoll einer Entdeckung - mit allen persönlichen Querelen, Animositäten, Vorlieben, Seltsamkeiten. Und genau daraus bezieht das Buch seinen Charme, wenn Koryphäen wie Linus Pauling oder Francis Crick auf unterhaltsam-menschliche Art geschildert werden. Zudem entbehrt die Darstellung auch nicht einer gewissen Spannung: Denn das Rennen um das richtige Modell der DNS war lange Zeit offen und u. a. ein Konkurrenzkampf zwischen Europa und Amerika.
Insgesamt eine äußerst kurzweilige Lektüre, die jedem - auch dem chemisch-biologischen Laien ans Herz gelegt werden kann. Denn diese "menschliche" Darstellung einer Welt berühmter Geistesgrößen wirkt nicht bemüht wie so manche Anekdotensammlung über bekannte Philosophen (wie etwa Wilhelm Weischedel in seiner "Philosophischen Hintertreppe" eine solch unangenehm anbiedernde Darstellung vorgenommen hat), sondern ungeschönt und authentisch. Wobei der Autor selbst sich keineswegs schont. Lesen!
lg
orzifar