Author Topic: Hannes Leidinger  (Read 3988 times)

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Hannes Leidinger
« on: 14. Dezember 2017, 21.11 Uhr »
Hallo zusammen!

Sagt der Name jemandem etwas? Gemäss Klappentext meiner aktuellen Lektüre (H. L.: Der Untergang der Habsburger Monarchie) ist er "einer der erfolgreichsten Autoren historischer Sachbücher in Österreich".

Grüsse

sandhofer
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus

Offline orzifar

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Re: Hannes Leidinger
« Reply #1 on: 15. Dezember 2017, 01.06 Uhr »
Der Herr ist an mir als Österreicher vorübergegangen. (Obwohl ich glaube, zumindest von ihm irgendwann mal gehört zu haben ...) Gelesen aber habe ich nichts von ihm und hatte von seinem Erfolg bislang keine Kenntnis.

Lass hören, ob sich das lohnt.

lg

orzifar
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Herbert Schnädelbach: Philosophie in Deutschland 1831 - 1933
Hans Albert: Kritik des theologischen Denkens
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Offline sandhofer

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Re: Hannes Leidinger
« Reply #2 on: 17. Dezember 2017, 07.32 Uhr »
Hallo!

Lass hören, ob sich das lohnt.

Doch, ja, ich denke schon. Vor allem die Tatsache, dass Leidinger die Geschehnisse nicht nur aus der Vogelschau, 'objektiv', schildert, sondern immer auch Erzählungen des betroffenen kleinen Mannes, der betroffenen kleinen Frau einbringt, hat mir sehr gefallen.

Grüsse

sandhofer
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Offline orzifar

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Re: Hannes Leidinger
« Reply #3 on: 17. Dezember 2017, 07.55 Uhr »
Hallo,

schön zu hören, kommt sofort auf die Leseliste. Bei historischen Werken kann ich ohnehin meist nicht lang widerstehen.

lg

orzifar

edit: Schon bestellt ;)
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Re: Hannes Leidinger
« Reply #4 on: 09. Januar 2018, 19.51 Uhr »
Hallo!

[...] kommt sofort auf die Leseliste.

Ich habe gesehen, Du bist bereits dran. Und wie gefällt er Dir?

Grüsse

sandhofer
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Offline orzifar

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Re: Hannes Leidinger
« Reply #5 on: 10. Januar 2018, 23.51 Uhr »
Hallo!

[...] kommt sofort auf die Leseliste.

Ich habe gesehen, Du bist bereits dran. Und wie gefällt er Dir?


Hmm, eigentlich bin ich enttäuscht. Vielleicht waren meine Erwartungen zu hoch gesteckt: Die Einleitung fand ich pseudoklug: Zu Räsonieren, ob es denn hätte anders kommen können usf. - unterlegt mit den Musilschen Zitaten (die natürlich den Nagel auf den Kopf treffen): Aber das ist bei Lichte besehen dann doch recht trivial. Natürlich hätte es anders kommen können (strengen Determinismus außen vor gelassen), die Gegenwart bietet Möglichkeiten, die Vergangenheit spiegelt die Wirklichkeiten (um in Musils Diktion zu bleiben). Am besten hat das A. Demandt nach meinem Dafürhalten gelöst (Der Untergang Roms), wo er das Hempel-Oppenheim-Schema auf die Geschichte bzw. spez. Ereignisse angewandt hat.

Der Rest des Buches sollte um vieles umfangreicher sein: Ich finde es sehr gelungen, Quellendokumente einzuarbeiten (die zahlreichen Schilderungen des Lebens von "ganz unten"), aber das geht dann doch ein bisschen wie Kraut und Rüben durcheinander. So ganz kann ich die Begeisterung nicht teilen, auch in der "Presse" vom 30. 12. findet sich eine enthusiastische Besprechung von Günther Haller, die nur Positives zu berichten weiß. Aber möglicherweise war ich durch die erwähnte Erwartungshaltung voreingenommen, außerdem habe ich erst etwa zwei Drittel gelesen.

lg

orzifar
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Re: Hannes Leidinger
« Reply #6 on: 12. Januar 2018, 19.50 Uhr »
Hallo!

Ich sehe, was Du meinst. Das mit der Einleitung meinte ich mehr oder weniger mit meiner Anspielung auf Musil.

Auch Deine weitere Kritik kann ich nachvollziehen, wüsste aber nicht, wie die Kraut und Rüben zu vermeiden wären. Aber wahrscheinlich bin ich deshalb kein Historiker geworden, weil mir die Geschichte immer mal wieder wie Kraut und Rüben vorkommt...

Grüsse

sandhofer
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Offline orzifar

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Re: Hannes Leidinger
« Reply #7 on: 13. Januar 2018, 02.46 Uhr »
Hallo!

Ich sehe, was Du meinst. Das mit der Einleitung meinte ich mehr oder weniger mit meiner Anspielung auf Musil.

Ja, das habe ich auch so verstanden. - Es ist schon verständlich, dass jemand, der sich mit der Monarchie auseinandersetzt, Musil zitiert: Aber irgendwie wirkt's schließlich auch banal, eine Erwähnung hätte es auch getan. Andererseits - wer weniger Bücher über die betreffende Zeit gelesen hat, wird sich daran nicht stoßen. Vielleicht werde ich noch etwas zum Buch schreiben, allerdings will das Leben, das ich nach Möglichkeit immer vor die Tür zu verbannen suche, mir derzeit die rechte Muße nicht gönnen (nebst selbstverschuldeten Dummheiten, die dann eine gebrochene Rippe nach sich ziehen ;)).

Auch Deine weitere Kritik kann ich nachvollziehen, wüsste aber nicht, wie die Kraut und Rüben zu vermeiden wären. Aber wahrscheinlich bin ich deshalb kein Historiker geworden, weil mir die Geschichte immer mal wieder wie Kraut und Rüben vorkommt...

Ich glaube schon, dass dies möglich gewesen wäre. (Und ja, ich habe Geschichte studiert, das vorgebliche Durcheinander hat mich nicht abgehalten.) Aber sicher wäre dann der Umfang ein anderer gewesen. Etwa dadurch, dass man den sozialgeschichtlichen Aspekten größere Kapitel gewidmet hätte, zeitlich gegliedert, unterteilt in Klassen. Die Quellenlage hätte das sicher hergegeben (wie ich von einer sich hinziehenden Dissertation in der Familie weiß), aber davon raten Verlage ab (Leidinger erwähnt dies ja auch irgendwo). So wechselt das Thema ständig - und häufig dann, wenn ich gerade Lust auf mehr gehabt hätte. Aber das ist natürlich ein Jammern auf relativ hohem Niveau, es ist ja keineswegs so, dass mir das Buch nicht gefällt. (Und einiges hat wohl die hohe Erwartungshaltung zu dieser Jammerei beigetragen.)

lg

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Re: Hannes Leidinger
« Reply #8 on: 18. Januar 2018, 05.46 Uhr »
Habe noch ein paar Bemerkungen im Blog zum obigen hinzugefügt: Wirklich glücklich hat mich die Lektüre nicht gemacht ;).

lg

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Re: Hannes Leidinger
« Reply #9 on: 18. Januar 2018, 18.41 Uhr »
Hallo

Ich bin wohl - zumindest, was Geschichte anbelangt - der bedeutend weniger kritische Leser. Obwohl ich Deinen Punkte durchaus zustimmen kann. Mich haben sie halt nur weniger gestört, wohl auch, weil ich weniger Geschichte lese. (Wenn sie nicht gerade von einem alten Griechen oder Römer stammt.)

Grüsse

sandhofer
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